Oberengstringen
Die geplante Stützmauer ist der Zankapfel um den Autobahn-Rastplatz

Der Gemeinderat hat Einsprache gegen den Umbau des A1-Rastplatzes eingereicht. Vor allem eine geplante Verlängerung der Einspurstrecke ist ihm ein Dorn im Auge.

Sandro Zimmerli
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André Bender, Gemeindepräsident von Oberengstringen

André Bender, Gemeindepräsident von Oberengstringen

Die Diskussion um den geplanten Ausbau des Autobahnrastplatzes bei der Limmat in Oberengstringen geht in die nächste Runde. Nachdem der Gemeinderat Anfang 2011 erwirkt hatte, bei den Plänen des Bundesamtes für Strassen (Astra) einspracheberechtigt zu sein, hat er nun von diesem Recht Gebrauch gemacht. Derzeit laufen die Einspracheverhandlungen.

Letzten Dezember hat aus diesem Grund auf dem Rastplatz an der A1 eine Begehung, unter der Leitung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek), stattgefunden. Neben Vertretern der Gemeinden Oberengstringen, Unterengstringen und Weiningen, hat auch die Gemeindeallianz Lebensqualität Limmattal einen Vertreter an das Treffen entsandt. Zudem war auch ein Anwohner anwesend, der als Privatperson Einsprache gegen den Ausbau eingereicht hat.

Entscheid wird im Herbst erwartet

«Derzeit befindet sich das Protokoll dieser Begehung in der Vernehmlassung. Bis Mitte März haben die Beteiligten die Möglichkeit sich dazu zu äussern», sagt Oberengstringens Gemeindepräsident André Bender. Nach Ablauf der Vernehmlassung müsse das Uvek darüber befinden, ob das vorliegende Projekt genehmigt oder zur Überarbeitung zurück ans Astra gewiesen werde. Ein Entscheid sei bis im Herbst zu erwarten.

Hauptkritikpunkt des Gemeinderates ist die geplante Verlängerung der Einspurstrecke. Diese hätte eine Verbreiterung der Autobahn und den Bau einer 125 Meter langen Stützmauer entlang des Limmatuferwegs zur Folge. «Das macht für uns überhaupt keinen Sinn», hält Bender fest. Erst vor zwei Wochen habe der Kantonsrat grünes Licht für die Renaturierung des Limmatlaufes zwischen der Werdinsel an der Stadtgrenze und der Autobahnbrücke bei Oberengstringen gegeben.

Zudem seien in Geroldswil und Oetwil bereits Renaturierungspläne umgesetzt worden. «Wir verstehen deshalb nicht, warum ausgerechnet wenige hundert Meter unterhalb des zu renaturierenden Bereichs eine Betonmauer gebaut werden soll», so Bender. Zudem sei der Gemeinderat nicht damit einverstanden, dass die Anzahl der Lastwagenparkplätze zugunsten der Personenwagenparkplätzen erhöht werden soll. Unbestritten und sinnvoll sei hingegen die geplante Strassenabwasser-Behandlungsanlage. Diese soll das verschmutzte Regenwasser auf der Autobahn reinigen und danach in die Limmat abführen.

Macht der Rastplatz Sinn?

Am liebsten wäre dem Gemeinderat aber ohnehin, wenn der Rastplatz ganz aufgehoben würde. «Bislang hat noch niemand den Beweis erbracht, dass es den Rastplatz in der heutigen Zeit, wo die Autobahnen um Zürich herum gebaut werden, noch braucht. Wir sind der Meinung, dass es keinen Sinn macht einen Rastplatz zu unterhalten, der sich so kurz vor den Toren von Zürich befindet», sagt Bender. Die Gemeinde haben während einer Woche Ende Januar an den Werktagen selber Nutzungserhebungen vorgenommen. «Zu Spitzenzeiten waren maximal 10 Lastwagen auf dem Rastplatz abgestellt. An keinem Tag war er voll ausgelastet», hält Bender fest.

Dem Gemeinderat sei aber auch klar, dass der Rastplatz, würde er aufgehoben, nicht Teil des Naherholungsgebietes werden könne, so Bender. «Das Astra hat Interesse daran den Platz so oder so zu behalten, da solche Orte bei Strassensanierungen als Werkplatz genutzt werden.»