Keine Neueintritte, wenig Engagement und kein Wille, sich für etwas zu verpflichten. Viele Vereine kämpfen mit ähnlichen Problemen. Ihnen droht das Ende, gehen sie keine Fusionen ein oder versuchen, mittels Kampagnen neue Mitglieder zu suchen. So ergeht es auch dem Tischtennisverein Dietikon-Weiningen (DiWi), der mit dem Mitgliederschwund zu kämpfen hat.

Und damit sind sie nicht alleine. Auch die vielen anderen Mitgliedervereine des Ostschweizer Tischtennisverbands, zu dem der DiWi gehört, haben Schwierigkeiten, die Zahl der Mitglieder zu halten. «Von unseren 68 Vereinen im Verband kämpfen gut 20 ums Überleben», sagt Marc Schwitter, Vorstandsmitglied des Ostschweizer Tischtennisverbands. Weitere 20 Vereine könnten sich gerade so über Wasser halten.

Neues Förderprojekt

Dieser Situation möchte der Verband entgegentreten und versucht, mit einem Förderprojekt die stetig fallenden Mitgliederzahlen bei angeschlagenen Vereinen aufzufangen und Nachwuchsspieler wieder für das Tischtennis zu interessieren. Auch der Tischtennisverein Dietikon-Weiningen ist in diesem Projekt dabei und führt zusammen mit dem ehemaligen NLA-Spieler Reto Müller einen Schnupperkurs durch.

«Wir hoffen sehr, dass wir dadurch neue Mitglieder für den ‹DiWi› generieren können, die dann dem Verein beitreten», sagt Schwitter. Gerade in einem grossen Einzugsgebiet wie dem Limmattal sollte es möglich sein, durch solche Aktionen Aufmerksamkeit zu gewinnen und den Verein wieder zu stärken.

Raphaël Buck, ehemaliger Nachwuchsleiter beim DiWi, ist von dem Projekt begeistert. «Der Schnupperkurs bietet uns die Möglichkeit, wieder mehr lokale Aufmerksamkeit und Präsenz zu erlangen, denn wir sind auf neue Mitglieder angewiesen.» Mit aktuell acht Nachwuchsmitgliedern sei die Zahl relativ gering. «Vielen Vereinen geht es so. Es handelt sich dabei jedoch nicht um ein regionales, sondern vielmehr um ein nationales Problem. Es fehlen einfach junge Leute, die den Tischtennisvereinen beitreten möchten.»

Auch Reto Müller freut sich über das Projekt und die Möglichkeit, Menschen von dieser Sportart zu begeistern. «Für mich ist Tischtennis ein faszinierender Sport. So viele Menschen spielen ihn, auf jedem Schulplatz steht ein Tisch, doch nur wenige wissen wirklich etwas davon.» Dies möchte er mit den Schnupperkursen und Showelementen bei den beteiligten Vereinen ändern. «Vor gut 20 Jahren habe ich hierzu ein Konzept verfasst. Dass dieses jetzt umgesetzt wird, freut mich.»

Unterstützung durch Know-how

Einzelne eher kleine Vereine hätten heute oftmals nur wenig Chancen, sich erfolgreich weiterentwickeln zu können, sagt Schwitter. «Es ist wichtig, dass es einen Verband gibt, der sie in der Umsetzung von Projekten oder Ideen mit Know-how unterstützen kann.» Für das aktuelle Förderprojekt habe sich der Verband daher auf drei Vereine konzentriert, neben Dietikon-Weiningen sind auch Bronschhofen und Winterthur dabei, die im Nachwuchsbereich Probleme hätten, so Schwitter.