Limmattalbahn
Depot-Widerstand: «Eine Bauverzögerung spielt keine Rolle»

Der Fraktionspräsident der Dietiker Grünen, Lucas Neff, erklärt, warum er den Stadtrat in Sachen Limmattalbahn-Depot zum Handeln zwingen will. Und sagt, warum er als Grüner kein Problem damit hat, das öV-Projekt zu verzögern.

David Egger
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Die Planung der Limmattalbahn droht sich zu verzögern (Visualisierung).

Die Planung der Limmattalbahn droht sich zu verzögern (Visualisierung).

Architron GmbH

Lucas Neff, die Wahl des «Müsli» als Ort für das Bahndepot ist zwei Jahre her. Warum wehren Sie sich erst jetzt?

Lucas Neff: Im Hintergrund haben wir uns immer gewehrt. Zuerst warteten wir aber die Abstimmung ab, wir wollten nicht die Limmattalbahn als Ganzes gefährden. Dazu kommt, dass der Stadtrat selber immer gesagt hat, er sei gegen den Standort «Müsli», schliesslich liegt dieser in der Landwirtschaftszone. Auch die Zürcher Planungsgruppe Limmattal, bei der die Stadt Dietikon dabei ist, sieht das «Müsli» als Teil des Grüngürtels zwischen Dietikon und Spreitenbach. Es hat uns daher erstaunt, dass der Stadtrat selber keinen Rekurs gegen den Standort eingereicht hat, das hat er den Privaten überlassen. Wir haben den Eindruck, dass der Stadtrat sich nicht gegen den Standort «Müsli» wehrt. Darum ist es jetzt am Gemeinderat, einzugreifen. Im Hinblick auf die Abstimmung im Kantonsrat muss die Stadt Dietikon endlich eine klare Haltung zeigen, ein einstimmiges Zeichen von Stadt- und Gemeinderat. Das ist das Ziel des Postulats.

Lucas Neff (Grüne).

Lucas Neff (Grüne).

Limmattaler Zeitung

Sie schwärmen vom Grün beim «Müsli», als wärs ein Naturparadies. Ist das Ihr Ernst, angesichts von Rangierbahnhof, Shopping-Kolonnen und Occasions-Händlern?

Es wurde in der Tat viel gepfuscht, zahlreiche Bauten sind zonenwidrig. Aber die überregionale Planung sieht das Gebiet als ökologischen Korridor vor. Darum hätte man keine Chance, dort einen Fussballplatz oder einen Busbahnhof zu bauen. Mit dem Eisenbahngesetz gelten aber andere Regeln. Nur darum ist dort der Bau eines Bahndepots möglich, der mindestens einen Drittel des «Müsli» zerstört.

Nun schlagen Sie das Niderfeld vor, wo ein neues Quartier geplant ist, Ist das der Favorit der Grünen?

Der beste Standort ist der ursprünglich geplante im Spreitenbacher «Asp», danach kommen das Niderfeld oder andere. Das «Müsli» darf es nicht sein.

Sie träumen von einem Bau wie in der Zürcher Kalkbreite: unten Tramdepot, oben Wohnungen. Nun sagen Sie, die Siedlungsgenossenschaft Eigengrund wäre bereit, daran mitzuarbeiten. Sie sind im Vorstand der Genossenschaft. Warum die Idee?

Es ist nicht unsere Aufgabe, aber mit der Idee zeigen wir eine mögliche Alternative. Der ganze Vorstand steht dahinter.

Was sagen Sie dazu, dass Sie als Grüner Gefahr laufen, ein öV-Projekt um Jahre zu verzögern?

Bei einem Jahrhundertprojekt wie der Limmattalbahn spielen drei Jahre mehr oder weniger keine Rolle.