Oberengstringen
Der Gospelchor feiert sein 10-jähriges Jubiläum: "Wir sind eine Familie"

Vor zehn Jahren wurde der Oberengstringer Gospelchor gegründet. Das Jubiläum feiern die Sänger und Sängerinnen am Samstag mit einem Konzert in der reformierten Kirche.

Liana Soliman
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Der Gospelchor Oberengstringen probt für das Konzert anlässlich seines 10-jährigen Jubiläums.

Der Gospelchor Oberengstringen probt für das Konzert anlässlich seines 10-jährigen Jubiläums.

Liana Soliman

Der Klang von etwa fünfzig gefühlserfüll- ten Stimmen schwebt im Proberaum der Reformierten Kirche Oberengstringen. Vertieft in das Lied wippen die Sänger im Halbkreis vor Chorleiter Fritz Mader. Es ist eine der letzten Proben vor dem Konzert.

Seit zehn Jahren singt der Gospelchor Oberengstringen gemeinsam zeitgenössische Gospelstücke. Am 24. März feiern die Mitglieder das zehnjährige Vereinsjubiläum mit einem Konzert in der Reformierten Kirche. Bereits einen Tag zuvor treten sie in der Zürcher Wasserkirche auf. Der Chor erfülle alle Eigenschaften, die man sich beim gemeinsamen Musizieren wünschen könne, erzählen gleich mehrere Mitglieder an der Probe. Hier wird ersichtlich: Die Gospelsänger haben einen charismatischen, talentierten Chorleiter, den sie respektieren. Kein Wunder singen alle Anwesenden mit Fleiss, Schweiss und Herzblut.

Langjährige geteilte Erfahrung

Der Chor habe in den letzten zehn Jahren viel Erfahrungen gesammelt und gros- se Fortschritte gemacht, sind sich die Mitglieder einig. Dies sei das Resultat harter Arbeit gewesen, heisst es stolz. Für das Konzert lernen alle Sänger und Sängerinnen – der Chor besteht aus Mitgliedern von vier Altersgenerationen – die 15 vorgeführten Stücke auswendig. Dies sei eine Herausforderung, betont eine ältere Dame. Die Textkenntnis sei aber wichtig, um während dem Auftritt den Blickkontakt mit dem Publikum herstellen zu können und sich ganz auf den Gesang zu konzentrieren.

Ein wichtiger Grundstein für den Erfolg des Chors ist Fritz Mader, der seit der Grün- dung als Leiter fungiert. Er habe den Chor sehr weit gebracht, indem er beispielsweise mit allen an Atemtechnik und Rhythmusge- fühl gearbeitet habe, sagt die 18-jährige Viviane. «Natürlich sind wir vor diesem Konzert nervös, wie vor jedem Konzert, aber es ist auch Vorfreude da.», sagt die 23-jährige Jenny. Viviane fügt hinzu, dass die Nervosität schlagartig verfliege, sobald man die Bühne betritt, und man dann nur noch an das Singen denke. Die jungen Frauen sind Solistin- nen und geniessen das Gefühl, einen ganzen Chor als Unterstützung hinter sich zu haben. Der Chor zeichne sich durch seinen starken Zusammenhalt aus. «Wir sind eine Familie», sagt ein Mitglied.

Chorleiter Mader bezeichnet den Chor als besonders, weil er so persönlich sei. Die Mitglieder hätten sich dank gemeinsamer Reisen durch die Schweiz und ins Ausland auch privat besser kennenlernen können und wären so zusammengeschweisst worden. «Man lernt Leute anders kennen», sagt der Musiker mit philippinischen Wurzeln. Der Gospelchor sei einzigartig. Die gospelbegeisterten Mitglieder seien herzensgute Menschen und hätten seine Familie in den Philippinen auf der Stelle finanziell und persönlich unterstützt, als diese wegen einer Naturkatastrophe in eine Notlage geraten waren. Das habe ihn berührt und ihm gezeigt, wie gross der Zusammenhalt sei. Für ihn ist wichtig, dass alles harmoniert. Sowohl die Musik als auch der Chor müssen in Harmonie sein, das eine funktioniere nicht ohne das andere, erklärt er.

«Man muss sich spüren»

Über das Jahrzehnt sei die geteilte Leidenschaft, immer weiterzusingen, geblieben, sagt Jens Naske. Der Pfarrer der Reformierten Kirche Oberengstringen ist seit der Geburtsstunde Teil des Chors. Für ihn ist das Musizieren mit Gefühl verbunden: «Man muss sich spüren». Auch er blickt mit Freude auf das Jubiläumskonzert. Der Chor hat dafür gleich zwei kleine Überraschungen geplant: Er wird eine Gospelversion einer Schweizer Komposition singen und sein erstes selbstkomponiertes Stück namens «Kein Weg» aufführen.

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