Dietikon
Das Niveau beim «Limmataler Singtalent» war «gut bis sensationell» – das Finale ist im Mai

Eine dreiköpfige Jury der Stadtmusik wählte fünf Finalisten für das Limmattaler Singtalent.

Ly Vuong
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Limmataler Singtalent
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 Die 15-jährige Sandra Christen aus Urdorf sang Accapella ein Medley («May it be» von Enya, «Amazing Grace» und «I see fire» von Ed Sheeran).
 Die 14-jährige Mathula Manoharan brachte das Lied «Stitches» von Shawn Mendes mit.
 Die 20-jährige Miya Huang kommt aus China, studiert in Japan und macht an der ETH ein Austauschjahr. Sie hat Chorerfahrung, ist in einer Band und ist schon in Hongkongs Strassen aufgetreten. Sie sang mit Ukelele «Riptide» von Vance Joy.
 Simone Gabriele begleitete sich selbst mit Gitarre. Er performte «Pieces» von Sum 41.
 Désirée Vannaz (im Bild in der Mitte) kam mit Mutter Janine Vannaz und Kollegin Natalie Hafner.
 Der 21-jährige Luca Zwyssig aus Wettingen hat sich mit «Feeling good» von Michael Bublé angemeldet, entschied sich aber für das Stück «Dunkelheit zu Licht» von Roger Cicero. Die Jury fieberte sehr auf Bublé zu, denn Bublé wäre mit Big-Band-Begleitung, was zum Blasorchester der Stadtmusik passt.
 Die Jury von links: Marco Nussbaumer (Dirigent Stadtmusik), Tania Triaca (Trompeterin Stadtmusik, hat in verschiedenen Ensembles und Chöre gesungen) und Adrian Tonolla (Posaunist in der Stadtmusik).
 Juror und Dirigent der Stadtmusik Marco Nussbaumer war sehr zufrieden mit dem Niveau der Auftritte: Es sei gut bis sensationell. Juror Adrian Tonolla: Alle konnten Text und Lied. Jurorin Tania Triaca freute sich über die gute Durchmischung. Es gab Auftritte, bei denen sie sofort dachte: Das ist es.
 Martina Meier aus Wettingen hat Musicalerfahrung, ihr Herz aber schlägt für Rock’n’Roll und Country, macht zurzeit bei einem Schlagerprojekt mit. Sie nahm das Lied «Always remember us this way» von Lady Gaga mit.
 Kandidatin Violeta Boneva brachte «Cabaret» von Liza Minella mit.
 Die 37-jährige Sandra Lattore aus Zürich trug ein dreisprachiges Medley (Besame Mucho, Falling, La vie en rose) vor. Begleitet wurde sie von Gitarrist Stefano Roberti, mit dem sie auch an Hochzeiten auftritt. Nach der Performance sagte Jurorin Tania Triaca vor Begeisterung: «Wenn ich einmal heirate, engagiere ich sie».
 Der 17-jährige Claudio Cataldo ist vor über vier Jahren in die Schweiz gekommen. Er trug die Ballade «Lay me down» von Sam Smith vor.
 Kandidat Dan Paulweber aus Zürich ist castingerfahren. Er war schon bei Formaten wie «The Voice of Switzerland», «DSDS» oder «Popstars». Mit dem Stück «Purple Rain» von Prince möchte er Limmattaler Singtalent werden.
 Urs Busslinger sang «Moon over Bourbon Street» von Sting vor.
 Penelope Foschini brachte «Nothing compares to you» und «Kiss» von Prince mit. Die Jury wünschte sich «Kiss» von Prince.
 Anja Wigger aus Dietikon trug «Hurt» von Christina Aguilera vor.
 Die Jury machte Notizen, damit sie nach allen Auftritten eine Auswahl treffen konnte, deshalb gab es auch nicht wie bei Fernseh-Casting-Formaten eine Bewertung, die sie dem Kandidaten mitteilte: Adrian Tonolla (Posaunist in der Stadtmusik), Marco Nussbaumer (Dirigent Stadtmusik), Tania Triaca (Trompeterin Stadtmusik, hat in verschiedenen Ensembles und Chöre gesungen).
 Claudia Lenggenhager (links im Bild) von der Stadtmusik Dietikon betreute die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Warteraum backstage. Hier wartet sie gerade mit Kandidatin Penelope Foschini. Foschini hat zwei Lieder mitgenommen, entweder singt sie «Nothing compares to you» oder «Kiss» von Prince.

