Dass die kantonale Denkmalpflege im Jahr 2011 in Birmensdorf intervenierte, wirft noch immer Schatten auf die Schulraumplanung. Denn eigentlich wollte die Primarschule ihr in die Jahre gekommenes Schulhaus Reppisch abreissen, um einen Neubau zu erstellen. Doch der Kanton stellte in Aussicht, das 1959 erbaute Gebäude unter Schutz zu stellen. Die Primarschule gab nach langen Hin und Her schliesslich auf und baut nun ein neues Schulhaus im Gebiet Haldenacher. Zudem sollen das Schulhaus Reppisch saniert und das gleich daneben liegende Schulhaus Letten umgenutzt werden.

Dort plant die Primarschule, das ganze Hortangebot zu konzentrieren, wie Ernst Brand, Präsident der Schulpflege, an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend sagte. Wegen der knappen Platzverhältnisse auf dem Schulareal mietet sie derzeit externe Liegenschaften dazu, weshalb das Hortangebot heute sehr dezentral organisiert ist. Zudem rechnet die Schule aufgrund der steigenden Schülerzahlen mit einer zukünftig grösseren Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Gegen den Projektierungskredit von 180 000 Franken sprach sich gestern Abend ein Votant aus, der fand, es wäre günstiger, das Schulhaus Letten sein zu lassen und stattdessen dezentral weitere Räume für den Hort zu mieten. Die grosse Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten sah das aber nicht so und stimmte dem Kredit zu.

«Da kommen Kostenexplosionen auf uns zu»

Unbestritten ist, dass das Schulhaus Reppisch nun saniert werden muss. «Das wurde bereits in einer Studie im Jahr 2004 nachgewiesen», sagte Brand. Mittlerweile sei der Sanierungsbedarf dringend. «Man muss das Schulhaus mehr oder weniger von oben bis unten renovieren», so Brand. Dem Kredit über 490 000 Franken für die Ausarbeitung des Bauprojekts stimmte die Versammlung ebenfalls grossmehrheitlich zu. Kritik gab es wiederum vom gleichen Stimmbürger: «Da kommen Kostenexplosionen auf uns zu», sagte er. Er wolle nicht in zehn Jahren einen Birmensdorfer Gesamtsteuerfuss von 130 Prozent. Brand beschwichtigte, sagte aber auch: «Wir müssen etwas machen.» Eine Pflästerlipolitik bringe in diesem Fall nichts.

Zuvor hatten die Anwesenden zwei Abrechnungen für Projektierungskredite im Zusammenhang mit der Schulraumplanung diskussionslos zugestimmt. Auch die drei Budgets winkten die rund 70 Stimmberechtigten durch. Das Budget der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch sieht bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 21 Prozent Ausgaben von 5,55 Millionen Franken und Einnahmen von 5,54 Millionen vor. Der Voranschlag der Primarschulgemeinde schliesst bei Ausgaben von 14,05 Millionen und Einnahmen von 12,79 Millionen mit einem Minus von 1,26 Millionen. Der Steuerfuss bleibt bei 45 Prozent. Ebenfalls unverändert bleibt mit 44 Prozent der Steuerfuss der politischen Gemeinde. Ihr Budget sieht einen Aufwand von 25,52 Millionen und Erträge von 24,09 Millionen vor.