Squash
Das Schlieremer Quartett holt sich den Schweizer Meistertitel

Die Mannschaft Vitis Schlieren holt zum zweiten Mal in der Klubgeschichte den Schweizer Meistertitel. Das Team soll auch in der kommenden Saison zusammenbleiben und versuchen den Sport im Raum Zürich noch populärer zu machen.

Daniel Weissenbrunner
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Nicola Müller im Kampf um den Schweizer Meistertitel.

Nicola Müller im Kampf um den Schweizer Meistertitel.

Daniel Weissenbrunner

Wenn der Inhaber des Vitis Sportcenter, Heinz Locher, Klubpräsident Marco Casanova und Squash-Profi John Williams zusammen mit einem Glas Weisswein anstossen, dann liegt die Vermutung nahe, dass es etwas zum Feiern gibt. Das Klubheim der Grasshopper Squash-Sektion an der Forchstrasse in Zürich befand sich am Samstag fest in Schlieremer Händen. Die Mannschaft um ihr Aushängeschild Nicolos Müller hatte soeben die Trophäe für den Schweizer Mannschaftsmeister-Titel in Empfang genommen. Die Limmattaler stehen nach 2007 zum zweiten Mal an der nationalen Spitze im Squash.

Der Squash-Patron aus dem Limmattal

Heinz Locher, ansonsten nicht für emotionale Ausbrüche bekannt, schwärmte von der Darbietung der Spieler ohne Ende. Der Squash-Patron aus dem Limmattal erhielt die Dividende für sein sportliches Investment. «Mir geht es aber nicht ums Geld», beteuert Locher. Sein Engagement versteht er mehr als sozio-kulturellen Beitrag in eine Region, die sich mit gesellschaftlichen Spannungen auseinanderzusetzen hat. «Squash ist ein Katalysator. Er bietet jungen Menschen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.» Womit bereits beantwortet ist, dass Locher das Team auch in der kommenden Saison alimentieren wird. «Diese wunderbare Mannschaft soll zusammenbleiben.»

Den Schwung ausnutzen

John Williams nimmt diese Offerte mit grossem Wohlwollen entgegen. Der Australier ist im Team, bei den Sponsoren und im Präsidium gleichermassen beliebt. Williams hat mit seiner fachlichen Kompetenz und seiner offenen Art viel Goodwill für eine Disziplin geschaffen, die über den Status einer Randsportart auch mit dem Gewinn eines Meistertitels nicht hinauskommt. Mit dem Erfolg seines Teams soll sich das ändern. Er will den Schwung in künftige Projekte einfliessen lassen. Williams plant im kommenden Jahr ein PSA-Turnier in Schlieren. Er will die internationalen Topshots ins Limmattal holen. Der 40-Jährige erhofft sich mit den Swiss Open eine zusätzliche Wertsteigerung.

Williams ist überzeugt, dass der Raum Zürich ein ideales Biotop ist, um Squash noch populärer zu machen. Ob der Sportart den Durchbruch auf dem globalen Parkett gelingt, hängt indes von sportpolitischen Kräften ab. Trotz energischer Versuche des Weltverbandes Squash ins olympische Programm aufzunehmen, fehlte an der letzten Abstimmung 2005 die nötige Zweidrittelmehrheit. «Im September erfolgt der nächste Versuch», erklärt Klubpräsident Marco Casanova. «Es ist zu wünschen, dass es dieses Mal klappt.»

Nähchste Woche Einzel-SM

Die Teilnahme an olympischen Spielen würde Spielern wie Nicolas Müller oder dem grossen Nachwuschstalent Manuel Wanner nochmals neue Perspektiven bieten. Bis der Entscheid gefällt ist, werden sich Müller und Co. die Wettkämpfe, gemäss ihrer Agenda bestreiten. Der nächste Einsatz folgt bereits in wenigen Tagen. Dann steht die Schweizer Elitemeisterschaft in Langnau ZH auf dem Programm. Am Samstagabend wurde aber zunächst der Triumph ausgelassen gefeiert. Wohin der Tross zog, wollte der 18-jährige Benjamin im Team, Manuel Wanner nicht verraten. «Wir halten es wie immer, wir entscheiden uns spontan.»