«Das ist eine andere Welt»

Nach erfüllter EM-Limite und dem Gewinn des Schweizer Meistertitels über 400 Meter Hürden in Lugano blickt der 23-jährige Geroldswiler in Richtung Europameisterschaften in Barcelona.

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«Das ist eine andere Welt»

«Das ist eine andere Welt»

Limmattaler Zeitung

Yannick Stahel

Fausto Santini, zum zweiten Mal konnten Sie in Lugano die SM gewinnen. War die Titelverteidigung für Sie das Mindestziel?

Fausto Santini: Ja, den Titel zu verteidigen, war ein klares Ziel. Ich wusste, dass einige Läufer noch heiss auf die EM-Limite sind. Das resultierte schliesslich in schnellen Vorläufen. Ich hatte mir vorgenommen, diese zu kontrollieren, was mir trotz guter Zeit nicht wunschgemäss gelang. Im Final konnte ich meine Leistung abrufen und mir den Titel mit exakt derselben Zeit wie im Final von 2009 sichern.

Verglichen mit Ihrer Bestleistung vor rund einer Woche wurden Sie wieder etwas langsamer. Sind das schlechte Vorzeichen für die EM?

Santini: Nein, es war ein sehr positiver Test für mich. Zwar habe ich die Belastungen der Qualifikation langsam gespürt, trotzdem konnte ich die EM-Limite fast bestätigen. Der Gegenwind erschwerte die Verhältnisse, unter diesen Umständen ist es eine sehr erfreuliche Zeit.

Wo sehen Sie Ihre Laufzeit zukünftig?

Santini: Man sollte sich nicht zu viel Gedanken bezüglich Zeit machen und einfach rennen. Wenn alles aufgeht, schaffe ich es diese Saison vielleicht noch unter 51 Sekunden. Wichtig ist, dass man so läuft, wie man es sich vorgenommen hat.

Was sind Ihre Ziele in Barcelona?

Santini: Ich möchte die Limite bestätigen. Optimal wäre es, wenn ich eine persönliche Bestleistung aufstellen könnte. Das Maximum ist, den Halbfinal zu erreichen. Ich will einfach eine super Leistung auspacken.

Wie holen Sie sich in den letzten Tagen vor der EM den Feinschliff?

Santini: Wichtig ist, sich nach der Meisterschaft und Qualifikation bestmöglich zu erholen. Ich werde sicherlich noch ein intensives Training absolvieren. Sonst stehen Erholungstrainings auf dem Programm. Bis zu den EM-Vorläufen muss ich meinen Körper regenerieren.

Der Weltrekord liegt bei 46,78 Sekunden und wurde 1992 in Barcelona aufgestellt. Wie weit sind Sie von der absoluten Weltspitze noch entfernt?

Santini: Das ist schon noch ein ganz anderes Niveau. Vor allem der Weltrekord wird noch ein paar Jahre bestehen. Die Weltspitze bewegt sich langsam wieder in Richtung 47 Sekunden, in Europa kommt man den 48 Sekunden immer näher. Für mich ist das noch eine andere Welt.