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«Der Wettbewerb wird immer grösser»

Das Spital Limmattal hat eine neue Strategie und einen Businessplan verabschiedet. Die grösste Richtungsänderung in der verabschiedeten Strategie sit die Abkehr von dem, was man noch Anfang letzten Jahres wollte.

Sozusagen «Back to the Roots» wolle man mit der neuen Strategie, sagt Markus Bärtschiger, Verwaltungsratspräsident des Spitals Limmattal. Die grösste Richtungsänderung in der verabschiedeten Strategie sei die Abkehr von dem, was man noch Anfang letzten Jahres wollte.

Damit spricht Bärtschiger einerseits die Teilprivatisierungsstrategie an, die im Jahr 2010 viel Unmut ausgelöst hat. Andererseits, so der Spitalpräsident, habe man sich auch vom Ziel eines «doch ziemlich aggressiven Wachstums» verabschiedet, welches man damals anvisioniert habe. Heute tönt das Ganze einiges anders: «Wir wollen ein sehr stark regional verankertes Spital sein, welches ein breites Leistungsangebot anbietet», sagt Bärtschiger.

Einzugsgebiet wird grösser

Noch vor einem Jahr hat sich der damalige Verwaltungsrat die zukünftige geografische Öffnung des Einzugsgebiets für das Spital einiges ambitionierter vorgestellt: Damals wollte man unter anderem auch die Stadt Zürich miteinbeziehen. Heute wird dies nicht mehr als realistisch angesehen. Trotzdem soll das Einzugsgebiet vergrössert werden. Während sich Patienten ab dem nächsten Jahr ihr behandelndes Spital frei aussuchen können, will sich das «Limmi» ab dann nebst dem Limmattal und dem Furttal als Kerngebiete auch auf die ausserkantonalen Gebiete des aargauischen Limmattals bis zur Baregg und die Regionen Richtung Zug konzentrieren.

Um Patienten aus diesen Gebieten zu gewinnen, will man zwar nicht gerade eine Marketingkampagne fahren, wie Bärtschiger sagt. Doch: «Der Wettbewerb wird immer grösser. Deshalb müssen wir unser Stammland aktiv bewirtschaften.» Dies soll vor allem geschehen, in dem man die zuweisenden Ärzte in den neuen Gebieten mit den entsprechenden Informationen versorgt.

Um sich einen Standortvorteil zu verschaffen, hat das Spital Limmattal jedoch noch einiges mehr auf Lager. So wolle man «eine gewisse Federführung» im Bereich der Vor- und Nachbehandlung übernehmen, sagt Bärtschiger. Dazu lege man besonderen Wert auf den gesamten Behandlungsprozess, mit speziellem Augenwerk auf den Austrittsprozess. Der Bereich Pflege ist zwar neu Sache der Gemeinden. Doch: «Wir wollen die Gemeinden nicht einfach im Regen stehen lassen», sagt Bärtschiger. Man bemühe sich darum, ganzheitliche Lösungen zu finden, damit sich keine Pflegelücke öffne. «Hier können wir uns als mittelgrosses Spital profilieren», betont Bärtschiger. Ein grosses Spital wie das Zürcher Unispital habe da weniger Möglichkeiten.

«Upgrade» für Zusatzversicherte

Neu in der «Limmi»-Strategie ist auch, dass das Spital seine Attraktivität mit «Upgrades im medizinischen Bereich und dem Hotelleriebereich» steigern will, wie es heisst. Dazu sollen mit «geeigneten Partnern» - sprich Krankenkassen - spezielle Angebote für Zusatzversicherte entwickelt werden. Dass der Hotelleriebereich aufgrund des Gebäudealters gewisse Defizite aufweise, wolle man in anderen Bereichen wettmachen, sagt der Spitalpräsident. «Wir wollen mit sehr guten medizinischen Leistungen punkten, indem wir beispielsweise Patienten besseren Zugang zu Chefärzten verschaffen», sagt Bärtschiger. Dies natürlich gegen einen entsprechenden Aufpreis für nicht zusatzversicherte Patienten.

Daneben verfolgt das Spital Limmattal weiterhin «klar die Absicht, einen Neubau zu realisieren», wie es in einer gestern verschickten Mitteilung zur neuen Strategie heisst. Wie der Businessplan verdeutlicht, soll der Neubau eigenständig finanziert werden. Mit den im Rahmen des ab 2012 gültigen Spitalplanungs- und finanzierungsgesetztes erwirtschafteten Mitteln wird das nötige Eigenkapital aufgebaut. Daneben soll so sogar noch genügend übrigbleiben, um die bis zum Neubau nötigen Investitionen in die bestehende Infrastruktur zu finanzieren.

Diese gute Aussicht basiere nicht bloss auf einer Hoffnung, betont Bärtschiger. «Wir haben sehr sinnvolle und auch konservative Annahmen gemacht.» Wenn auch noch nicht alle Details endgültig definiert seien, so sei man doch der Meinung, das Neubauprojekt lasse sich stemmen, sagt Bärtschiger.

Die öffentliche Delegiertenversammlung des Zweckverbands findet am 28. September um 19 Uhr im Bühnensaal des Spitals Limmattal statt.

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