Spreitenbach

Der Kanton Aargau plant im Kreuzäcker gegen die Gemeinde Spreitenbach

Die Arbeitsplatzzone 1 Kreuzäcker (A1K) ist eine kantonale Planungszone. (Google Earth)

Die Arbeitsplatzzone 1 Kreuzäcker (A1K) ist eine kantonale Planungszone. (Google Earth)

Über das vorgesehene Industrie- und Gewerbegebiet Kreuzäcker hat der Kanton Aargau eine Planungszone verhängt. Die Begründung: Die Planung auf dem Gebiet an der Kantonsgrenze sei zu wenig koordiniert.

Auf dem Spreitenbacher Areal Kreuzächer, direkt neben dem Güterbahnhof Limmattal und der Ikea, soll gebaut werden. Involviert sind die Auto Limmattal AG und die Viessmann AG, die seit wenigen Tagen eine Baubewilligung dafür besitzt.

Doch so schnell werden die Baumaschinen nicht auffahren. Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat über das Areal eine Planungszone verhängt.

Teil der Parzelle liegt ausserhalb

Das Areal Kreuzäcker liegt am südöstlichen Rand der Gemeinde Spreitenbach. Von der Auseinandersetzung nicht betroffen ist die zum Gebiet Kreuzäcker gehörende Wohn- und Gewerbezone zwischen Industriestrasse und Landstrasse. «2008 haben wir das Gebiet eingezont», sagt Gemeindeammann Valentin Schmid.

Danach erarbeitete die Gemeinde den Erschliessungsplan. «Dabei haben wir die bestehende Strassenparzelle einbezogen.» Und hier liegt nun das Problem: Die Parzelle liegt teilweise ausserhalb des Baugebietes. Der Kanton verweigerte dem Erschliessungsplan seinen Segen. Zusätzlich hat er für das Areal eine Planungszone verfügt. Sie liegt zurzeit in der Bauverwaltung auf.

Planungszone auf fünf Jahre beschränkt

Der Kanton kritisiert in seinem Entscheid, dass die Planung in jenem Gebiet an der Kantonsgrenze nur wenig koordiniert sei. Er verweist auf den Gateway der SBB und den kantonsübergreifenden Limmattalpark. Die Absicht der Gemeinde, in der Zone Betriebe anzusiedeln, stellt der Kanton infrage. Mit der auf maximal fünf Jahre beschränkten Planungszone werden alle Aktivitäten auf dem Areal verboten, die «anstehende Planungsziele erschweren».

Wie genau es nun weitergeht, kann Gemeindeammann Schmid noch nicht sagen: «Wir sind wahrscheinlich die einzige Gemeinde im Aargau, in der die Kantonsverwaltung die Raumplanung macht.» Der Kanton werde eine Arbeitsgruppe einsetzen und die ganze Planung für das Areal noch einmal anschauen.

«Das könnte in einem neuen Zonenplan oder einem Gestaltungsplan enden.» Das Vorgehen des Kantons ist für Schmid umso unverständlicher, als dieser von drei Jahren noch beim Einzonungsverfahren involviert war: «Der Kanton wusste, was wir beabsichtigen.» Dass der Kanton auch die Limmattalbahn als Argument aufführt, kann Schmid nicht ganz nachvollziehen, weil diese Planung breit abgestützt sei.

Firmen wollen sich nicht äussern

«Bei uns behandelt die Rechtsabteilung das Thema», sagt Paul Koller, Leiter der Auto AG Limmattal auf Anfrage. Das Unternehmen hat in der Zone ein Grundstück im Baurecht erworben und will einen Stützpunkt bauen. Der Gemeinderat Spreitenbach beabsichtigte, die Baubewilligung zu erteilen. Bereits im Besitz der Baubewilligung ist die Viessmann AG. Das Unternehmen will zur Situation aber noch keine Stellung nehmen.

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