Die Aufgabe hätte für Schlieren auch einfacher sein dürfen. Am Sonntag um 14 Uhr spielt der Tabellenzehnte seine letzte Partie auswärts gegen Lachen/Altendorf, dem unangefochtenen Leader dieser Gruppe 1, der seit 13 Partien nicht mehr verloren hat und dabei zehnmal gewinnen konnte. Diesen Gegner müssen die Schlieremer besiegen, wenn sie den Ligaerhalt aus eigener Kraft schaffen wollen.

Denn nach wie vor ist die Ausgangslage für die Limmattaler ungemütlich: Auf Männedorf, das auf dem ersten Abstiegsplatz liegt, haben sie gerade mal zwei Zähler Vorsprung. Und es ist immer noch unklar, ob allenfalls vier Teams absteigen. Wenn dem so wäre, müsste Schlieren auf jeden Fall vor dem Tabellenelften Wädenswil bleiben, das nur ein Punkt Rückstand auf die Limmattaler hat.

Wädenswil und Männedorf könnten die Schlieremer also auf einen Abstiegsplatz stossen, sollten sie am Sonntag gewinnen. Und in diesem Fall würde den Schlieremern wohl nicht mal ein Unentschieden reichen. Die Limmattaler haben nämlich von allen drei Teams die meisten Strafpunkte – 20 mehr als Wädenswil und gar 59 mehr als Männedorf. Und diese zählen bei Punktegleichheit noch vor dem Torverhältnis. «Wir müssen in Lachen daher auf Sieg spielen», sagt Schlierens Sportchef Peter Facchinetti.

Schützenhilfe aus Urdorf?

Immerhin: Die Schlieremer haben sich in den letzten Wochen fangen können und in den letzten vier Partien zwei Siege und zwei Unentschieden geholt, wobei sie beim 3:3 gegen Seefeld bis zur fünften Minute der Nachspielzeit mit 3:2 in Führung lagen. «Da standen wir so kurz vor dem Sieg», so Facchinetti, der die lange Nachspielzeit nicht nachvollziehen kann. Der Sportchef möchte die jetzige Situation aber nicht an dieser einen Partie festmachen. «Hätten wir schon früher so gespielt wie in diesen vier Partien, würden wir jetzt nicht gegen den Abstieg spielen», sagt er.

So oder so: Gegen Lachen/Altendorf sind die Schlieremer klare Aussenseiter, auch wenn sie im Hinspiel ein 1:1-Unentschieden geholt haben. Und Facchinetti glaubt nicht, dass die Schwyzer, deren Aufstieg in die 2. Liga interregional bereits feststeht, ihre letzte Partie etwas lockerer angehen. «Ich kenne ihren Trainer und weiss, dass er jedes Spiel gewinnen möchte», so der Schlieremer Sportchef. Schlierens Trainer Besnik Ramadani geht ebenfalls davon aus, dass die Lachener auch in ihrer letzten, für sie unbedeutenden Partie nochmals Vollgas geben werden. «Ich erwarte, dass sie in Bestbesetzung antreten», sagt er. «Die Mannschaft ist gespickt mit Topspielern, die sehr ehrgeizig sind.»

Vielleicht können die Schlieremer dafür auf Schützenhilfe aus dem Limmattal hoffen. Männedorf bestreitet seine letzte Partie nämlich ausgerechnet gegen Urdorf. Und die Urdorfer würden mit einem Sieg gerne dazu beitragen, dass es in der 2. Liga auch künftig Limmattaler Derbys gibt. «Die Rivalität mit Schlieren ist nicht sehr gross. Wir wollen das Derby zwar immer gewinnen, aber ich hoffe nicht, dass Schlieren absteigt», sagt Trainer Gianni Musumeci, der Facchinetti seit Jahren kennt ebenso wie den Schlieremer Teamcoach Gianni Votta. «Daher werden wir alles geben, um dieses Spiel zu gewinnen und Schlieren damit zu helfen. Ausserdem: Wer mich kennt, weiss genau, dass ich jedes Spiel gewinnen will, egal wer der Gegner ist.»

Mit einem Sieg wäre alles klar

Doch am einfachsten wäre es für die Schlieremer natürlich, sie würden diese letzte Partie gegen Lachen/Altendorf gewinnen und damit alle Zweifel aus dem Weg räumen. «Wir bereiten uns gut vor auf das Spiel», so Ramadani. «Wir wissen, um was es geht, und wir werden alles daransetzen, um ein positives Resultat zu holen.» Und Facchinetti fügt hinzu: «Wir nehmen die Challenge an.»