Fussball
Der FC Dietikon lehrt die Konkurrenz wieder das Fürchten

Mit dem 7:1-Erfolg über Laufen in der Cup-Qualifikation der 2. Liga interregional setzen die Limmattaler den Zweifeln ein Ende, wonach die Offensivabteilung nicht mehr zu Höhenflügen fähig ist. Auch wenn ein Verteidiger der beste Torschütze war.

Raphael Biermayr
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FC Dietikon - FC Laufen
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Samir Kozarac kommt zu einer Kopfballchance
Jure Karadza trifft zum 1:0.
Jure Karadza trifft zum 2:0, Torwart Mathieu Chapuis schaut leidig
Zivko Cajic lässt Noah Guntern stehen

FC Dietikon - FC Laufen

Gerold Frei

Da waren sie wieder: die Angriffswellen, die die Gegner so fürchten. In den ersten 20 Minuten der Partie gegen Laufen zählte man sieben grosse Torchancen für den FC Dietikon.

Die Limmattaler waren mit einer Siegeslust angetreten, wie man sie lange nicht mehr gesehen hatte. In den vorangegangenen drei Matches in der Meisterschaft war der Leader zwar ebenfalls dominant, scheiterte aber an sich oder den Schiedsrichtern (vier aberkannte Tore) und erzielte nur gerade einen Treffer.

Diesmal gelangen den Dietikern drei binnen knapp 17 Minuten. Beim Schlusspfiff lautete der Spielstand 7:1.

Karadza dreimal erfolgreich

Es war ein Befreiungsschlag für die zuletzt zahnlose Dietiker Offensivabteilung - wenngleich: Mit Jure Karadza war ein Innverteidiger der erfolgreichste Torschütze. Der Schlacks traf jeweils nach Eckbällen per Kopf (8.), per Oberschenkel (16.) und per Nachschuss (87.). «Wenn die vorn nicht treffen, muss ich es halt richten», sagte Karadza mit einem Augenzwinkern.

Der 23-Jährige gehört zu den wenigen, die sich an die Dietiker Aufstiegssaison 2011/12 zurückerinnern können, als der FCD den bis heute mitreissendsten Fussball unter Trainer Goran Ivelj spielte, der allerdings extrem ineffizient war.

Nach dem hohen Sieg gegen Laufen ist die Gefahr gebannt, wieder in das Fahrwasser von damals zu geraten. «Es war wichtig für uns, wieder einmal viele Tore zu schiessen. Die Konkurrenz hat das registriert», sagte Karadza.

Der zweite Dietiker, der 2011 schon auf dem Platz stand, ist Zivko Cajic. Der offensive Dreh- und Angelpunkt spielte nach zwei Spielen Zwangspause im Championat offensichtlich mit besonders viel Effort. Neben zwei Treffern und einem erzwungenen Eigentor war er sehr zweikampfstark und verwarf kaum einmal die Hände.

Auch Dimita trifft wieder

Hat Trainer Ivelj bei ihm ein schlechtes Gewissen nach dem dämlichen Platzverweis gegen Allschwil ausgemacht? «Das nicht, aber ich habe bei ihm und auch den anderen vor dem Spiel einen besonders grossen Hunger festgestellt, wieder einmal zu gewinnen.»

Eine Versöhnung mit sich selbst war die Partie auch für Sturmspitze Luca Dimita. Er vollstreckte cool zum 5:1-Pausenstand nach einem langen Sololauf auf Torhüter Mathieu Chapuis. Es war der erste Treffer nach über 500 Minuten für den Ersatzcaptain.

Dimita und Co. haben damit den Einzug in die letzte Qualifikationsrunde geschafft. Bei einem Sieg Mitte Juni - der Gegner steht noch aus - stehen die Limmattaler erneut in der Hauptrunde des Schweizer Cups. «Es ist unser Ziel, die letzte Saison zu bestätigen», sagt Trainer Ivelj.

Der Traum von der Hauptrunde ist für Laufen zu Ende. Die überforderten Baselbieter konnten immerhin den Spruch des Abends für sich beanspruchen. Chapuis rief nach dem zweiten Gegentreffer in Richtung seiner Vorderleute: «Das ist nicht Real Madrid, mon dieu!» Man war nach diesen Startminuten versucht, ihm zu widersprechen.