Katja Blanc wuchs in Dielsdorf auf und absolvierte nach der Schule eine KV-Ausbildung auf dem Notariat. Nach drei Jahren Berufspraxis entschloss sie sich für ein zweijähriges Notaren-Studium im Vollpensum und arbeitete in den Semesterferien im Lehrberuf (Notar-, Grundbuch- und Konkursamt) – um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

Nach zwei Jahren Studium realisierte die damals 26-Jahre, dass sie beruflich sozusagen auf dem falschen Dampfer war. Viel lieber wollte sie in die Lüfte abheben und sich als Flight-Attendant bei der Swissair bewerben. Gesagt, getan. Seit 1999 befindet sich ihr Arbeitsplatz hoch über den Wolken. Oft sind es Langstreckenflüge in Airbussen, welche Passagiere und Crew in elf Stunden nach Bangkok oder Hongkong bringen. Der Rückflug dauert eine Stunde länger.

«Asien ist meine Lieblingsdestination, für die ich mich am häufigsten eintrage, jedoch viel zu wenig eingeteilt werde. Bangkok ist nämlich auch das Wunschziel vieler Kollegen, weil man hier zwei Nächte bleiben kann und die Wartezeit für wohltuende Wellness, feines Essen und günstiges Shoppen nutzen kann», erklärt die 42-Jährige. Je nach Flugzeugtyp arbeiten zwischen vier bis zehn Flight-Attendants sowie zwei bis drei Piloten an Bord.

Fliegerei liegt in den Genen

Häufig wird Katja Blanc auch auf der Nordatlantik-Route eingeteilt, was einmaliges Übernachten bedeutet und ihr ein kleines bisschen weniger Spass macht. Trotzdem sagt sie: «So oder so, ich liebe meinen Job über alles, besonders seitdem ich nur noch 50 Prozent arbeite. Ich habe einen lässigen Traumberuf. Irgendwie muss die Liebe zur Fliegerei wohl in den Genen liegen, denn die ganze Familie ist in irgendeiner Art damit verbunden».

Beim Grounding der Swissair hatte Katja Blanc das Glück, praktisch nahtlos übernommen zu werden, weil sie schon drei Jahre auf ihrem Beruf tätig war. Seit der Geburt von Damaris hat sie ihr Arbeitspensum um die Hälfte reduziert und fliegt nur noch jeden zweiten Monat.

In dieser Zeit kümmert sich Papa Marcel um das gemeinsame Töchterchen. Oder die Grossmutter hilft. «Wenn Oma da ist, findet Damaris das super, weil sie dann nach Strich und Faden verwöhnt wird. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn unsere Flugpläne nicht miteinander korrespondieren. Weil mein Mann Pilot ist, sind gewisse Schnittpunkte unvermeidlich», erläutert sie.

Vernarrt in «Macchia»

Zum Haushalt gehört auch noch ein vierbeiniges Mitglied, nämlich die neunjährige Katze «Macchia», was italienisch Fleck bedeutet und in die alle vernarrt sind. Seit 2006 Jahren wohnt die kleine Familie in Urdorf und fühlt sich pudelwohl.

Donnerstags verabredet sich Katja Blanc mit gleichgesinnten Kolleginnen im Zentrum zum Kaffeetrinken und montags geht sie zum Pilates-Training ins Physio-Fitness. In Zukunft will die 42-Jährige gerne Freiwilligenarbeit in einem Tierheim leisten und erklärt:» Ich liebe Hunde und Katzen besonders und möchte mich dafür einsetzen, dass es ihnen besser geht.»