Das "Basler Modell" beinhaltet, dass Eltern unter Androhung von Busse verpflichtet werden können, bei der Erhebung der Sprachkenntnisse ihrer Kinder mitzuhelfen. Wie gut ein Kind Deutsch kann, wird 18 Monate vor Eintritt in den Kindergarten geklärt.

Bei Förderbedarf werden Eltern verpflichtet, ihrem Nachwuchs für zwei Halbtage pro Woche einen Platz in einer anerkannten Sprachförderungs-Kita zu suchen. Die Kosten dafür trägt in Basel-Stadt der Steuerzahler.

«Später bei der Sozialhilfe sparen»

Hätte die SP mit ihrem Vorstoss Erfolg gehabt, wäre dies auch im Kanton Zürich der Fall gewesen: Rund 20 Millionen Franken hätte dieses Angebot pro Jahr zusätzlich gekostet.

Für die SP gut investiertes Geld. "Dieses Geld können wir später bei der Sozialhilfe sparen", sagte Monika Wicki (Zürich). Auch die Grünen, die AL und die EVP unterstützten den Vorstoss.

Für die Bürgerlichen ist dieses Modell jedoch untauglich. Die SVP kritisierte vor allem, dass die Kosten dem Staat aufgebürdet werden. "Man müsste die fremdsprachigen Eltern dazu verpflichten, diese Belastung zu übernehmen und nicht alles der Allgemeinheit anzulasten", sagte Rochus Burtscher (Dietikon).

EDU: Rückstände werden nicht aufgeholt

Auch die FDP stimmte dagegen. Die Erfahrungen in Basel hätten gezeigt, dass später in der Primarschule gar nicht wie erhofft weniger "Deutsch als Zweitsprache"-Unterricht (DAZ) nötig gewesen sei. Zudem gebe es auch heute schon in vielen Zürcher Gemeinden gute Angebote, gemeinsam mit den Eltern oder ohne.

Auch die EDU kritisierte das "Basler Modell" als erfolglos. Es gebe keine Belege dafür, dass die sprachlichen Rückstände aufgeholt werden könnten, sagte Hans Egli (Steinmaur). "Viel Geld ausgeben aber keinen Ertrag ernten", fasst er das Konzept zusammen.

Auch Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) war gegen die Parlamentarische Initiative der SP. Es sei unbestritten, dass Deutschkenntnisse wichtig seien. Die Regierung wolle aber einen breiteren Ansatz und sich nicht nur auf die Deutschförderung beschränken.