Der 26. März 2016 wird als grosser Höhepunkt in die noch junge Vereinsgeschichte eingehen: Nach dem 11:3 Sieg in der Urdorfer Zentrumshalle gab es für die Spieler von Unihockey Limmattal kein Halten mehr. Mit dem Sieg entschieden die Limmattaler die Serie gegen die Waldenburg Eagles mit 3:0 für sich und besiegelten den angestrebten und ersehnten Aufstieg in die 1. Liga. «Da ging richtig die Post ab. Bei vielen sind emotional die Dämme gebrochen», erinnert sich der damalige Vereinspräsident Daniel Vetter.

Die Limmattaler haben sich in der 1. Liga etabliert. Nach dem Ausscheiden im Halbfinale vor einem Jahr stehen sie erneut unter den letzten vier und können nächsten Samstag in Urdorf im ersten Spiel der Best-of-3-Serie den Grundstein für eine noch erfolgreiche Saison legen.

Genau acht Jahre und zwei Monate vor dem Aufstieg wurde Unihockey Limmattal in Weiningen aus der Taufe gehoben. Der Verein entstand aus der Fusion der UHC Urdorf Bulls und der Limmat Sharks, die rechts der Limmat zu Hause waren. Der Zusammenschluss war die logische Konsequenz der jahrelangen Zusammenarbeit beider Vereine. Schon in den Jahren zuvor zog es die Herrenteams eher nach Urdorf, während die Damenteams vor allem bei den Limmat Sharks spielten. «Jetzt haben wir schon so lange zusammen gespielt und gearbeitet, da können wir auch den letzten Schritt machen», beschrieb Vetter die damalige Stimmung. «Die Heirat war nur noch ein Vollzugsakt.»

Die Auflösung der beiden Vorgängervereine rief auch kritische Stimmen hervor. «Auch ich war am Anfang kein grosser Fan der Fusion», sagt Vetter. Aber weil die Vereine über Jahre schon langsam zusammengewachsen seien, sei die Fusion reibungslos über die Bühne gegangen. Und die beiden damaligen Präsidenten, Pao Kohli (Limmat Sharks) und Eric Allaz (UHC Urdorf), hätten das Projekt sehr gut aufgegleist.

Wie ein Grossklub

Mit dem Bündeln ihrer Ressourcen stellten die damaligen Klubverantwortlichen um den ersten Präsidenten Heinz Nater den neugegründeten Verein auf eine sichere Basis. Sie erhofften sich aber auch, bei den Aktiven und älteren Junioren das Level zu steigern. «Bis zur Stufe U18 können wir in Zukunft das Gleiche anbieten wie ein Grossklub», sagte der designierte Sportchef kurz vor der Gründung zur Limmattaler Zeitung.

Das ist gelungen: Über die Jahre haben mehrere Junioren den Schritt zum amtierenden Schweizermeister und Cupsieger GC Unihockey geschafft. Und dank den Aufstiegen der U18 und U21 spielten 2014/2015 erstmals alle drei Nachwuchsmannschaften ab Stufe U16 in der zweiten von drei (U16 und U18) beziehungsweise vier (U21) Stärkeklassen. Ein Level, das der Jugendabteilung eines Nationalliga-B-Teams entspricht. «Da haben wir gemerkt, hier entwickelt sich etwas», sagt der ehemalige Spieler und Vereinspräsident Luca Hänni, der das Amt vor knapp einem Jahr von Vetter übernommen hat. So spielen die Gebrüder Mock heute beide in der ersten Mannschaft der Grasshoppers. Der ältere Bruder Tim ist zudem Captain der U21-Auswahl bei den Stadtzürchern, während Moritz letztes Jahr mit der Nationalmannschaft an der U19-Weltmeisterschaft in Schweden wertvolle Erfahrungen sammelte.

Fasnacht statt Aufstieg

Für die Herren war das grosse Ziel mittelfristig der Aufstieg in die 1. Liga. Im ersten Jahr ging Unihockey Limmattal in der 2. Liga an den Start, weil der UHC Urdorf in seiner letzten Saison aus der 3. Liga aufgestiegen war. Bereits im ersten Anlauf klappte es fast mit dem Aufstieg, doch im letzten Saisonspiel setzte es eine satte 0:7 Klatsche in Olten. «Es war sicher nicht optimal, dass das Spiel genau am Urdorfer Fasnachtswochenende stattfand», erinnert sich Vetter lachend. «Aber im Nachhinein war das gut so. Es wäre zu früh gewesen für den Aufstieg.» In den ersten beiden Jahren sei man nämlich vor allem mit den Auswirkungen der Fusion beschäftigt gewesen. «Die beiden Kulturen mussten erst zusammengebracht werden und sich finden», so Vetter.

