Die Organisatoren des «Schlierefäschts 2019» hatten den Stadtrat mehrmals darauf hingewiesen, dass die Schallschutzwand entlang der aufgegebenen vierspurigen Badenerstrasse für den Grossanlass «suboptimal» sei. Denn das Stadtfest, das vom 30. August bis zum 8. September unter dem Titel «Schliere lacht» stattfindet, spielt sich zu grossen Teilen auch auf der Fläche der Strasse statt, die in Zusammenhang mit dem Bau der Limmattalbahn zur Überbauung «Parkside» hin verlegt worden ist.

Der Stadtrat hatte dem Organisationskomitee bereits zugesichert, dass vor dem Auftakt zum Stadtfest zumindest Teile der Mauer – etwa der Engpass zwischen den Liegenschaften 15 und 17 beim Ortsmuseum – entfernt werden. Dies unter anderem, um Fluchtwege gewährleisten zu können.

Der Stadtpark ist von der Badenerstrasse abgetrennt.

Der Stadtpark ist von der Badenerstrasse abgetrennt.

Würde gleich die gesamte Mauer entfernt, wäre dies für das Stadtfest ideal, brachte das OK vor. Für die Besucherinnen und Besucher wäre das Gelände so deutlich besser zugänglich, dies würde die Attraktivität des Festes massiv steigern.

Die Organisatoren des «Schlierefäschts» führten zudem an, dass sich die bestehenden langen, leicht erhöhten Mittelinseln, welche die Fahrspuren trennten, als Stolperfallen erweisen könnten. Sie regten deshalb an, dass diese doch auch gleich entfernt werden könnten.

Auf einen Rückbau der Mittelinseln verzichtet der Stadtrat aber aus Kostengründen vorerst, wie dem Protokollauszug der letzten Stadtratssitzung zu entnehmen ist. Langfristig müssten diese zwar schon entfernt werden, «da sie auf der zukünftigen Fläche sicher keine Funktion mehr haben werden», räumt er ein. Aber durch einen vorzeitigen Abbruch würden unnötige Zusatzkosten von rund 10'000 Franken anfallen.

Ein Engpass beim Ortsmuseum an der alten Badenerstrasse.

Ein Engpass beim Ortsmuseum an der alten Badenerstrasse.

Für den sofortigen Abbruch der Lärmschutzwand hat der Stadtrat hingegen einen Kredit über 195'000 Franken bewilligt. Diese Mauer habe mit der Verlegung der Badenerstrasse ihre Funktion verloren. Zudem habe sich im Rahmen der Testplanung «Grüne Mitte» gezeigt, dass die eingegrünte Wand, die den Stadtpark von der zuvor stark befahrenen Kantonsstrasse trennt, die zukünftige Nutzung behindern würde. Die Rückbaukosten würden in Zusammenhang mit der Neugestaltung im Bereich der Badenerstrasse und des Stadtparks ohnehin anfallen. Anders als bei den Mittelinseln entstehen bei einem vorzeitigen Abbruch keine Mehrkosten. Diesem stehe also nichts im Weg, hält der Stadtrat fest.

Vorgesehen ist, dass die Mauer sowie deren Fundamente entfernt werden. Der Baumbestand bleibt dabei erhalten, die Sträucher und Büsche werden aber verschwinden. So ergebe sich «eine Grosszügigkeit und Offenheit», die auch «zukünftigen (Zwischen-)Nutzungen zugutekommt». Die Rückbauarbeiten sollen Mitte August beendet sein.