«Thank you for the Music» – so lautete sowohl das Eröffnungslied als auch das Motto des Konzerts. Grund zur Dankbarkeit gab es vonseiten des Birmensdorfer Frauenchors genug: Während der Birmensdorfer Männerchor aufgrund von Mitgliederschwund aufgelöst werden musste, ist die Frauenformation noch immer intakt und sprühte am Sonntag vor Vitalität.

Im Gemeindezentrum Brüelmatt präsentierten sie den zahlreichen Besuchern ein Best-of ihres Repertoires: Lieder, die den zumeist langjährigen Sängerinnen besonders ans Herz gewachsen sind.

Vor allem Volkslieder waren zu hören, schwungvolle aber auch melancholische Klassiker wie «In einer kleinen Konditorei». Darin erinnert sich jemand voll Wehmut an seine verflossene Liebe, die in ebenjener Konditorei aufgeflammt war.

Liebevolle Rückschau hielt auch der Birmensdorfer Frauenchor. Die Formation durfte gestern ihr 70-jähriges Bestehen feiern, da lag es nahe, auch Liedgut aus der Gründungszeit zu würdigen.

Mit «Vaterland» sang der Chor das erste von ihm aufgeführte Stück überhaupt. Es stammt aus der Feder des Dirigenten Walter Iten, der es eigens für den Frauenchor komponiert hatte.

Walter Iten hätte an diesem Konzertabend wohl Freude gehabt. Zwar war der Gesang in den hohen Tönen nicht immer präzise, aber er kam, das hörte man, von Herzen. Bemerkenswert war vor allem der Auftritt zusammen mit einigen männlichen Gastsängern.

Das Programm bestand nicht nur aus Musik, sondern wurde durch schauspielerische Intermezzi angereichert. So unterhielten sich zwischen den Stücken Margrith Bucher, langjährige Präsidentin des Frauenchors, und Kurt Rohner, damaliger Präsident des Männerchors, miteinander. In ihrer Rückschau erinnerten sie sich an Itens markige Sprüche: «Steht gerade und lächelt!» Und: «Seid einmal ruhig da hinten!», soll der Dirigent immer wieder getönt haben.

René Kammerlander aus Birmensdorf war angetan vom Konzert: «Es gibt nichts zu meckern» meinte er und fügte dann schmunzelnd an: «Auch wenn der Altersdurchschnitt vielleicht etwas hoch ist.»

Auch Livia Duddek äusserte sich positiv: «Einige Stücke könnten – gerade für meine Altersklasse – etwas mehr Pepp vertragen», so die Birmensdorferin.

Am Ende der Aufführung konnte man das Motto «Thank you for the Music» noch einmal aufnehmen und dem Frauenchor für das gelungene Konzert danken.