Von Uitikon nach Afrika: Das ist die grobe Reiseroute der Velos, die am Üdiker Früehligsmärt gesammelt werden. Konkret sollen diese nach Tansania, Madagaskar, Burkina Faso, Gambia, Ghana und in die Elfenbeinküste verschifft werden. Es ist das erste Mal, dass Organisatorin Barbara Huber von der Uitiker Kultur- und Freizeitkommission das Sammel-Experiment wagt. «Ich bin gespannt, was alles zusammenkommt», sagt sie.

Die Idee entstand an einer Veranstaltung, als sie zum ersten Mal mit der Organisation Velafrica in Berührung kam. Diese sammelt ausgediente Velos, repariert sie in Sozialeinrichtungen in der Schweiz und verschifft sie schliesslich nach Afrika zu ihren Partnern. Diese nehmen die Räder in Empfang, halten sie in Schuss und verkaufen sie der lokalen Bevölkerung. Velafrica versandte im Herbst das 200'000. Velo nach Afrika.

Velo gilt als Luxusgut

Huber hat selbst erlebt, welchen Unterschied ein Fahrrad in einem Entwicklungsland macht. «Ich brachte bereits zwei Velos nach Kuba. Dort wurden sie wie Familienmitglieder gehegt und gepflegt», sagt sie. In Entwicklungsländern sei ein Fahrrad ein Luxusgut, das das Leben sehr erleichtere. «Es ist eine gute Sache», sagt Huber. Sie hofft, dass die Uitiker diesen Samstag nicht nur mit vollen Taschen nach Hause gehen, sondern auch die Gelegenheit nutzen, verstaubte Velos aus dem Keller zu holen und für einen guten Zweck loszuwerden.

Marke, Grösse oder Zustand der Fahrräder spielen dabei keine Rolle. Auch wenn sie einen Platten oder keinen Sattel haben, sind sie willkommen an der Sammelstelle hinter dem Üdiker-Huus: «Wir nehmen alles, was irgendwie nach Velo aussieht», sagt Huber. Die kaputten Fahrräder werden wieder flott gemacht oder dienen als Ersatzteillager für die Velos in Afrika.

20 Stände am Frühlingsmarkt

Der Markt in Uitikon wird bereits seit rund 25 Jahren durchgeführt. In dieser Zeit wurde er immer beliebter. «Ich musste mich bemühen, dass ich dieses Jahr für alle Verkäuferinnen und Verkäufer ein Plätzchen gefunden habe», sagt Huber. Grund dafür sei wohl auch, dass der Stand kostenlos ist und bereits fixfertig dastehe. Das Aufstellen übernimmt die Feuerwehr Uitikon. Diese arbeitet wie Huber ehrenamtlich für das Fest. Die Organisation des Events gebe viel zu tun: «Doch es ist eine befriedigende Arbeit», sagt sie. Huber ist in Uitikon aufgewachsen, deshalb liegt ihr das Dorf auch sehr am Herzen. «Es ist mir wichtig, dass etwas läuft hier», sagt sie. Für den Früehligsmärt hofft sie nebst gutem Wetter und zahlreichen Kunden auch, dass die Premiere mit der Velo-Sammelaktion gut anläuft, sodass künftig einige Uitiker Velos durch Afrika kurven werden.