Die Platznot beim FC Urdorf ist gross. Am stärksten manifestiert sich das bei den insgesamt 21 Juniorenmannschaften. Zum Teil trainieren fünf von ihnen auf dem gleichen Platz. Aufgrund des beschränkten Fussballinfrastruktur-Angebots kann der FC Urdorf zudem auch nicht allen interessierten Kindern einen Trainingsplatz bieten. 45 Kinder stehen derzeit auf der Warteliste.

Eine Lösung für diese Probleme wünschen sich nicht nur die Mitglieder des Fussballvereins, sondern auch die Urdofer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. An der Gemeindeversammlung vergangenen Mittwoch genehmigten die 169 in der Mehrzweckhalle erschienenen Stimmberechtigten die Einzelinitiative mit dem Titel «Mehr Fussball-Trainings und Spielmöglichkeiten, mehr Sporthallen-Kapazitäten für Vereine» einstimmig.

Wetterunabhängig spielen

Im Vorstoss fordern Vertreter des FC Urdorf vom Gemeinderat, dass er in einer Vorlage aufzeigt, wie die Kapazitätsengpässe behoben werden und gleichzeitig heute vom Fussball genutzte Hallenressourcen für andere Sportvereine freigegeben werden könnten. Zudem haben die Initianten bereits mögliche Lösungsvorschläge formuliert. So sollen etwa die Umwandlung eines Rasenplatzes in einen Kunstrasenplatz und die Erstellung von ein bis zwei zusätzlichen Kunstrasenplätzen Abhilfe schaffen. Das hätte zur Folge, dass der FC Urdorf ganzjährig draussen spielen könnte.

Vor der Abstimmung ging Mitinitiant Leandro Cicolecchia auf das Anliegen ein. «In den letzten 15 Jahren hat sich die Nachfrage nach Trainingsplätzen verdreifacht. Der Zuwachs freut uns sehr, doch es hat auch eine Kehrseite.» Die Infrastruktur könne nicht mithalten. «Es ist nicht schön einem Kind zu sagen, dass es nicht bei uns spielen kann, selbst wenn es alle Voraussetzungen dazu erfüllt», sagte Cicolecchia. Ein verbessertes Infrastrukturangebot käme speziell auch Mädchen zu Gute. «Dann könnten wir Mädchenmannschaften bilden. Die Nachfrage danach ist riesig. Es besteht Potenzial zur Gründung von drei bis vier Teams mit rund 60 Mädchen», sagte Cicolecchia. Am Ende profitierten aber nicht nur der FC Urdorf, sondern alle Sportvereine im Dorf. «Wenn wir ganzjährig draussen trainieren können, haben andere Vereine die Möglichkeit, die frei werdenden Hallen zu nutzen.»

Der Gemeinderat stellte sich hinter die Einzelinitiative des FC Urdorf und beantragte dem Stimmvolk, diese anzunehmen. «Wir anerkennen den Engpass bei der Fussball- und Vereinsinfrastruktur in unserem Leitbild ‹Urdorf 2030›. Die Einzelinitiative kann diesem Engpass entgegenwirken», sagte Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner (EVP). Der Gemeinderat hat nun 18 Monate Zeit, um eine Vorlage auszuarbeiten und diese der Gemeindeversammlung vorzulegen.

Ja zur Jahresrechnung 2018

Die Stimmberechtigten genehmigten am Mittwochabend zudem die Jahresrechnung 2018, die mit einem Minus von rund 380'000 Franken schliesst. Dies bei einem Aufwand von 51,2 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 50,8 Millionen Franken. Budgetiert hatte die Politische Gemeinde ein Minus von rund 1,5 Millionen Franken. Damit sinkt das Eigenkapital von rund 32,2 Millionen Franken auf rund 31,8 Millionen Franken.

Auf der Traktandenliste der Gemeindeversammlung stand überdies die Vorberatung zur Totalrevision der Statuten der Zürcher Planungsgruppe Limmattal. Der Souverän empfahl diese einstimmig zur Annahme. Alle Gemeinden des Bezirks Dietikon werden voraussichtlich im November an der Urne darüber befinden. Die Statutenänderungen sind vornehmlich formeller Art. Inhaltlich relevante Änderungen betreffen zum Beispiel die Vergrösserung des Vorstandes auf elf Mitglieder inklusive Anpassung des Kostenteilers sowie die Erweiterung des Verbandszweckes, der neu auch Aufgaben der Standortförderung umfassen kann.