Als letztes haben die Dietiker Samariter nach ihren Kollegen aus Schlieren und Uitikon den Bettel hingeschmissen und sich per Ende 2011 aufgelöst. Wie viele Vereine kämpfen auch die Samariter vielerorts mit Nachwuchssorgen. Unbegreiflich für Urs Luginbühl, Vizepräsident des Samaritervereins Urdorf. Rund 65 aktive Samariter üben dort regelmässig, Leben zu retten. Was machen die Urdorfer also richtig?

«Für das Fortbestehen eines Vereins ist ein guter Altersmix wichtig. Unsere jüngeren Mitglieder stecken ab und zu ihre Kollegen mit dem Samaritergedanken an. Darum haben wir kaum Nachwuchssorgen», sagt Luginbühl. Mit «jünger» meint der 64-jährige Nothelfer, der sich schon länger als sein halbes Leben im Samariterverein engagiert, 30- bis 50-Jährige.

Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die Mannstärke. Da der Verein viele Mitglieder zähle, könnten auch Vorstandspositionen, die mit Arbeit verbunden sind, besetzt werden. Ausserdem sei das Präsidium in den richtigen Händen, sagt Luginbühl. Berti Weber führe den Verein zuverlässig und bringe gute Stimmung in die Reihen der Nothelfer. Niemand reibe sich an Kleinigkeiten. Machtkämpfe seien kein Thema. Weber führe demokratisch, fair und konstruktiv.

Jeder macht, was er gerne tut

Zudem seien die Arbeitsteilung und die Kompetenzabgrenzung zwischen den Vereinsorganen gerecht und gut ausgearbeitet. Auch die Rückmeldekultur werde gepflegt, sodass organisatorische Ärgernisse und Missverständnisse minimiert würden, erklärt Luginbühl. «Jeder im Verein macht, was er gerne tut und was seinen Fähigkeiten entspricht», fasst Luginbühl das Erfolgsrezept zusammen.

An den monatlichen Treffen werden Wissen und Praxis für lebensrettende Nothilfemassnahmen aufgefrischt und vertieft – ein ernstes Thema. Doch an Übungen, Sitzungen und anderen Veranstaltungen werde auch immer eine Spasskomponente eingebaut, erklärt Luginbühl. So liessen es sich die Urdorfer Samariter nicht nehmen, vor kurzem einen Nachmittag im Altersheim hilfsbedürftige Menschen im Rollstuhl umherzuschieben.

«Miteinander und füreinander»

Doch die wichtigste Zutat im Erfolgsrezept der Urdorfer: Die Samariter seien für ihn viel mehr als ein Verein, gesteht Luginbühl. «Wir sind auch einfach Freunde, die ihre Freizeit gerne zusammen verbringen.» Darum sein Rat an andere Nothelfervereine: «Versucht, angelehnt am Samaritergedanken, nicht nur miteinander, sondern auch füreinander da zu sein.» Ein Gemeinschaftsgefühl, in dem der Einzelne aufgehen könne sei nebst dem Vermitteln von gegenseitiger Freude das Wichtigste für einen erfolgreichen Verein.