Trotzdem will die 1.-Sek-Schülerin ihre Teilnahme am Schneeschuhlager der Oberstufe Weiningen nicht missen. Gleiches gilt für Janna, Silja und Lars, Klassenkameraden von Aileen. Auch sie hatten ihren Spass am Lager, das in den Sportferien in der Lenk im Berner Oberland über die Bühne ging. «Es war schön, gemeinsam etwas zu unternehmen», sagt Janna.

Zufrieden ist man auch bei der Lagerleitung. «Es hat sich gelohnt neue Wege einzuschlagen», hält Klassenlehrer Peter Nef fest. Anstelle der bisherigen zwei Ski- und Snowboardlager mit jeweils zwischen 50 und 70 Teilnehmenden hat die Oberstufe, welche die Gemeinden Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil umfasst, in diesem Jahr erstmals ein Schneeschuhlager durchgeführt. Teilgenommen haben 15 Schülerinnen und Schüler.

«Situation wurde unverbindlicher»

Einer der Hauptgründe für diesen Schritt waren die sich seit längerer Zeit herauskristallisierenden unterschiedlichen Vorstellungen von Lehrern und Schülern bezüglich des Lagerlebens. «Während die Lehrpersonen den Anspruch hatten, den Schülern sportlich etwas beizubringen, hätten viele Jugendliche am liebsten den Tag möglichst unbeaufsichtigt frei gestalten wollen», erklärt Nef.

In den Skilagern sei man dann oft früh von der Piste zurückgewesen. Die Schüler hätten sich dann in ihre Zimmer zurückgezogen, Bereitschaft für weitere Aktivitäten sei wenig vorhanden gewesen. «Zudem wurde die Situation zusehends unverbindlich. Man hat sich für das Lager angemeldet und dann kurz vor Beginn wieder abgemeldet», so Nef.

Dass die Wahl bei der Suche nach neuen Formen für künftige Wintersportlager auf ein Schneeschuhlager fiel, ist kein Zufall. «Die Idee kam schon vor etwa zwei Jahren auf», erklärt Nef. Man habe an der Oberstufe bereits Erfahrung mit Schneeschuhlaufen. Seit längerem würden jeweils im Dezember und im April eintägige Touren angeboten. «Wir wussten also, dass unsere Schüler mit den Schneeschuhen umgehen können», sagt Nef.

Auch am Abend war Sport angesagt

Das war für viele Teilnehmer mit ein Grund, sich für das Lager anzumelden. «Ich war im Dezember auf einer Schneeschuhtour. Es hat Spass gemacht, deshalb habe ich meine Kolleginnen überzeugt ins Lager zu fahren», sagt Aileen. Noch unerfahren war dagegen Silja. «Am Anfang war es komisch. Das hat sich schnell gelegt. Vor allem an steilen Stellen helfen die Schneeschuhe», hält sie fest.

Ein gutes Zeugnis stellt Dominik Plüss seinen Schülern aus. Der Sportlehrer gehörte dem dreiköpfigen Leiterteam an. Er attestiert allen Teilnehmern eine grosse Sportbereitschaft. «Es hat Spass gemacht. Neben den Schneeschuhtouren, die teils bis zu sieben Stunden dauerten, haben wir am Abend in der Turnhalle oder im Hallenbad Sport getrieben», hält Plüss fest. Im Lager sei viel Kondition trainiert worden. Niemand habe gejammert.

Am Abend, nach dem Sport, habe man gemeinsam Spiele gespielt. «Es war eine sehr angenehme Atmosphäre», so Plüss. Das haben auch die Schüler so empfunden. «Am Abend habe ich neue Spiele kennen gelernt. Das fand ich gut», sagt Lars.

Die guten Erfahrungen mit dem Schneeschuhlager haben die Verantwortlichen dazu bewogen, erste Ideen für die künftige Ausrichtung der Winterlager zu sammeln. «Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die polysportive Ausrichtung weiterverfolgen», sagt Plüss. Wahrscheinlich gebe es aber wieder ein Angebot für Skifahrer. Und Peter Nef ergänzt: «Ein neues Konzept haben wir noch nicht, aber die sportliche Ausrichtung der Lager werden wir weiterverfolgen.»