Schlieren
Das Parlament reist ins «Luzerner Schlieren»

Die Gemeinde Root (LU) zeigte den Politikern aus Schlieren auf ihrem Ausflug vertraute Seiten: Durchgangsverkehr, Ausländeranteil und Bevölkerungswachstum beschäftigen beide Gemeinden.

Florian Niedermann
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«Das Ziel unserer Reise wird das ‹Schlieren des Kantons Luzern› genannt», verriet Parlamentspräsident Lucas Arnet (FDP) zu Beginn des diesjährigen Parlamentsausflugs, der traditionell in die Heimatgemeinde des höchsten Schlieremers führte. Er habe diesen Vergleich als Kompliment verstanden, ob das die Rooter ebenso sehen würden, wisse er aber nicht, ergänzte Arnet schmunzelnd.

Tatsächlich zeigte sich im Verlauf des Tages, dass die beiden Gemeinden viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Vor der Kulisse der kleinen Rigi und des Zugersees auf dem Rooterberg schilderte der Präsident der Luzerner Gemeinde, Heinz Schumacher (FDP), den 28 mitgereisten Stadtrats- und Parlamentsmitgliedern die wirtschaftliche, soziale, kulturelle und verkehrstechnische Situation, die Root derzeit prägt.

Verkehr prägt Politik

Im Hauptort des unteren Rontals, zwischen Zug und Luzern gelegen, wohnen 4600 Personen. Wie in Schlieren erwartet man in den nächsten zehn Jahren ein starkes Bevölkerungswachstum. Root weist ebenfalls einen sehr hohen Ausländeranteil in der Bevölkerung auf. Und auch hier ist ein wichtiges Thema der lokalen Politik die Drosselung des Durchgangsverkehrs. Als Schumacher am Ende seiner Ausführungen auf das Freizeitangebot seiner Gemeinde zu sprechen kam, und die örtliche Indoor-Kletterhalle als «eine der grössten der Schweiz» anpries, korrigierte ihn Thomas Landis (FDP) lachend: «Sie meinen nach derjenigen in Schlieren.»

Hausberg zum Business Center

Nach dem ländlichen Teil auf dem Rooterberg bekam das Parlament auch das moderne Gesicht der Gemeinde zu sehen: das «Business Center D4», ein Wohn-, Gewerbe- und Geschäftszentrum, das mehrere Gebäude umfasst und deren Eigentümerin die Suva ist.

Der Komplex verfügt über eine Energieversorgung, die geothermische Energiespeicherung mit Photovoltaik und einer Holzschnitzelheizung verbindet. Hans Lötscher, der Verantwortliche für das infrastrukturelle und technische Gebäudemanagement, führte durch die Kühlungs- und Heizungsanlage und erzählte dabei einige Anekdoten dazu. So habe er beispielsweise den Feinstaub, der in der Anlage entsteht, anfänglich unterschätzt. Als er bei einer Panne ohne Schutzausrüstung in hineingeklettert sei, habe er zwei Wochen lang unter schwarzem Auswurf aus der Lunge gelitten.
In einem zweiten Teil führte die Assistentin der Immobilienbewirtschaftung, Karin Staub, die Parlamentsmitglieder in zwei Gruppen des Business Centers. Der Name leite sich von den vier Bereichen ab, denen die darin eingemieteten Firmen zuzurechnen seien – Mensch, Zeit, Umwelt und Technik –, erklärte sie.

Einer der wichtigsten Mieter ist ein Technopark, der – wie auch sein Zürcher Pendant - Start-up-Unternehmen aus dem Technologiesektor beheimate. Am Ende der Führung ermöglichte Staub den Schlieremern schliesslich einen Einblick in die Kletterhalle, die Gemeindepräsident Schumacher zuvor erwähnt hatte. Einige Parlamentarier konnten sich ein scherzhaftes «Jöö» beim Anblick nicht verkneifen.