Kino
Der Hype um die 3-D-Filme ist vorbei - Kinobetreiber lässt das kalt

Schwertklingen, die den Kinobesuchern entgegenschnellen, plastische Ballone, die in den Himmel steigen – der Erfolg der 3-D-Filme war riesig. Doch auf den Hype folgt drei Jahre nach dem Comeback die Ernüchterung.

Katja Landolt
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Eine Junge schaut sich den Kino-Hit «Ice Age» mit einer 3-D-Brille an. Key

Eine Junge schaut sich den Kino-Hit «Ice Age» mit einer 3-D-Brille an. Key

Die 3-D-Kassenschlager fehlten, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden schweizweit 25 Prozent weniger Tickets für 3-D-Filme verkauft. Das zeigen die Zahlen des Branchenverbands Procinema («Der Sonntag» vom 5. August).

Betroffen davon ist auch der Dietiker Kinobetreiber Martin Romer. Er hat sein «Cinema Capitol» im Jahr 2010 auf 3-D umgerüstet und Digital-Projektoren gekauft – für rund 350000 Franken.

Trotz rückläufiger Umsätze will er nicht jammern, geschweige denn 3-D totsagen. «Viele Kinobetreiber klönen auf hohem Niveau», sagt Romer, so schlimm sei die Situation nicht.

Auf Biegen und Brechen auf 3-D

«3-D hat seine Faszination noch nicht verloren. Aber es ist ein Pflänzchen, dem man Sorge tragen muss», sagt Romer. Problematisch sei, dass Hollywood Filme auf 3-D umgepolt hat, die sich nicht dafür eignen. Romer weigert sich denn auch, jeden Film in 3-D zu zeigen.

«Wenn sich ein Film nicht dafür eignet, spiele ich ihn auf 2-D», sagt er und nennt als Beispiel den Kassenschlager «Intouchables», der in der Schweiz bisher erfolgreichste Film im Jahr 2012. «Einen solchen Film in 3-D zu zeigen, wäre ein Verbrechen.»

Gleichzeitig sei es aber so, dass Filme, die auf 3-D produziert wurden, sich nicht als 2-D-Version eignen. «Was den Leuten in der Werbung als 3-D angepriesen wurde, wollen sie auch in 3-D sehen.»

Während in der Branche Stimmen zu vernehmen sind, die über eine Preiserhöhung der ohnehin meist schon teureren 3-D-Tickets nachdenken, hält Romer an seinen alten Preisen fest.

Eintritt immer gleich

«Die Preise zu heben wäre völlig falsch.» Romer verlangt pro Eintritt immer gleich viel; egal ob 2-D oder 3-D. Er setzt vielmehr auf bestmögliche Kundenbetreuung. «Sind die Besucher zufrieden mit dem Personal, der Sauberkeit und dem Ambiente, kommen sie wieder», ist er überzeugt.

Das zahle sich im Endeffekt mehr aus als höhere Ticketpreise. «Und seien wir ehrlich: Man betreibt kein Kino, um das grosse Geld zu verdienen», sagt er. Das sei vielmehr eine Herzensangelegenheit.

Für die zweite Jahreshälfte hofft Romer jetzt auf «Madagascar 3», «Asterix und Obelix» und «Skyfall», den neusten James Bond. Die «grösste Kiste» aber werde «Der Hobbit», die Vorgängergeschichte zum Epos «Der Herr der Ringe».