Links gegen rechts, SP gegen SVP, Frau gegen Mann - in Oberengstringen sind alle Zutaten für einen spannenden Wahlkampf um das Amt des Gemeindepräsidenten gegeben. Am 4. September entscheiden die Stimmbürger, wer Nachfolger des Mitte März zurückgetretenen Reto Cavegn (FDP) wird. Sowohl die SP als auch die SVP setzen bei ihren Kandidaten auf bisherige Gemeinderäte. Die Sozialdemokraten haben Sozialvorsteherin Käthi Mühlemann (55) ins Rennen geschickt. Die Schweizerische Volkspartei setzt ihre Hoffnungen in Schulvorstand André Bender (49).

Stimmfreigabe der FDP

Sollte die Wahl auf Mühlemann fallen, dann käme dies einer doppelten Premiere gleich. Noch nie stellte die SP den Oberengstringer Gemeindepräsidenten. Zudem wäre es auch das erste Mal, dass eine Frau dieses Amt ausüben würde. Anders sieht es bei der SVP aus. Letztmals hatte die Partei das Gemeindepräsidium in der Person von Werner Leuzinger zwischen 2001 und 2005 inne. Dieser musste das Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Als Nachfolger wurde Reto Cavegn gewählt.

Wer dieses Jahr das Rennen machen wird, ist völlig offen. Dies hat damit zu tun, dass sich nicht alle Parteien auf die Unterstützung für einen der beiden Kandidaten festlegen wollen. Die FDP hat sich an ihrer Mitgliederversammlung Mitte Juli für eine Stimmfreigabe entschieden. Ähnliches ist auch vom Politischen Forum Engstringen (PFE) zu vernehmen. In der August-Ausgabe des Engstringer Kuriers schreibt das PFE, dass sich an der Mitgliederversammlung gut zwei Drittel der Anwesenden für Mühlemann ausgesprochen hätten. Knapp ein Drittel habe Bender die Stimme gegeben.

Knatsch im Vorfeld

Nebst der eigenen Partei kann Bender auf die Unterstützung des Gewerbevereins zählen, wo er als Vorstandsmitglied amtet. Mühlemann wird von der eigenen Partei und der Alternativen Liste zur Wahl vorgeschlagen.

Interessant wird auch sein, welchen Einfluss der Knatsch im Vorfeld der Wahlen auf das Ergebnis haben wird. So mischt sich Gemeindepräsident ad interim, René Beck (CVP), in den Wahlkampf ein und erklärt offen, dass er bei der Wahl Käthi Mühlemann André Bender vorzieht. Beck macht Bender für den Rücktritt von Reto Cavegn verantwortlich.