Limmattal

Das Reppischtal ist ideal für Wandervögel

Sommerliche Idylle beim Färberhüsli in Dietikon; die Reppisch schlängelt sich den Häusern entlang.

Sommerliche Idylle beim Färberhüsli in Dietikon; die Reppisch schlängelt sich den Häusern entlang.

Die Reppisch ist ein knapp 25 Kilometer langer Fluss, der dem Türlersee entspringt und in die Limmat mündet. Ein Faltprospekt präsentiert nun Routenvorschläge für jeden Geschmack.

Dem Vogelgezwitscher und dem Rauschen des Flusses zufolge könnte man meinen, im tiefsten Amazonasgebiet zu stehen. Auch der tropisch-feuchte Geruch nach Moos und Holz verstärkt diese Annahme. Doch es ist nicht der Amazonas. Es handelt sich vielmehr um das naturnahe Gewässer der Reppisch. Diese ist ein knapp 25 Kilometer langer Fluss, der dem Türlersee entspringt und in die Limmat mündet.

Gebiet mit grossem Potenzial

Das grosse Potenzial des Reppischlaufs hat der Verein Idee Reppisch im Jahr 2000 erkannt und angefangen, das Gebiet um den Fluss herum aufzuwerten. Doch so einfach war das nicht, denn zu dieser Zeit herrschten grosse Interessenskonflikte zwischen Fischern, Jägern, Sportlern, Bauern, Naturschützern und Gemeinden. Die Aufgabe des Vereins bestand somit zu Beginn darin, zwischen den verschiedenen Gruppen zu vermitteln. Nur so konnten gemeinsame Lösungen für eine Aufwertung gefunden werden.

«Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten, haben nun alle Freude an diesem vielseitigen Gebiet», sagt Jean-Jacques Bertschi, der Präsident des Vereins Idee Reppisch. Die 130000Franken Spendengelder und die 500 Stunden Freiwilligenarbeit haben sich also definitiv gelohnt.

Praktisch und handlich

Nach all diesen Bemühungen wurde nun zudem ein Faltprospekt mit verschiedenen Wandervorschlägen zusammengestellt. Dieser beinhaltet die wichtigsten Informationen und Sehenswürdigkeiten, sagt Bertschi. Zuerst wollten sie im Verein ein ganzes Buch zusammenstellen, doch aus praktischen Gründen hätten sie sich dann doch für den Faltprospekt entschieden. «Der Prospekt sollte praktisch und handlich sein, damit man ihn für die Wanderung in den Hosensack stecken kann», sagt er.

Nicht nur für Wandervögel sei das vielfältige Reppischtal geeignet, sondern überdies hinaus auch für Hündeler, Sportler, Familien und Naturfreunde, fügt Christian Göldi an. Er ist für die Revitalisierung der Reppisch zuständig. Unter anderem hat Göldi die Herausforderung wahrgenommen, bereits kanalisierte Bachstellen wieder in den Naturzustand zurückzuwandeln. Um die Natur zu schützen, verlaufen daher nicht alle Wege direkt der Reppisch entlang, sondern etwas zurückversetzt, sagt er. Somit könne vielen Tieren wie Vögeln oder Fröschen sowie Pflanzen ein geschützter Lebensraum geboten werden.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten

An Sehenswürdigkeiten fehlt es entlang dem Reppischlauf nicht. Da wäre beispielsweise das Museum des Bergwerks Riedhof, das während des zweiten Weltkrieges eines der wichtigsten Kohlebergwerken im Kanton Zürich war und heute ein regional bedeutendes Industriedenkmal darstellt.

Auch die Aumüli in Stallikon kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken. Die Mühle wurde bereits 1328 in Betrieb gesetzt. Sie stellt ein repräsentatives Beispiel von Bauten des traditionellen Müllergewerbes samt Landwirtschaftsbetrieb dar. Zudem ist sie die letzte erhalten gebliebene Mühle und somit ein Objekt von kantonaler Bedeutung.

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