Dietikon

«Der letzte juristische Meilenstein»: Bund bewilligt umstrittenes Depot der Limmattalbahn in Dietikon

Auf Acker Wiese Feld Gebiet Standort Müsli ist das Depot für die Limmattalbahn geplant. Das Feld gehört zu Dietikon und grenzt an Spreitenbach. Bahndepot Tramdepot.

Auf Acker Wiese Feld Gebiet Standort Müsli ist das Depot für die Limmattalbahn geplant. Das Feld gehört zu Dietikon und grenzt an Spreitenbach. Bahndepot Tramdepot.

Die Plangenehmigungsverfügung liegt vor. Die Bauarbeiten sollen im Mai 2020 beginnen.

«Es fällt uns ein riesiger Stein vom Herzen», sagt Daniel Issler. Der Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn freut sich, dass er gestern vom Bundesamt für Verkehr die Plangenehmigungsverfügung für das Bahndepot auf dem Dietiker Gebiet Müsli – beim Rangierbahnhof, an der Grenze zu Spreitenbach – erhalten hat. «Es ist der letzte juristische Meilenstein, der noch fehlte. Er kam auf den letzten Drücker», sagt Issler. Schon im Mai soll der Bau starten.

Rein theoretisch wäre noch eine Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht möglich – nur ist niemand beschwerdeberechtigt. Denn mit sechs der neun Einsprecher konnte sich die Bahn aussergerichtlich einigen. Und auf drei Einsprachen wurde gar nicht eingegangen, insbesondere aus formellen Gründen.

Bereits 2015 hatte die Limmattalbahn ihr Gesuch für das Bahndepot beim Bund eingereicht. Doch damals lief noch das Zürcher Richtplanverfahren. Erst 2017 beschloss der Zürcher Kantonsrat den umstrittenen Richtplaneintrag – deutlich, aber gegen den Widerstand von SVP, EDU und Grünen. Erst mit diesem Entscheid konnte sich das Bundesamt für Verkehr (BAV) sicher sein, dass es das Verfahren nicht umsonst an die Hand nimmt. Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass die Plangenehmigung für das Depot noch mehr Zeit – nämlich fünf Jahre – in Anspruch nahm als die Plangenehmigung für die ganze 13 Kilometer lange Limmattalbahn-Strecke; das Gesuch für diese wurde nämlich 2013 eingereicht und 2017 bewilligt.

Die Genehmigung des Bahndepots enthält 54 Auflagen, die die Limmattalbahn beim Bau einhalten muss. Wie Issler gegenüber der «Limmattaler Zeitung» sagt, verändern diese Auflagen das geplante Depot aber nicht. «Die meisten Auflagen sind Umweltauflagen, die die Bauarbeiten betreffen. Zudem müssen wir zu einzelnen Projektbestandteilen noch detailliertere Pläne nachreichen.» Der Terminplan könne daher eingehalten werden, so Issler.

Bau des Depots für 40 Millionen Franken

Das heisst: Baustart im Mai 2020, Fertigstellung im Frühjahr 2022. So werden die ersten Testfahrten der Limmattalbahn vom Depot aus erfolgen können. Der Bau des Depots kostet rund 40 Millionen Franken, das Geld dafür ist in den bereits genehmigten Limmattalbahn-Krediten enthalten.

Während das Depot in Dietikon entsteht, führt die Zufahrtsstrecke von der Spreitenbacher Industriestrasse zum Depot. Die offenen Abstellplätze können 14 Limmattalbahn-Fahrzeuge fassen. Hinzu kommen ein Unterhaltsbereich, eine Waschanlage sowie Betriebs- und Personalräume. Grosse Reparaturen und Unterhaltsarbeiten wird die Limmattalbahn-Betreiberin AVA (Aargau Verkehr AG) nicht in Dietikon, sondern in ihren Anlagen in Bremgarten durchführen. Diese werden über die Gleise von Bremgarten-Dietikon-Bahn und Limmattalbahn mit dem Depot in Dietikon verbunden.

Anfang April wurden die grossen Bauaufträge fürs Depot vergeben. Für den Baumeister Hoch- und Tiefbau erhielten die Firmen Anliker AG und Richi AG den Zuschlag. Das Mandat Stahlbau und Gebäudehülle ging an die Firmen H. Wetter AG und Surber Metallbau AG. Die Projektierung und Bauleitung erfolgt durch die Firma Gähler und Partner AG. Für die Architektur ist das Büro 10:8 Architekten zuständig. Weitere kleinere Vergaben sollen in den nächsten Wochen erfolgen.

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