Das lange Warten hat ein Ende. Der geplante Gateway-Terminal beim Rangierbahnhof Limmattal (RBL) hat endlich ein Gesicht. So besteht das Projekt im Wesentlichen aus drei Bereichen. Diese betreffen den eigentlichen Terminalbereich, die Ein- und Ausfahrtsgleise sowie Anpassungen an den Anlagen des RBL. Die Kosten für den Bau werden mit 160 Millionen Franken veranschlagt. Die voraussichtliche Inbetriebnahme ist auf den August 2018 terminiert. Dies geht aus dem Projekt vor, das seit gestern und noch bis zum 26. Februar in Dietikon und Spreitenbach öffentlich aufliegt.

Gemäss den Plänen der SBB soll der Gateway auf der Südseite an den RBL angebaut werden. Das Umschlagterminal kommt dabei «zwischen der zu verlegenden Südumfahrung des RBL und der bestehenden Wagenreparatur, grösstenteils auf SBB eigenem Grundstück zu liegen», wie es im Projektbeschrieb heisst. Die Ein- und Ausfahrgleise sind westlich angrenzend an den Terminalbereich vorgesehen. Das Projekt zeigt, dass die SBB aber auch Land von Anrainern beanspruchen, um das Vorhaben umzusetzen. Neben Spreitenbach, Dietikon und dem Kanton Zürich sind auch Private davon betroffen.

Umschlag erfolgt mit drei Kränen

Erschlossen wird der Gateway aus dem öffentlichen Strassennetz über die Güterstrasse. Das entspricht der heutigen Erschliessung der Ortsgüteranlage Dietikon. Dort wird künftig der Einfahrbereich für Lastwagen in den Gateway sowie das Betriebs- und Zollgebäude liegen.

Herzstück des Gateways ist der Terminalbereich. Dort erfolgt der Umschlag von Containern mit drei Portalkränen, und zwar von Schiene auf Schiene und von Schiene auf Strasse. Der Anteil des Verlads auf Lastwagen wird maximal 20 Prozent betragen. Für den Umschlag stehen vier Ladegleise und eine Lastwagenladespur zur Verfügung. Auf den Ladegleisen können, bis zu 700 Meter lange «Shuttlezüge ohne zusätzliche Rangierung be- und entladen werden», heisst es im Projektbeschrieb. Für die Stapelung der Container sind Lagerflächen geplant. Zusätzlich ist ein Gefahrgutlagerplatz vorgesehen.

Weil sich die bestehende Südumfahrung, die südlich um den RBL sowie die Wagenreparatur herumführt und von Güterzügen befahren wird, mitten durch den künftigen Terminalbereich zieht, muss sie weiter Richtung Süden verlegt werden. Sie wird so um den Terminal gelegt, dass dieser zu einer Insel im Rangierbahnhof wird. Auch die drei Einfahrgleise werden von der Südumfahrung umschlossen. Sie werden südlich des RBL und westlich des Terminalbereichs neu gebaut. Um die Anbindung der Ein- und Ausfahrgleise sowie der Verladegleise an die bestehende Anlage zu gewährleisten, sind mehrere Weichen und Gleisverbindungen notwendig. Überdies muss die bestehende Strassenzufahrt zu den Stellwerken und den Unterhaltsanlagen innerhalb des Areals teilweise verlegt beziehungsweise angepasst werden.

Mehr Lärm auf Strasse möglich

Die Südumfahrung muss zudem während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleiben. Zuerst müssen deshalb die Anlageteile südlich der bestehenden Südumfahrung neu gebaut und die neue Südumfahrung erstellt werden. Danach kann die neue Südumfahrung in Betrieb genommen und der Containerverlad im bereits erstellten Teil des neuen Terminals abgewickelt werden. Erst dann kann die Ortsgüteranlage abgebrochen und der Einfahrbereich gebaut werden.

Im Zuge der Planungen wurde auch ein Umweltverträglichkeitsbericht erstellt, der den aufgelegten Unterlagen beiliegt. Demnach kann die «Lärmzunahme auf dem Rangierbahnhof infolge des neuen Gateways als nicht wahrnehmbar beurteilt werden beziehungsweise die massgebenden Grenzwerte können auch nach Inbetriebnahme des Gateways eingehalten werden», heisst es im Bericht.

Anders präsentiert sich die Situation bezüglich des Lastwagenverkehrs. «Eine Grenzwertbetrachtung für die Güterstrasse zeigt, dass hier eine Überschreitung des Immissionsgrenzwertes in der Nacht – verursacht durch den zusätzlichen Gateway-Verkehr – nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann», so das Fazit. Nach Inbetriebnahme soll die Situation abschliessen beurteilt und allenfalls Massnahmen getroffen werden.