Der Start der zweiten Bauetappe der Limmattalbahn rückt näher: Am 2. September geht es los. Diese Etappe umfasst die Strecke zwischen dem Bahnhof Zürich Altstetten und dem Zürcher Farbhof sowie die Strecke von der Geissweid Schlieren bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach. Damit betrifft sie ein wesentlich grösseres Gebiet und wird voraussichtlich zu mehr Verkehrseinschränkungen führen als noch die erste Bauetappe. Deshalb ist es den Limmattalbahn-Verantwortlichen wichtig, die Bevölkerung möglichst gut zu informieren. Sie führen zurzeit verschiedene Infoanlässe durch. Am Dienstagabend gastierten sie in der Kantonsschule Limmattal, um die Schlieremer und Urdorfer Bevölkerung darüber zu informieren, wie die Bauarbeiten in Urdorf und Schlieren ablaufen werden. Über 50 Personen nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren.

In Ost-West-Richtung ist die Badenerstrasse zwischen der Schlieremer Geissweid bis zur Badenerstrasse 117 (kurz nach der sich im Bau befindlichen neuen Stadtsiedlung Reitmen) der erste Abschnitt. Da dieser von den Bauarbeiten her aber vergleichsweise einfach ist, beginnen hier die Bauarbeiten noch nicht diesen Herbst, sondern erst im Juli 2020. Und sie dauern nur bis März 2021. Da die Strasse verhältnismässig breit ist, soll sie auch während der Bauzeit grundsätzlich stets in beide Richtungen befahrbar sein. Klassisches Baustellen-Feeling kommt trotzdem auf: Zuerst wird auf der Nordseite der Strasse gebaut und im Süden fliesst der Verkehr. Danach wird auf der Südseite gebaut und im Norden fliesst der Verkehr. Und zum Schluss wird in der Mitte gebaut, derweil der Verkehr wieder rechts und links davon verkehrt.

So wird der Tunnel gebuddelt

An die Badenerstrasse schliesst der Färberhüslitunnel an, dessen Bau im September 2019 beginnt. Er dauert bis November 2021. Der Tunnel führt von der Badener- zur Färberhüslistrasse beim Spital. Auch hier sollen sich die Beeinträchtigungen für Anwohner in Grenzen halten. Baulärm soll es hauptsächlich zu Beginn der Arbeiten geben: Zuerst wird von der Oberfläche Erde abgetragen. Sobald die richtige Tiefe erreicht ist, werden Bohrpfähle im Boden angebracht: Es werden Löcher gebohrt, die mit Beton aufgefüllt werden.

Auf diesen Bohrpfählen wird der Tunneldeckel angebracht. Ab dann ist die Tunnelbaustelle nach oben hin abgeschlossen und die Immissionen von den Bauarbeiten halten sich wieder in Grenzen. Unter dem Deckel wird die restliche Erde weggebuddelt und der Tunnel fertiggestellt. Der Deckel wird frühzeitig zugeschüttet, je nach Ort beträgt die Aufschüttung zwischen einem halben Meter und zwei Metern. Mancherorts ist die Baustelle also nicht einmal mehr zu sehen.

Einbahnregime in der Spitalstrasse

Der nächste Bauabschnitt geht vom südlichen Tunnelportal über die Färberhüslistrasse und die Spitalstrasse bis zur Stadtgrenze Schlieren/Urdorf, wo die Strasse In der Luberzen beginnt. Hier beginnen die Arbeiten im September 2019 und dauern bis Juni 2020. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 kommt es in diesem Bereich zu einem Einbahnregime. Damit trotzdem alles erreichbar bleibt, werden Spital-, Bundental- und Schönenwerdstrasse dann als kleiner Grosskreisel dienen – voraussichtlich ein halbes Jahr lang.

