Der neue Kantonsrat ist jünger und weiblicher geworden. Die SVP stellt mit dem bekannten Milieuanwalt Valentin Landmann, der neu ins Parlament gewählt wurde, den ältesten Kantonsrat - er hat Jahrgang 1950. Das jüngste Mitglied kommt von der SP - Leandra Columberg weist Jahrgang 1999 auf. Das Durchschnittsalter aller Volksvertreter liegt bei knapp 50 Jahren. Neu sind 72 Kantonsrätinnen im Rat, das ist ein Dutzend mehr als es zuvor.

SVP

Die SVP hat am Wahlsonntag 9 Sitze verloren: Sie bleibt trotz diesen Verlusten klar die stärkste Partei im Zürcher Kantonsrat – ihre 45 Vertreter stellen exakt einen Viertel des gesamten 180-köpfigen Parlaments dar.

SP

Die SP musste den Verlust eines Sitzes hinnehmen. Sie verfügt nun über 35 Mandate. Bei den politischen Vorstössen und Angriffen dribbelt neu Sarah Akanji mit. Die talentierte Fussballerin, die in den Medien meist auf ihre Rolle als Schwester des Nati-Spielers Manuel reduziert wird, erzielte auch am Wahlsonntag einen Sieg - sie überholte auf ihrer Liste von Platz 4 aus alle drei vor ihr platzierten bisherigen Winterthurer SP-Kantonsräte.

FDP

Die FDP kommt neu auf 29 Sitze, das sind zwei weniger als es in der bald zu Ende gehenden Legislatur waren. Parteipräsident Hans-Jacob Bösch wurde in der Stadt Zürich im Wahlkreis II abgewählt - die neu antretende Angie Romero überflügelte ihn an diesem Wahlsonntag, an dem die Frauen zulegten, um 19 Stimmen. 

GLP

Die Grünliberalen gewinnen 9 Sitze hinzu und stellen in der Amtsperiode 2019/2023 damit 23 Kantonsrätinnen und Kantonsräte. Wie sich die neuen GLP-Vertreter positionieren werden, kann einen grossen Einfluss auf die Politik der nächsten vier Jahre haben. Im neuen Rat kann die GLP der bürgerlichen oder der linken Seite zu Mehrheiten verhelfen.

Grüne

Um 9 auf 22 Sitze haben die Grünen zugelegt: In die Fraktion rücken einerseits zahlreiche junge Politkräfte nach - etwa Meret Schneider aus Uster oder Manuel Kampus aus Schlieren. Andererseits kehren ein paar alte Bekannte zurück, die nach dem Abflauen des Fukushima-Effekts vor vier Jahren aus dem Parlament gewählt wurden; so zieht etwa Biobauer Urs Hans aus dem Tösstal oder Fluglärmgegner Urs Dietschi aus Tagelswangen wieder ins Zürcher Rathaus ein.

CVP

Die CVP muss ein Mandat abgeben und hält noch acht. Die Fraktion weist Erfahrung auf - bei allen Mitgliedern handelt es sich um Bisherige. Darunter befinden sich Fraktionspräsident Josef Wiederkehr aus Dietikon und Yvonne Bürgin aus Rüti, die für kurze Zeit noch als Kantonsratspräsidentin amtet.

EVP

Unverändert acht Sitze hält die EVP, die ebenfalls ausschliesslich auf bisherige Mitglieder zählen kann. Aus ihren Reihen kommt auch der Panaschierkönig 2019: Daniel Sommer aus Affoltern am Albis holte am Wahlsonntag am meisten Stimmen von Wählerinnen und Wählern von anderen Parteien.

AL

Die Alternative Liste erobert einen zusätzlichen Sitz und kommt nun auf sechs. Die AL bleibt eine Grossstadt-Partei: Alle ihre Vertreter kommen aus Zürich (5) und Winterthur (1). Die Partei, die kantonsweit einen Stimmenanteil von knapp 3,2 Prozent erzielt, holte in den linken Zürcher Stadtkreisen 4+5 fast 16 Prozent.

EDU

Die EDU verliert einen Sitz und damit auch ihren Status als eigenständige Fraktion: Mit neu noch vier Vertretern muss sie Anschluss an eine andere Partei suchen. Angesichts des Abstimmungsverhaltens der vergangenen Jahre dürfte dafür am ehesten die SVP in Frage kommen.

BDP

Die BDP verliert alle ihre Sitze auf einen Schlag: Die Partei hat in keinem der 18 Wahlkreise im Kanton Zürich mehr als 5 Prozent der Stimmen geholt. Einzig im Bezirk Andelfingen konnte sich die BDP am Wahlsonntag etwas Hoffnungen machen - dort scheiterte sie mit einem Wähleranteil von 4,68 Prozent relativ knapp an der 5-Prozent-Hürde.