Ein seit dem Bau der Erdhäuser 1991 bestehender Wunsch nach einem Café für die Freizeitanlage Chrüzacher sei nun endlich Wirklichkeit geworden. «Ich freue mich wahnsinnig fest», sagte Chrüzi-Leiterin Michaela Tobler an der gestrigen Eröffnung des Chrüzi-Kafis. Anfänglich hat der Gemeinderat das Gesuch aus finanziellen Gründen abgelehnt. 2011 gab es eine Anfrage im Gemeinderat. Der Wunsch der erwachsenen Besucher nach Verpflegungsmöglichkeiten wurde so wieder präsent im Parlament. 2013 wurde darüber diskutiert und das Geschäft endlich in die Regierungsperiode 2014 bis 2018 aufgenommen.


«Der Wunsch nach einem richtigen Kaffee bei der Chrüzi kenne ich selbst», sagte Stadtpräsident Otto Müller in seiner Eröffnungsrede. Als junger Vater vor 30 Jahren sei er jeweils am Donnerstag hier gewesen. Es habe nur einen Kaffeeautomaten mit Pulver-Kaffee gegeben. «Was habe ich mir einen richtigen Kaffee gewünscht», erinnerte sich Müller.


Zwei Monate Vorbereitung
Zwei Monate Vorbereitungszeit hatte das 15-köpfige Freiwilligenteam um Chrüzi-Mitarbeiterin und Projektleiterin Barbara Käser gehabt, um in Sitzungen das Angebot des Kafis zu definieren und in den letzten Tagen alles zu putzen, einzuräumen und zu dekorieren. Die Tische des Kafis kamen von Chrüzi-Mitarbeiter Andi Kohler, der aus SBB-Paletten Möbelstücke herstellt. «Wir hatten zwei Monate Zeit gehabt, den ehemaligen Tonatelier-Raum zum Café umzubauen. Es war knapp. Um so grösser ist die Freude, zu sehen, wie stimmungsvoll, schön und gemütlich das Chrüzi-Team das Kafi eingerichtet hat», sagte Projektleiterin der Hochbauabteilung Daniela Saxer.


In der Pilotphase soll das Kafi jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag geöffnet haben. Unter der Woche gibt es Selbstbedienungsbetrieb. Zudem sind betreute Anlässe geplant. «Wir wünschen uns, dass es hier regelmässig selbst organisierte Anlässe gibt», sagte Käser.
Weil die freiwillige Helferin Sabine Schasse schon zu ihrer Jugendzeit ein kleines Kaffee vermisste, hilft die 40-Jährige nun im Kafi-Team mit. Dass Jung und Alt das Angebot nutzen, sei etwas Tolles, sagte Besucherin Ursula Frei. «Das Kafi zeigt, dass gemeinsames Wirken etwas bringt», so Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart, dessen Sohn in der Chrüzi-Tiergruppe ist. Auch Besucherin Salimata Diallo war begeistert: «Nun kann ich ins Café sitzen, wenn meine beiden Töchter hier spielen». Dieser Meinung war auch Vater Hans Baumann. Seine neunjährige Tochter Debora bestellte eine heisse Ovo und lobte: «Es ist cool. Hier hat es viele feine Sachen». Während es drinnen selbstgemachte Kuchen, Gemüsesuppe und frischen Ferrari-Kaffee gab, frittierte und verteilte Chrüzi-Leiterin Tobler draussen 300 «Chrüziner» aus Berlinerteig von der Oberstadtbäckerei.