Gewerbehaus Gubrist
Das Weininger Gewerbe erhält ein neues Zuhause - trotzdem sind nicht alle zufrieden

Ende 2016 steht der 20 Millionen Franken teure Ersatzbau für das Weininger Gewerbehaus Gubrist bereit. Anstoss erregt eine Firma, die neu nach Weiningen zieht.

Alex Rudolf
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So soll das von der Auto AG Group erstellte Gewerbehaus dereinst aussehen, wenn es Ende 2016 fertiggestellt ist.

So soll das von der Auto AG Group erstellte Gewerbehaus dereinst aussehen, wenn es Ende 2016 fertiggestellt ist.

ZVG Auto Group AG

Endlich geht etwas – lange war es ruhig um das neue Weininger Gewerbehaus. In gut anderthalb Wochen wird nun der erste Spaten in den Boden gerammt und die erste Erde aus dem Boden gehoben. Auf dem Gebiet Chrummacher an der Grenze zu Geroldswil investiert die Auto AG Group rund 20 Millionen Franken in zwei Gebäude, zu einem späteren Zeitpunkt soll noch ein drittes hinzukommen. Nach der Fertigstellung Ende 2016 soll die Auto AG Limmattal, die heute im Stadtzürcher Kreis 5 ansässig ist, mit ihren rund 15 Mitarbeitern nach Weiningen ziehen.

Robert Meyer, Vorsitzender der Geschäftsleitung, ist erfreut über den Start des Grossprojektes: «Mit dem guten Anschluss an die Autobahn ist dieser Standort für uns ideal.» Neben der Auto AG Limmattal werden noch zwei lokale Betriebe in das neue Gewerbehaus einziehen. Dies sind die Pape Werbe AG und die Saxer Holzbau AG. «Auf der Nutzfläche von rund 11 000 Quadratmetern werden in einer ersten Phase rund 50 Personen arbeiten», sagt Meyer. Im zweiten Bau (im hinteren Teil der Visualisierung), der bis 2017 fertiggestellt werden soll, gibt es nochmals Platz für fünf weitere Unternehmen, wie Meyer sagt.

Gewerbler in Gemeinde halten

Dem Spatenstich geht ein langwieriger Planungsprozess voraus. Anfang der Nullerjahre zeigte sich, dass zumindest Teile des heutigen Gewerbehauses an der Zürcherstrasse dem Bau der dritten Gubriströhre weichen müssen.

Die Suche nach Alternativen war angezeigt, erinnert sich Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP): «Das Siemens-Gebiet in der Fahrweid und der Chrummacher kamen dafür infrage. Aus verschiedenen Gründen kristallisierte sich der Chrummacher als Favorit heraus», so Haug. Der Exekutive sei es in erster Linie darum gegangen, das lokale Gewerbe in der Gemeinde zu halten. «Nachdem das Ende des heutigen Gewerbehauses öffentlich wurde, war auch von einem Umzug nach Urdorf die Rede. Das wollten wir mit allen Mitteln verhindern», so Haug.

Das Weininger Stimmvolk nahm im Jahr 2009 die Umzonung des Chrummachers von einer Landwirtschafts- in eine Gewerbezone an.

Allerdings ziehen von den im Jahr 2007 noch rund 20 im Gewebehaus eingemieteten Unternehmen nur zwei in den Neubau, der ursprünglich als Ersatz gedacht war. Haug hat dafür zwei mögliche Erklärungen. Einerseits sei die lange Planungsphase dafür zu verantworten: «Die Unternehmen konnten wohl nicht mehr warten und suchten in anderen Gemeinden nach Standorten», sagt er. Andererseits habe das Bundesamt für Strassen der Genossenschaft Gewerbehaus einen namhaften Betrag für das heutige Gewerbehaus entrichtet, was möglicherweise dazu geführt habe, dass einige Gewerbler in Frühpension gingen.

Die Genossenschaft gibt es heute nicht mehr. Ihr Eintrag im Handelsregister wurde Mitte 2015 gelöscht. «Der Bau der Auto AG Group ist für uns ein Gewinn», sagt Haug und präzisiert: «Nebst dem, dass die Existenz zweier Unternehmen – die Pape Werbe AG und Saxer Holzbau – gesichert ist, kommen auch neue Arbeitsplätze in die Gemeinde.»

Das Bedürfnis wäre da

Dass in den Neubau Ende Jahr nur noch zwei Weininger Unternehmen einziehen, sorgt aber auch für Unmut. René Werffeli, der eine angrenzende Landwirtschafts-Parzelle besitzt, ist enttäuscht von der Entwicklung. «Es ist zwar gut, dass mit der Auto AG Group neue Arbeitsplätze in die Gemeinde kommen. Mit der ursprünglichen Idee des Gewerbehauses hat dieser Bau jedoch nichts mehr zu tun», sagt er. Das Bedürfnis nach Gewerbeflächen auf Weininger Boden sei durchaus noch vorhanden. «Viele Ansässige kamen verwundert zu mir und fragten, warum nun eine Privatfirma das neue Gewerbehaus realisiert.»

Für ihn steht fest, dass die Gemeindeversammlung im Jahr 2009 der Umzonung niemals zugestimmt hätte, wäre schon damals festgestanden, dass der Bau hauptsächlich von einem auswärtigen Unternehmen genutzt wird.