Eine Fahrt auf der Strecke der geplanten Limmattalbahn, inklusive Haltestellen:

Von Killwangen nach Baden – eine Fahrt auf der Strecke der geplanten Limmattalbahn, inklusive Haltestellen

Wie die Arbeiten am Färberhüslitunnel und der Spitalstrasse beginnen auch die Arbeiten an der Strasse In der Luberzen im September. Die Strasse führt unter anderem an der Kantonsschule Limmattal vorbei, mitten durch das Wirtschaftsgebiet Urdorf Nord.

Wie auf der Badenerstrasse wird der Verkehr auch während der Bauzeit in beide Richtungen fahren können. Hierfür wird das heutige südliche Trottoir in einer ersten Phase mit einem provisorischen Asphaltbelag überdeckt. Danach wird auf der Nordseite die neue Strasse gebaut. Ist diese fertig, besteht für die Autos bereits der Endzustand und südlich der Strasse können dann die Gleise gebaut werden.

Vollsperrung im Sommer 2021

Im Oktober 2019 beginnen die Arbeiten ganz im Westen der Strasse In der Luberzen sowie auf der Birmensdorferstrasse bis zum Herweg-Knoten, wo Urdorf an Dietikon grenzt. Für diese besonders wichtige beziehungsweise viel befahrene Kreuzung gibt es mehrere Bauphasen, die letzte endet im Oktober 2021. Insbesondere wird die Brücke über die Autobahn erneuert. Dafür muss sie aber nicht zuerst abgerissen werden: Nur der Oberbau, insbesondere der Belag, soll ersetzt werden. Zudem wird eine neue Fussgängerbrücke über die Autobahn gebaut. Im Sommer 2021 kommt es dann zu einer grossen Einschränkung. Für zwei bis vier Wochen gibt es eine Vollsperrung der Birmensdorferstrasse. Der Verkehr wird dann über die Strasse In der Luberzen, den Grossherweg und die Urdorfer Schlierenstrasse geführt – so wie es sich die Urdorfer gewöhnt sind, lässt sich sagen. Bereits als der südliche Teil der Birmensdorferstrasse saniert wurde, kam diese Umleitung zur Anwendung.

Die Vollsperrung der Birmensdorferstrasse ist nötig, um den Betonkreisel zu bauen, der die Kreuzung von Birmensdorferstrasse und der Strasse In der Luberzen ersetzt. Kreisel wie dieser – die Limmattalbahn wird mitten über den Kreisel fahren – werden mit Rotlichtern ausgestattet. Das ist man sich von Kreiseln sonst kaum gewöhnt. Im Limmattal ist das künftig aber ein normaler Teil des Strassenbilds.

Im Rahmen der Limmattalbahn-Bauarbeiten soll auch die Situation beim Autobahnknoten Urdorf Nord verbessert werden. Mehrere Autobahn-Ein- und Ausfahrten sollen jeweils eine zusätzliche Spur erhalten. Auch zusätzliche Einbiegespuren sind geplant, damit der Verkehr besser fliesst.

Wenn am 2. September die zweite Bauetappe startet, wird auch das Zürcher Tram 2 bis nach Schlieren Geissweid fahren. Das wird anlässlich des Schlierefäschts «Schliere lacht» gefeiert werden. Einen Meilenstein für den Betrieb der Linie verbuchte die Limmattalbahn am 16. Juni: Dann wurde zu Testzwecken erstmals Strom auf die Fahrleitungen gegeben – mit Erfolg.

Zu Beginn der Informationsveranstaltung in Schlieren verliehen unter anderem der Kanti-Prorektor Andreas Messmer, der Limmattalbahn-Verwaltungsratspräsident Hans Egloff, der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger und der Urdorfer Gemeinderat Danilo Follador ihrer Vorfreude auf die Limmattalbahn Ausdruck. «Mit der Limmattalbahn kommen wir noch näher an die Stadt», sagte Follador. Die Limmattalbahn sei «wichtig für die Entwicklung des Gebiets Urdorf Nord», sagte Follador weiter. «Sobald die Limmattalbahn fährt, wird Urdorf Nord der am besten erreichbare Wirtschaftsraum des Limmattals sein», so Follador.