Aesch

Der Platz reicht nicht mehr: Erweiterungsbau muss erweitert werden

Der Erweiterungsbau soll eine Etage mehr erhalten.

Der Erweiterungsbau soll eine Etage mehr erhalten.

Die Primarschule Aesch gelangt unerwartet schnell an ihre Kapazitätsgrenze: Es sind zu viele Kinder mit denselben Jahrgängen zugezogen.

Erst 2015 ist der Erweiterungsbau der Primarschule Aesch eingeweiht worden. Nun wird bereits eine Aufstockung des Gebäudes geplant, die am Ende rund eine Million kosten wird. Die Gemeindeversammlung hat am Mittwochabend als ersten Schritt oppositionslos einen Projektierungskredit über 100'000 Franken bewilligt.

Der Erweiterungsbau sei so konzipiert worden, dass sich auf dem Flachdach problemlos ein weiteres Geschoss errichten lasse, sagte Liegenschaftenvorstand Thomas Gut (parteilos). Denn angesichts des Bevölkerungswachstums hatte die Behörde damit gerechnet, dass eine Aufstockung dereinst ein Thema wird. Dass sie bereits jetzt erfolgen muss, ist aber auf eine unvorhersehbare statistische Entwicklung zurückzuführen: Es sei eine Frage der Verteilung der Jahrgänge, erklärte Gut.

«Es sind vor allem Familien mit kleinen Kindern im Alter zwischen ein und vier Jahren zugezogen.» Dies führe nun dazu, dass im nächsten Sommer sowie in den beiden darauffolgenden Jahren jeweils gleich 30 Kinder in den Kindergarten kommen. Bislang waren es weniger als 20.

«In allen bestehenden Klassen hätten wir noch Platz gehabt, um ein gewisses Wachstum bei den Schülerzahlen vorerst abzufedern», führte Gut weiter aus. Doch unter den Neuzuzügern befanden sich kaum Schulkinder, dafür umso mehr kleinere Kinder.

Auf dem Flachdach des Erweiterungsbaus sollen nun zwei Klassenzimmer und ein Gruppenraum erstellt werden. Mit dem bewilligten Kredit wird ein Bauprojekt erarbeitet. Gemäss Gut werden die Aescher Stimmberechtigten im November oder Dezember 2020 über den Baukredit befinden können.

Die Erweiterung des Erweiterungsbaus wird gemäss Angaben der Primarschule rund eine Million Franken kosten. Gemäss Rechnungsprüfungskommission (RPK) ist der Bedarf für den Bau ausgewiesen. Sie pocht aber darauf, dass es bei dieser Million bleibt, wie Ivo Vögeli sagte. Und dies inklusive der in den Augen der RPK teuren Projektierung.

Trotz strukturellem Defizit bleibt Steuerfuss tief

Der Aescher Gesamtsteuerfuss bleibt auch im Jahr 2020 bei 87 Prozent. Der Ansatz ist im Bezirk weiterhin der zweittiefste, kantonsweit rangiert die Gemeinde in den Top 20. Die Politische Gemeinde belässt ihren Steuerfuss unverändert bei 28 Prozent, die Primarschule ihren bei 38 Prozent.

Die Gemeindeversammlung hiess beide Budgets unverändert und ohne Gegenstimmen gut. Die Sekundarschule Birmensdorf-Aesch hatte ihren Ansatz bereits am Abend zuvor bei 21 Prozent belassen.

Eine Steuerfusserhöhung ist bei der Politischen Gemeinde auf Jahre hinaus nicht zu erwarten, obwohl sie hohe Investitionen plant – etwa 17 Millionen Franken für Doppelturnhalle und Mehrzweckgebäude. «Frühestens 2024 könnte eine Anhebung allenfalls ein Thema werden», sagte Finanzvorstand Diego Bonato (SVP).

Derzeit profitiert die Gemeinde von der regen Bautätigkeit: Die Grundstückgewinnsteuern drehen auch das Budget 2020 wieder deutlich ins Plus: Die Gemeinde geht davon aus, dass Einnahmen in Höhe von 3 Millionen Franken realistisch sind. Im laufenden Jahr waren 1,5 Millionen eingestellt, von 2012 bis 2015 konnten durchschnittlich knapp 450'000 Franken verbucht werden.

Dank der hohen Grundstückgewinnsteuern resultiert im Budget 2020 unter dem Strich ein grosses Plus von 2,46 Millionen Franken. Der Gemeinderat nutzt dies, um eine finanzpolitische Reserve in Höhe von 2,4 Millionen Franken anzulegen, die zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgelöst werden kann. Damit verbleibt – bei einem Gesamtaufwand von 8,1 Millionen Franken – ein kleines Plus von 62000 Franken.

Würden die Grundstückgewinnsteuern nicht fliessen, würde Aesch rote Zahlen schreiben. Die Gemeinde weist damit ein strukturelles Defizit aus, wie Bonato weiter ausführte. «Dennoch ist keine Steuerfusserhöhung nötig, wir können den Ansatz so tief halten, wie er ist.»

Die Primarschule erwartet 2020 ebenfalls ein kleines Plus. Ihr Budget sieht bei einem Gesamtaufwand von 3,2 Millionen franken einen Ertragsüberschuss von 38000 Franken vor.

Die 85 anwesenden Stimmberechtigten hiessen zudem die neuen Gesellschaftsverträge der Gruppenwasserversorgungen Amt und Amt-Limmat-Mutschellen sowie die Einbürgerung eines deutschen Paares gut.

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