Für den Präsidenten des FC Dietikon Thomi Roth war das Cupspiel gegen den FC Thalwil in mehrerer Hinsicht hektisch. Einerseits musste er sich bis zur Penaltyentscheidung gedulden, ehe der Sieg des FC Dietikon feststand. Andererseits wollte Sportchef Pietro Iellamo, der zurzeit in Florida Ferien macht, wissen, wie das Team von Spielertrainer Goran Ivelj beim ersten Ernstkampf agierte. Am Ende zahlte sich bei den Einheimischen der stärkere Willen aus und für die Zuschauer war es eine unterhaltsame
Begegnung.

Mit dem vierten Elfmeter durch Marko Filipovic zum 3:1 (Endstand 4:2) sicherte sich der FC Dietikon den ersten Sieg in der neuen Saison. Aber lange sah es für die Gastgeber auf dem Sportplatz Dornau nicht gut aus. Denn nach einem kapitalen Fehler ging der FC Thalwil in der 20. Minute durch Marcel Häcki in Führung. Torhüter Hamdiu unterlief einen Flankenball und so war es für die Gäste vom Zürichsee ein leichtes Spiel, den Führungstreffer zu erzielen. «Wir haben trotz des Rückstands mit viel Willen gespielt und den Ausgleich, wenn auch erst Sekunden vor Schluss, redlich verdient», sagte Spielertrainer Goran Ivelj.

Den Sieg nicht gestohlen

Beim ersten Pflichtspiel spürte man in den Reihen des FC Dietikon, dass die Automatismen noch nicht wie gewünscht spielen. Oft waren die Spielideen an der gegnerischen Strafraumgrenze erschöpft oder das letzte Zuspiel landete in des Gegners Füssen. «Wir sind unglücklich ausgeschieden. Aber wer so kläglich Penaltys verschiesst wie wir, der muss sich nicht wundern», sagte Thalwil-Trainer Jérôme Oswald zerknirscht. Doch Thalwil hätte sich die Mühen einer Verlängerung auch sparen können, hätte man die vielen guten Chancen in Zählbares verwandelt. «Wir müssen zur Pause mit 2:0 führen. So sind wir am Ende am eigenen Unvermögen gescheitert», bilanzierte Sportchef Patrick Kamm.

Dietikon ist sich bewusst, dass dieser Sieg etwas glückhaft zustande kam. Doch die Ivelj-Truppe zeigte vor allem in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung viel Kampfgeist und Engagement.

Besser Kondition als der Gegner

Vor allem die Einwechslung von Davide De Luca brachte neuen Schwung in der Vorwärtsbewegung. «Das Potenzial in der Mannschaft ist absolut vorhanden. Ich habe immer wieder gepusht und es hat sich ausbezahlt», resümierte Spielertrainer Ivelj. Aufgefallen ist auch, dass Thalwil lange mit dem Ausgleich in der 93. Minute haderte und in der Verlängerung deutlich mehr abbaute. «Wir haben den Sieg bestimmt nicht gestohlen», lachte Dietikon-Präsident Thomi Roth und verkündete die frohe Botschaft sogleich via Sozialmedia nach Amerika.