Dietikon

Die Bahnen dieser Minigolfanlage gehören zu den schwierigsten der Schweiz – und für jede gibt es den richtigen Ball

Beim Minigolfpark Mühlematt übt der Minigolf-Club Mühlematt Dietikon für die bevorstehenden Turniere.

Die Knie sind leicht angewinkelt, der Schlägerkopf ruht neben dem Ball. Mit einem gezielten und gut dosierten Schlag wird der Ball über die Bande am Hindernis vorbeigespielt und landet direkt im Loch. Kurt Hagenbuch lächelt und sagt: «Es wäre schön, wenn das immer klappen würde.»

Der bald 90-Jährige ist das älteste Mitglied des Minigolf-Clubs (MC) Mühlematt. Der Verein durfte kürzlich bei der jährlich ausgetragenen Dietiker Meisterschaft sein 50-jähriges Bestehen feiern. Zum Jubiläum erhielten alle Teilnehmer einen speziellen Ball mit dem Vereinslogo darauf. Dieser ist nur einer von vielen, die von den Minigolfspielern in einer kleinen Tasche auf der Anlage mitgetragen werden. «Die verschiedenen Bälle verhalten sich alle unterschiedlich. So gibt es für jede Bahn einen, der besonders gut rollt», erklärt Heidi Frei. Die Dietikerin trat 1972 dem MC Mühlematt bei und wurde sechs Jahre darauf Schweizer Meisterin. «Als ich dann Kinder bekam, hörte ich mit dem Spielen auf und ich habe erst vor sechs Jahren wieder damit begonnen», sagt sie. Das Spiel, insbesondere die Schläger, die Bälle und die Bahnen haben sich über die Jahre stark verändert. «Bei meinem Neustart musste ich beinahe von vorne beginnen», sagt sie.

Der MC Mühlematt zählt momentan 38 Mitglieder, wobei etwa 19 aktiv spielen. Die meisten Spieler gehören zu den Seniorinnen und Senioren. «Wie allen Minigolf-Vereinen fehlen uns ein wenig die jüngeren Mitglieder», sagt Frei. Das erkläre sich auch mit dem hohen zeitlichen Aufwand, der geleistet werden muss, wenn man bei den Besten mitspielen will. «Man sollte auf allen Turnierbahnen üben und wissen, wie sie laufen und welcher Ball am besten passt.»

Die Bahnen der Minigolfanlage Mühlematt gehören zu den schwierigsten der Schweiz. Hier treffen sich die Mitglieder des MC Mühlematt mindestens einmal die Woche, um miteinander zu spielen. Wenn das Wetter gut ist oder ein Turnier ansteht, wird häufiger geübt. «Eine Lieblingsbahn habe ich nicht, aber es gibt schon einige, die ich weniger gerne spiele», sagt Ursi Karpf. Dazu gehört zum Beispiel der «Vulkan». Karpf ist seit fünf Jahren im Verein und gibt zu, dass die Trefferquote auch von der Tagesform abhängig ist. Das sieht auch Erika Steiner so. Die Kassiererin des Vereins hat lange nicht an Turnieren teilgenommen. «Meine Nerven machen dann nicht richtig mit und vermasseln mir ein gutes Resultat», sagt sie.

Heidi Frei reist an fast jedes Turnier. Diese sind in der ganzen Schweiz verteilt und zwei Mal im Jahr geht es sogar nach Spanien. «Neben dem Sport steht an den Turnieren auch die Freundschaft im Mittelpunkt. Dort treffen wir Bekannte, die wir sonst das ganze Jahr über nicht sehen.» Minigolf sei allgemein ein sehr sozialer Sport. Von jung bis alt können alle mitspielen und es ist jeder willkommen. «Wir sind wie eine grosse Familie.»

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Autor

Sebastian Schuler

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