Der FC Muri hatte es im Spiel gegen den FC Dietikon besonders eilig, jeweils zu Beginn der Halbzeiten zu zeigen, wer denn Herr im Hause ist. Gingen die Freiämter in Halbzeit eins bereits nach knapp 90 Sekunden in Front, dauerte es nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte gerade mal 25 Sekunden, bis es im Tor von Dietikon ein viertes Mal klingelte. Es waren Situationen, die bezeichnend waren für den Auftritt von Trainer Goran Iveljs Mannschaft. Entweder man war zu unkonzentriert wie bei den beiden frühen Toren, oder die Defensive des FC Dietikon liess Muri zu einfach gewähren. Kurz gesagt: Der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften an diesem Sonntagnachmittag war schlicht und einfach riesig.

So sah es nach Spielschluss auch ein erstaunlich gefasster Dietikon-Trainer Ivelj: «Wir hatten heute im Vergleich zum Gegner einfach viel weniger Qualität auf dem Platz. Das muss man einfach zugeben. Hinzu kommt, dass wir neben vielen Verletzten auch eine Negativserie zu bewältigen haben, sodass wir es irgendwie wieder hinkriegen müssen, eine positive Einstellung auf den Platz zu kriegen und wieder in einen positiven Lauf zu kommen.»

Das Meisterschaftsspiel in Muri kann aktuell als kleiner Tiefpunkt bezeichnet werden. Hinten zu löchrig, vorne zu wenig präsent und durchschlagskräftig. Dass der FC Dietikon aus drei Chancen im Match zwei Tore machte, darf noch als positivster Punkt betrachtet werden. Dietikons Coach gab sich wohl auch deshalb gelassen, weil er weiss, wo er ansetzen muss. Es ist klar, dass der FC Dietikon momentan nicht auf den Platz bringt, was ihn sonst auszeichnet: ein gepflegtes, direktes Offensivspiel.

Längerfristiger Ausfall

Ivelj musste in der Schlussphase neben den vielen Gegentoren noch einen weiteren Ausfall auf der Spielerliste verzeichnen. Marjan Jelec, der umsichtige Mittelfeldspieler, lag nach einem Zweikampf schreiend auf dem Platz und musste vom Feld getragen werden. Der Ferndiagnose zufolge muss Dietikon wohl mit einem weiteren längerfristigen Ausfall rechnen.

Obwohl beim FC Dietikon gerade viel Negatives zusammenkommt, steht er in der Tabelle noch auf Platz 6. Doch der aktuelle Negativlauf sollte bald gestoppt werden. Sonst könnte diese Saison für Ivelj und Co. düster enden. Ein Sieg kommenden Samstag im Heimspiel gegen Wangen bei Olten wäre mehr als hilfreich, um dieses Szenario zu vermeiden.