Die Freude über die neuen Schattenplätze auf dem Rapidplatz in Dietikon währte nur kurz. Erst vor einer Woche aufgestellt und eingeweiht, sahen die Pavillons auf dem Rapidplatz gestern ziemlich angeschlagen aus, nachdem ihnen der starke Regen über Nacht zugesetzt hatte. Die Pavillons seien weniger stabil gewesen als erwartet, sagt der Dietiker Standortförderer Adrian Ebenberger. Auch beim Quartierverein Limmatfeld ist man überrascht, dass der erste Regen die Pavillons so stark mitgenommen hat. «Wir sind davon ausgegangen, dass die mehr aushalten», sagt Präsident Peter Metzinger. Obwohl von Beginn an nur als günstige Übergangslösung gedacht, hätten die drei Pavillons, die zusammen mit 20 Stühlen als kleiner Schritt zur Belebung des Rapidplatzes aufgestellt wurden, zumindest diesen Sommer überbrücken sollen. Das Worst-Case-Szenario sei nun eingetroffen, sagt Ebeneberger. «Sie müssen jetzt wieder weggeräumt werden.»

Für Ebenberger ist klar, dass auf dem Rapidplatz eine Beschattung nötig ist. Eigentlich wollte die Stadt ein grosses Sonnensegel aufbauen und holte dafür zwei Offerten ein. Bei der Beurteilung durch die Experten habe sich herausgestellt, dass Verankerungen im Boden wegen dem Parkhaus unter dem Platz unmöglich sind. «Wir versuchen jetzt, für beide Seiten eine befriedigende Lösung zu finden», sagt Ebenberger. Allzu viel Spielraum bleibt dabei allerdings nicht. Neben der Einschränkung wegen der dünnen Decke zwischen Platz und Parkhaus ist für die Stadt klar, dass Beschattungen mobil sein müssen. Denn der Rapidplatz soll für Events nutzbar bleiben. Auch deshalb verwarf die Stadt die Idee, auf dem Rapidplatz Container für flexible Nutzungen aufzustellen.

«Es braucht jetzt etwas Sturmfestes», sagt Peter Metzinger. Für ihn hat höchste Priorität, dass der Stadtrat jetzt mit dem Nutzungskonzept für den Platz vorwärtsmacht. In der Antwort auf ein Postulat Metzingers, der für die FDP im Gemeinderat politisiert, schrieb der Stadtrat, dass noch 2019 ein Nutzungskonzept für alle Plätze in Dietikon erstellt werden soll. «Aufgrund der besonderen Situation des Rapidplatzes soll bereits vor der Erstellung des erwähnten Nutzungskonzeptes eine konkrete Nutzungsstrategie für den Rapidplatz entwickelt werden», heisst es in der Stadtratsantwort. Bei der Erstellung der Strategie würde der Quartierverein auch gerne ein Wort mitreden. Denn Metzinger stellt den Grundsatz infrage, dass der Rapidplatz für grosse Veranstaltungen frei bleiben soll. Das Bedürfnis nach regelmässigen, grossen Veranstaltungen habe im Quartier weniger Priorität. Ganz im Gegensatz zum Wunsch nach mehr Schatten, einem Café oder Spielmöglichkeiten für Kinder, wie eine Befragung im Quartier ergeben habe. «Das sollte Vorrang haben gegenüber Veranstaltungen, die vielleicht einmal im Jahr stattfinden», so Metzinger. Dem Quartierverein schwebe etwa vor, dass die Hälfte des Platzes mit fixen Nutzungen bespielt werden könnte und nur die andere Hälfte für Veranstaltungen freigehalten wird.

Mobiler Spielplatz errichtet

Zumindest bei den Spielmöglichkeiten hat der Quartierverein bereits gehandelt: Über Pfingsten hat eine Arbeitsgruppe des Vereins einen kleinen mobilen Spielplatz mit Schaukel, Sandkasten und Rutschbahn aufgestellt. Eltern aus dem Quartier hätten den Vorschlag gebracht. Daraufhin habe sich die Arbeitsgruppe gebildet und alles sei schnell gegangen.

Der neue Spielplatz des Quartiervereins Limmatfeld sorgt nicht nur für Freude.

Der neue Spielplatz des Quartiervereins Limmatfeld sorgt nicht nur für Freude.

Obwohl die Stadt die Belebung des Platzes begrüsst, herrscht ob der Aktion nicht nur Sonnenschein. Der Spielplatz sei in Eigenregie aufgestellt worden, hätte aber mit der Stadt abgesprochen werden müssen, sagt Ebenberger. «Wenn etwas passiert, ist versicherungstechnisch unklar, wer dafür die Verantwortung trägt», sagt er. Da ändere auch die Notiz beim Spielplatz nichts, dass die Benutzung auf eigene Gefahr geschehe, so Ebenberger. Solche Projekte müssten ordnungsgemäss umgesetzt werden. Hintergrund: «Tafeln, mit denen eine allfällige Haftung bei Unfällen zum Voraus vollumfänglich abgelehnt wird, vermögen die Werkeigentümerhaftung nicht auszuschliessen», schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung auf ihrer Website. Auch darum sorgte der neue Spielplatz auf Facebook gestern für Diskussionen.

Handlungsbedarf sieht man beim Quartierverein nicht. Wenn die Stadt ein Problem damit habe, könne sie auf den Verein zukommen, sagt Metzinger. «Man kann den mobilen Spielplatz ja jederzeit wieder wegräumen.»