Kloster Fahr
Die Kirchensynode unterstützt Priorin Irene gleich doppelt

Die Synode greift dem Kloster bei der Sanierung erneut finanziell unter die Arme – auch das Pilgerprojekt «Kirche mit*» erhielt unverhofftes Lob.

Sophie Rüesch
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Zurzeit wird der Wohnflügel der Benediktinerinnen saniert. Im November können sie in ihre Zellen zurückkehren.

Zurzeit wird der Wohnflügel der Benediktinerinnen saniert. Im November können sie in ihre Zellen zurückkehren.

Chris Iseli

Die Synode der Katholischen Kirche im Kanton Zürich hat an ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, die Sanierung des Klosters Fahr mit 300 000 Franken zu unterstützen. Dazu kommen voraussichtlich weitere 300 000 Franken vom katholischen Stadtverband, der gemäss Mitteilung des Synodalrats zugesichert habe, bei einem positiven Entscheid der Synode denselben Betrag zu spenden wie sie. Die Delegiertenversammlung des Stadtverbands tagt nächste Woche.

Das Geschäft war an der Synode, dem Parlament der Zürcher Katholiken, unbestritten. Ein Änderungsantrag, den Betrag zu halbieren, weil der klösterliche Spendenbarometer ja bereits auf gutem Weg sei, hatte keine Chance: Er wurde mit 75 zu 3 Stimmen abgelehnt, wie Synodalratssprecher Aschi Rutz auf Anfrage sagte.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Zürcher Katholiken dem Kloster bei der genauso kostspieligen wie dringenden Erneuerung seiner Anlage unter die Arme greifen. Schon für die erste Etappe des Projekts, in dem die Propstei auf Vordermann gebracht wurde, hatten sie eine Million Franken beigesteuert: 500 00 Franken kamen von der Synode, 500 000 Franken vom Stiftungs- und Stadtverband. 1998 spendeten die Zürcher Katholiken zudem 150 000 Franken für die Renovation der Klosterkirche.

Gesamtkosten: 23 Millionen

Für die Sanierung des Klosters, die noch viele Jahre dauern wird – man geht von einem Abschluss im Jahr 2050 aus –, ist mittlerweile von Gesamtkosten in der Höhe von rund 23 Millionen Franken auszugehen. Während der Arbeiten an der ersten Etappe hat sich herausgestellt, dass die teils 70-jährigen Wasserleitungen und auch die Kanalisation dringend erneuert werden müssen. Dadurch entstehen in den kommenden drei bis vier Jahren zusätzliche Kosten von einer bis 1,5 Millionen Franken. Da zurzeit weder die Kantone Zürich und Aargau noch der Lotteriefonds weitere Gelder in Aussicht stellen können, wollte der Synodalrat aushelfen.

Sein Unterstützungsgesuch an die Synode begründet er mit den «engen Beziehungen zwischen dem Kloster Fahr und Zürich». Heute sei das Fahr «das bedeutendste Kulturdenkmal im zürcherischen Limmattal»; die Aargauer Exklave, die von der Gemeinde Unterengstringen umschlossen ist, sei als «grüne Oase im dicht besiedelten Gebiet nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel für viele Zürcherinnen und Zürcher», sondern spiele im religiösen Leben von manchen von ihnen «eine wesentliche Rolle». Zudem habe die Synode 2012, als sie den ersten Beitrag sprach, mehrfach darauf hingewiesen, dass das Kloster zu einem späteren Zeitpunkt weitere Gelder erwarten dürfe.

«Balsam für Seele und Füsse»

Priorin Irene Gassmann, die sich zurzeit in Italien wandernd für mehr Frauenrechte in der Kirche einsetzt, zeigte sich über die Grosszügigkeit der Synode hoch erfreut: «Dieses starke Zeichen von Solidarität berührt mich und gibt mir Kraft.»
Das Pilgerprojekt «Kirche mit* den Frauen», bei dem Priorin Irene im Kernteam mitwirkt, war übrigens auch an der Synode Thema: Die Sitzung eröffneten zwei Synodale mit einer Wort-und-Flöten-Einlage, um auf die Reise aufmerksam zu machen. «Das ist Balsam für meine Seele – und meine wunden Füsse», sagte Priorin Irene, die auf ihrem Weg nach Rom gestern gerade das Städtchen Greccio erreicht hatte.