Es steht da wie eine Jacht in der Morgensonne: Das Schulhaus Haldenacher, Lösung des Platzproblems der Primarschulgemeinde Birmensdorf, geschätzte 13,7 Millionen Franken schwer, ist nach jahrelanger und an Wendungen reicher Planungs- und Bauphase bezugsbereit. Im Juli war das Gebäude des Architekturbüros Dürig AG auf schuleigenem Boden fertig gebaut. Vor zwei Wochen nahm es seine Besatzung, rund 250 2. bis 6. Klässler, auf.

Ernst Brand, Präsident der Primarschulpflege, führte am Mittwochmorgen durch die leeren Schulhausflure. Es herrscht beklemmende Stille. Wände und Decken seien schallschluckend, bemerkt Brand. Eigentlich sei Holz als tragendes Element vorgesehen gewesen, letztlich habe man sich für Beton entschieden. Dafür sind die Schulräume mit hellem Seekiefer-Holz verkleidet und die Aussenfassade mit Tannenholz.

Der Unterricht ist transparent

Der Grundriss ist rasch erklärt: Im Parterre befinden sich das Lehrerzimmer, zwei Musikzimmer und ein Psychomotorik-Raum, die zehn Klassenzimmer und mehrere Gruppenräume liegen im 1. und 2. Stock, ebenso ein Mehrzweckraum, aus dem drei zusätzliche Schulzimmer entstehen könnten. Aus feuerpolizeilichen Gründen sind die Schulräume um die beiden Treppenhäuser angeordnet. Jedes Klassenzimmer hat zwei Ein- und Ausgänge. Brand erklärt: «Dadurch, dass in einem Ernstfall beide Türen zur Verfügung stehen, dürfen wir die Korridore als offene Lernräume nutzen.»

Es zeigt sich, die Architekten warten mit einiger Extravaganz auf. Im Herzen des Neubaus ist etwa ein Cheminée in die Wand eingelassen. Bei einigen Klassenzimmern ist eine Wand ganz aus Glas. Dadurch sieht man Eveline Jahn, Fachlehrperson Deutsch für Fremdsprachige, gerade mit einer Schülergruppe arbeiten. Jahn freut besonders, dass die Unterrichtsteams nun an einem Ort konzentriert sind. «Der Neubau wird den modernen Unterrichtsformen gerecht.»

Neuste Technik

Es klingelt zur Pause. Türen knallen, die Korridore füllen sich, Kinder stürmen nach draussen. Neben dem Klettergerüst hat sich eine Gruppe Fünftklässler niedergelassen. Aidan (10) gefallen die sich automatisch öffnenden Türen im Gebäude und «die elektrische Wandtafel», also das interaktive Whiteboard, das neben der herkömmlichen Tafel zum Einsatz kommt. Merle (10) mag, dass es in den Zimmern kühl ist, so kann sie sich besser konzentrieren.

Daniel Traub, Vorsitzender der Baukommission und Bauherr des Projekts, ist auch vor Ort. «Wir sind stolz darauf, etwas Schönes geschaffen zu haben», sagt er. Die neuste Technik des Schulhauses umfasst eine komplexe Lichtsteuerung, bei der sich die Beleuchtung mittels Bewegungssensoren selbst regelt. Auffällig sind die Schlitze in der Schulhausfassade: Lüftungsklappen für die sommerliche Nachtauskühlung, erklärt Traub. Über sie kann in der Nacht erwärmte Luft entweichen und kühle nachströmen. Geheizt wird mit Gas.

Auf die Frage nach den effektiven Kosten des Neubaus sagt Traub ausweichend: «Wir sind sicher im Budget.» Die Bauabrechnung sei noch nicht erstellt. Wann es das nächste Mal eine Ergänzung zum bestehenden Schulraum brauche, lasse sich heute nicht abschätzen. Traub sagt: «Hoffen wir, wir haben Ruhe für die nächsten 20 Jahre.»