Durch das neue Modell können mehr Familien von Beiträgen der Stadt profitieren.

«Wir haben heute in etwa gleich viele besetzte Plätze in den Schlieremer Krippen», sagt Sozialvorstand Robert Welt (EVP), «vereinzelt sind auch noch freie Plätze vorhanden.»

Die Anzahl an Kinderkrippenplätzen sei durch das neue Subventionsmodell in Schlieren also nicht angestiegen. «Das neue Modell ist sinnvoll», erklärt Welti. Früher sei die Unterstützung der Eltern abhängig davon gewesen, ob ihre Kinder einen Platz in der einzigen subventionierten Kinderkrippe «Teddybär» erhielten.

Heute könnten sie sie in irgendeiner anerkannten deutschsprachigen Krippe unterbringen, und erhielten dennoch Beiträge.

Kostenexplosion trat nicht ein

Im Vorfeld der letztjährigen Urnenabstimmung über das neue Subventionsmodell erwirkte das Schlieremer Stadtparlament eine Korrektur der Vorlage, wonach sie an ein Kostendach von maximal 650 000 Franken gebunden wurde.

Insbesondere bürgerliche Kreise befürchteten, dass das neue Modell zu einem massiven Anstieg der Kosten für die Stadt führen würde. Falls die Subventionsbeiträge diese Kosten übersteigen sollten, entscheidet nun das Parlament darüber, ob die Rabatte eingeschränkt werden sollen, um die Kosten einzudämmen.

Derzeit laufe man nicht Gefahr, das Kostendach zu sprengen, erklärt Sozialvorstand Welti: «Wir werden diese Limite dieses Jahr sicher nicht erreichen. Laut Hochrechnungen könnten sogar noch mehr Kinder in Krippen untergebracht werden.»

Private Betreuung oder Kinderkrippe?

Einen Grund dafür, dass die Nachfrage nicht so extrem anstieg, wie einzelne Stadtparlamentarier befürchteten, sieht Welti in der neuen Regelung der Subventionierung bei Konkubinatspaaren: Heute wird das Einkommen von Konkubinatspartnern zusammengenommen, um zu beurteilen, ob und wie stark ihre Kinder subventioniert werden: «Das ist viel gerechter. Früher rechnete man nur mit dem Einkommen der Mutter», sagt Welti. Es gebe Konkubinatspaare, die heute weniger oder keine Beiträge mehr erhalten würden.

«Das ist ein Kostenfaktor. Deshalb wägen solche Paare heute sicher eher ab, ob sie ein Kind in eine Krippe bringen, oder privat betreuen lassen.». Nach wie vor sei es in erster Linie eine Frage der persönlichen Neigung der Eltern, ob ein Kind in einer Krippe oder privat betreut werde, so Welti.

Aufseiten der Krippen stellt man seit Januar nur einen leichten Anstieg der Nachfrage nach Krippenplätzen fest, wie Fabienne Furlan von der KIMI Giardino Schlieren auf Anfrage erklärt: «Wir waren schon am 1. Januar voll besetzt. In der Zwischenzeit stockten aber einzelne Eltern die Betreuungszeit um einen Tag auf oder bringen ihre Kinder auch, wenn sie zwei haben.»

Ebenso sei die Anzahl der Anfragen leicht gestiegen. «Heute können sich mehr Leute eine Krippenbetreuung leisten, die früher vom Preis abgeschreckt worden waren», sagt Furlan. Sie werte diese Entwicklung auch deshalb positiv, weil sich dadurch eine bessere soziale Durchmischung innerhalb der Krippe ergebe.

Nachfrage reicht für Ausbau

Diese Feststellung bestätigt Sascha Matic vom Elternverein «Gemeinsam wachsen», der die Kinderkrippe «Fröschlihuus» administrativ leitet: «Im letzten halben Jahr kamen vermehrt Kinder in unsere Krippe, bei denen ein Integrationsbedürfnis besteht. Das kommt der ganzen Gemeinde zugute.»

Zwar seien die drei Gruppen, die das Fröschlihuus betreibt, bereits im Januar gut ausgelastet gewesen, erklärt Matic. Vorher sei die Krippe aber vor allem an bevorzugten Tage voll besetzt gewesen, während an Montagen, Freitagen und am Mittwochnachmittag noch Kapazitäten bestanden hätten. «Heute ist die Krippe an allen Tagen voll ausgelastet. Angesichts der Nachfrage könnten wir sogar eine vierte Gruppe problemlos füllen», so Matic.