Limmataler Singtalent

Ly Vuong

Die Stadtmusik Dietikon sucht das «Limmattaler Singtalent». Mitmachen konnte man ab 14 Jahren, Bedingung war: keine Berufsmusiker. Die Bandbreite der Teilnehmer bewegt sich zwischen 15 und 50 Jahren. Angemeldet haben sich 16 Anwärter aus dem Limmattal, gekommen sind am Samstag zum Casting im Probelokal der Stadtmusik 14 Kandidatinnen und Kandidaten. Unter ihnen waren auch eine Austauschstudentin aus China, die bereits in Hongkongs Strassen aufgetreten ist, Jungtalente aus Italien, aber auch lokale Entdeckungen – und ein TV-casting-erfahrenerKandidat.

Im Nu verwandelte sich das Probelokal der Stadtmusik in ein Casting-Format. Anders als bei den TV-Shows gab es kein Publikum. Für die Vorauswahl war eine dreiköpfige Jury der Stadtmusik zuständig: Dirigent Marco Nussbaumer, Posaunist Adrian Tonolla und Trompeterin Tania Triaca. Triaca hat in verschiedenen Ensembles und Chören mitgesungen.
Jeweils zehn Minuten waren pro Teilnehmer reserviert. Die meisten nahmen zur moralischen Unterstützung Freunde oder Eltern mit. Sie performten ohne Mikrofon, konnten aber auf Wunsch mit Begleitmusik aus den Boxen singen. Vor dem Vorsingen stellten sie sich mit ihrem musikalischen Hintergrund und ihrer Motivation vor.

Wie Miley Cyrus

Aufmerksam nahm die Aescher Gemeinderätin Janine Vannaz mit dem Handy den Auftritt ihrer 15-jährigen Tochter Désirée auf. Nachdem sie das Lied «All I Want» von Kodaline vorgetragen hatte, sagte Juror Nussbaumer leise zur Jurykollegin Triaca: «Sie hat etwas von Miley Cyrus.» Die Jury teilte ihre Bewertungen nicht mit. Erst in Abwesenheit der Kandidaten tauschten sie sich aus.

Beim Teilnehmer Dan Paulweber fand Triaca: «Man merkt, er hat Erfahrung.» Paulweber nahm schon bei Formaten wie «DSDS», «The Voice» und «Popstars» teil. Auf Anhieb die Jury verzaubert hatte die 37-jährige Zürcherin Sandra Lattore mit ihrem Medley aus «Besame mucho», «Fallin’» und «La vie en rose». Begleitet wurde sie live von Gitarrist Stefano Roberti aus Lugano. Das Duo sei regelmässig an Hochzeiten anzutreffen. Jurorin Triaca war so begeistert, dass sie sagte: «Wenn ich heirate, engagiere ich sie.»

Für die Betreuung der Teilnehmer backstage zuständig waren Leandro Nuccio und Claudia Lenggenhager. Einigen sähe man die Nervosität an. Die Stimmung im Warteraum sei aber gut und kollegial, so Lenggenhager. Überrascht sei sie über die Spontaneität einiger Kandidaten, die erst beim Auftritt entschieden, welchen Titel sie vortrugen.

Einer dieser Spontanen war der 21-jährige Luca Zwyssig aus Wettingen. Er meldete sich im Vorfeld mit «Feeling Good» von Michael Bublé an, trug aber «Dunkelheit zu Licht» von Roger Cicero vor. Bublé wäre mit Big-Band-Begleitung, was zum Blasorchester der Stadtmusik passen würde.

Die fünf Ausgewählten werden im Mai im Finale in der Stadthalle ein Stück vortragen, das Dirigent Nussbaumer mit dem Stadtmusik-Orchester arrangiert. Schliesslich wartet auf den Gewinner, der dann vom Publikum erkoren wird, eine professionelle CD-Aufnahme mit dem Blasorchester der Stadtmusik. Vorerst fand die definitive Auswahl der fünf Finalisten hinter geschlossenen Türen statt. Nach dem Casting sagte Nussbaumer: «Das Niveau der Teilnehmer war gut bis sensationell». Die Musikauswahl sei aber sehr balladenlastig. Es schwebe ihm vor, einige, die fürs Finale infrage kommen, zu etwas Fetzigerem zu motivieren, verriet der Dirigent. Juror Tonolla war ebenfalls zufrieden: «Es gab keine Fremdschäm-Momente, alle waren super vorbereitet und haben tolle Musik gezeigt.»