FC Dietikon

Der FC Dietikon geht neue Wege: Für 150 Franken gibt es für jeden einen Platz auf dem Trikot

Sponsoren gesucht: Der FC Dietikon bietet Fans die Möglichkeit, auf dem Matchdress Werbung zu machen.

Sponsoren gesucht: Der FC Dietikon bietet Fans die Möglichkeit, auf dem Matchdress Werbung zu machen.

Der FC Dietikon startet Mitte August in die neue Saison. Um sich zuvor einen finanziellen Zustupf sichern zu können, bietet der 1.-Ligist Interessierten für 150 Franken einen Platz auf dem neuen Trikot. So sollen insgesamt 23'000 Franken in die Vereinskasse fliessen.

Dass sich die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise auch im Amateurfussball eher früher als später zeigen werden, war zu erwarten. Langjährige Sponsoren ziehen sich wegen eigener Probleme zurück, potenzielle neue Geldgeber bleiben in Warteposition, Verhandlungen über Engagements scheitern. Kaum ein Verein, der aktuell nicht in der Bredouille steckt. Besonders bitter getroffen hat die aktuelle Situation den FC Dietikon. Der 1908 gegründete Traditionsverein mit seinen 25 Mannschaften ist eines der sportlichen Aushängeschilder des Limmattals, die 1. Mannschaft spielt in der 1. Liga. Der bisherige Hauptsponsor, die Firma Primework AG aus Zürich, liess den Vertrag auslaufen.

«Wir waren mit einem neuen Hauptsponsor einig. Doch wegen den wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Krise musste sich dieser kurzfristig von seinem Engagement zurückziehen», sagt FCD-Sportchef Christian Müller. Hinzu kam, dass der bisherige Sockensponsor sein Engagement ebenfalls nicht mehr verlängert, da er sich aus dem Limmattal zurückziehen wird. Müller: «Wir standen vor grossen Herausforderungen.»

Herausforderungen sind da, um gemeistert zu werden. Und das ist es nur gut, dass die Dietiker seit 2017 einen Sportchef in ihren Reihen haben, der weiss, wie die Marketingmaschinerie funktioniert. Christian Müller, in seiner Aktivzeit Goalie beim FCD, wirkte während knapp zehn Jahre beim Super-Ligisten FC Zürich im Marketing und nahm dort auch Einsitz in der Geschäftsleitung. Schon bei den Stadtzürchern sorgte Müller das eine oder andere Mal mit einer speziellen Idee zur Geldbeschaffung für Aufsehen.

Fans und Firmen Seite an Seite

Wie sollten die Limmattaler also dem drohenden finanziellen Debakel begegnen? Sie entschieden sich für einen unkonventionellen Weg – Fans, Zuschauer und Geschäfte sollen gemeinsam das Hauptsponsoring übernehmen. Auf der Vorderseite der Trikots des Fanionteams prangt in Zukunft ein weisses Rechteck mit total 192 Feldern à je 2-mal 1 Zentimeter. Wer eines dieser Felder «kaufen» möchte, bezahlt einmalig 150 Franken.

«Was der Sponsor auf dieses Feld drucken lassen möchte, ist ihm überlassen», sagt Müller. Ein Firmenlogo, den eigenen Namen oder ein Foto – vieles ist möglich. Wer gleich vier Felder reserviert, kriegt zum Start der 1.-Liga-Saison ein original Matchleibchen geschenkt. «Verkaufen wir alle 192 Felder, nehmen wir netto 23'000 Franken ein», rechnet Müller vor. Damit könnte man auch die Ausfälle der beiden Nebensponsoren einigermassen ausgleichen.

Müller legte die Idee dem Vereinsvorstand vor und bekam grünes Licht. So lancierte man die Sponsorensuche auf der clubeigenen Website. Angelaufen ist die ungewöhnliche Aktion wunschgemäss. Stand gestern Nachmittag sind bereits 25 Felder verkauft worden. Stellt sich noch die Frage, wie lange sich Sponsoren beim FC Dietikon melden können, bis die Trikots in Druck gehen. «Da sind wir sehr flexibel», sagt Müller, im Prinzip können wir die Shirts auch erst eine Woche vor dem Meisterschaftsstart bedrucken lassen.» Das wäre Mitte August.

FCD wird zum Vorzeigeverein für italienischen Ausrüster

Flexibel sind die Dietiker vor allem deshalb, weil sie einen neuen Ausrüster haben und sowieso neue Trikots drucken müssen. Statt wie bisher mit Nike spielen die Limmattaler künftig in Kleidern des italienischen Sportartikelherstellers Macron, welcher Proficlubs wie Lazio Rom, Union Berlin oder 1860 München ausrüstet.

«In der Region Limmattal soll ein Macron-Shop aufgebaut werden. Und wir als FC Dietikon werden eine Art Vorzeigeverein in Zürich sein», sagt Müller nicht ohne Stolz. Zuerst werden die 1. und die 2. Mannschaft mit den neuen Textilien ausgerüstet, spätestens auf die Saison 2021/22 sollen dann alle Teams des Vereins von der Dornau mit Macron trainieren und spielen. Apropos Dornau: Das Namenssponsoring «Prime Work Arena» ist vom Rückzug des Stellenvermittlers als Hauptsponsor nicht betroffen. Der Vertrag laufe noch ein Jahr weiter, so Müller.

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