Arbeitslosenquote
Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dreht ins Minus

Noch ein Monat zuvor zeigte sich der Arbeitsmarkt im Limmattal stabil. Nun hat der Wind gedreht: Die Arbeitslosenquote ist im November im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent – von 3,5 auf 3,8 Prozent – gestiegen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Nicht die besten Aussichten: Die Baubranche setzt vermehrt auf Temporäreinsätze. Flavio Fuoli

Nicht die besten Aussichten: Die Baubranche setzt vermehrt auf Temporäreinsätze. Flavio Fuoli

Limmattaler Zeitung

Damit fällt in diesem Bereich dem Bezirk Dietikon die unschöne Rolle des Spitzenreiters zu. Die zweithöchste Arbeitslosenquote verzeichnet die Stadt Zürich mit 3,4 Prozent, gefolgt von den Bezirken Winterthur und Uster mit je 3,1 Prozent. Am wenigsten Arbeitslose hat es mit 1,8 Prozent im Bezirk Andelfingen. Der kantonale Durchschnitt ist gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gestiegen und liegt nun bei 3,0 Prozent. Insgesamt sind im Kanton Zürich 21969 Personen als arbeitslos gemeldet.

132 Personen haben neue Stelle

Doch es gibt auch gute Nachrichten für das Limmattal, wie Peter Greif, Stellenleiter des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) Dietikon, erklärt: «Erfreulich ist, dass im November 132 Personen eine neue Stelle gefunden haben.» Die Erfolgsaussichten auf eine neue Stelle seien jedoch derzeit stark geschmälert, da der Arbeitsmarkt weniger aufnahmefähig sei.

Dass die Stellenmeldungen insgesamt abgenommen haben, hat laut Greif hauptsächlich zwei Gründe: Einerseits sei dies saisonbedingt, da im Winter generell weniger Stellen im Gartenbau, der Gastronomie und dem Bauhauptbereich angeboten würden. Andererseits habe auch die unsichere Entwicklung der Wirtschaft Einfluss auf die Meldung der Vakanzen, stellt Greif fest: «Arbeitgeber prüfen genauer, ob sie neue Mitarbeitende einstellen können.» Zurzeit sind im RAV Dietikon 263 freie Stellen gemeldet.

Greif beobachtet ausserdem, dass Arbeitgeber aufgrund der nicht genau absehbaren Wirtschaftsentwicklung dazu übergehen, Mitarbeitende vermehrt temporär einzustellen. Während dies für Firmen den Vorteil von hoher Flexibilität mit tiefen Fixkosten biete, verlange es von Arbeitnehmern die Bereitschaft, oft wechselnde Arbeitsstellen zu akzeptieren. Gerade in der Baubranche werde bei Hilfskräften seit längerem fast nur noch mit Temporäreinsätzen gearbeitet. «Diese Stellen werden hauptsächlich im Frühling über Stellenvermittlungsbüros besetzt», so Greif.

Arbeitgeber sind zurückhaltender

Stabil ist jedoch weiterhin der Stellenmarkt für qualifiziertes Personal im kaufmännischen Bereich, wie Greif weiss. Doch: «Arbeitgeber werden langsam zurückhaltender und beobachten die Auftragslage genau, bevor neue Anstellungen bewilligt werden.»