Erst anschliessend habe eine Wachstumsphase beginnen können. Und wie: Waren bei der Gründung rund 120 Aktive im Verein, sind es heute fast doppelt so viele. Das hatte auch positive Auswirkungen auf die Mannschaften: «Wir traten früher oft nur zu zehnt oder elft an», erinnert sich Hänni. Heute bestehe das Team aus rund 20 Spielern und habe nur schon damit eine bessere Basis für sportliche Erfolge.

Juniorinnen geben Gas

Das Fundament des Vereins ist aber der Breitensport geblieben. Letztlich sei es darum für den Verein wichtiger, langfristig etwas Solides aufzubauen, als Ende Saison einen Platz weiter vorne oder weiter hinten zu landen, so Hänni, der seine Spielerkarriere letzte Saison wegen Verletzungen beendete. «Vor allem bei den Juniorinnen sind wir in den letzten drei Jahren erneut deutlich gewachsen. Dies ist vor allem auf den unermüdlichen Einsatz vieler Spielerinnen aus dem Damenteam zurückzuführen», lobt er.

Bereitete der Nachwuchs bei den Frauen früher meist Sorge, herrsche bei den Mädchen mittlerweile grosser Andrang. Im Schnitt tritt Unihockey Limmattal jedes Jahr mit etwa 15 Mannschaften in allen Altersklassen in der Meisterschaft an. Für die ganz Kleinen wird zudem eine Unihockeyschule angeboten, die spielerisch in die Sportart einführt. Aber wegen der Spielerfluktuation zeigt die Entwicklung der Teams nicht einfach konstant nach oben. So konnte der Klub diese Saison keine U18-Mannschaft mehr stellen.

Kein Wunder bleibt der Nachwuchs wie in so vielen Sportarten auch bei Unihockey Limmattal eines der wichtigsten Themen. Obwohl die Sportart dank Fernsehübertragungen in der Öffentlichkeit deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, sei der landesweite Spielerbestand in den letzten zehn Jahren in etwa bei 30'000 stagniert, sagt Hänni. Die Bekanntheit und Ausstrahlung des Vereins habe über die Jahre sicher zugenommen und damit auch das Einzugsgebiet für potenzielle Neuspieler.

Doch auch die erfolgreichsten Jahre der Jugendmannschaften hätten nicht einfach einen Boom ausgelöst, so Hänni, der selbst Jugendteams trainiert. Die wichtigste Basis, um junge Menschen für den Verein zu gewinnen und längerfristig zu binden, seien gute Trainer und Kontinuität. Deshalb ist es Hännis Wunschziel für die nächsten Jahre, das Trainerwesen im Verein halb zu professionalisieren und damit einhergehend die Entschädigungen für die Trainer zu erhöhen. «Um das zu finanzieren wollen wir auch unser Sponsoring noch verbessern und ausweiten.»

Hohe Hallenmieten

Sogar wenn die Nachwuchsrekrutierung in der nächsten Dekade optimal verläuft, bleibt dem Klub eine grosse Sorge: die Infrastruktur. «Im Limmattal gibt es einfach viel zu wenig Hallen», sagt Daniel Vetter. Und ausgerechnet die Kantonsschule in Urdorf verfüge nicht über eine Dreifachturnhalle, die für das Grossfeld-Training notwendig ist. Aktuell trainieren die Mannschaften in über zehn verschiedenen Hallen in sechs Limmattaler Gemeinden.

Nicht nur die Verfügbarkeit, auch die Ausgaben sind eine Herausforderung. «Ich verstehe nicht, wieso wir jährlich Hallenmieten von 30'000 Franken bezahlen müssen. Dafür könnten wir drei bis vier Erstliga-Trainer verpflichten», sagt Hänni. Schliesslich biete der Verein beinahe 150 Jugendlichen eine Freizeitaktivität. Besonders frustrierend sind für ihn die hohen Preise in Urdorf. Im Gegensatz zu den meisten umliegenden Gemeinden sei die Nutzung für Junioren in der Zentrumshalle und der Kanti-Halle nicht gratis und insgesamt seien die Preise vergleichsweise hoch.

Trotz gewisser Sorgen sind Vetter und Hänni sich einig, dass die Fusion Unihockey im Limmattal nach vorne gebracht hat und der Verein sich in seinen zehn Jahren sehr gut entwickelt hat. Bevor die Verantwortlichen aber weiter nach vorne schauen und sich überlegen, was sie in den nächsten zehn Jahren noch alles verbessern können, wird zuerst am ersten Juniwochenende mit dem Plauschturnier Limmatcup und einer grossen Party das zehnjährige Jubiläum gefeiert.