Schlieren

Das ist der neue Investor für den Alterszentrum-Neubau

Die Pensionskasse SHP soll das neue Alterszentrum im Schlieremer Stadtpark im Baurecht realisieren.

Die Pensionskasse SHP soll das neue Alterszentrum im Schlieremer Stadtpark im Baurecht realisieren.

Der Schlieremer Stadtrat hat bereits eine Vorstellung, wen er mit der Erstellung des Millionenbaus betrauen will.

Der Alterszentrum-Neubau, der im künftigen Schlieremer Stadtpark gleich neben dem Ortsmuseum realisiert werden soll, wird konkreter. Diese Woche gab der Stadtrat bekannt, dass er das Projekt im Baurecht durch die Pensionskasse SHP realisieren lassen wolle und ein langfristiger Mietvertrag der Stadt das Nutzungsrecht sichere. Bei der SHP handelt es sich um die Pensionskasse der Schlieremer Verwaltungsangestellten. SHP steht für Spital-, Heim-, und Pflegepersonal. Ein entsprechender Vertrag wird dem Gemeindeparlament zur Genehmigung unterbreitet.

Der Bau einer neuen Alterseinrichtung ist aus Sicht des Stadtrates zwingend notwendig, da das Haus für Betagte Sandbühl den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Ende 2017 sprach das Gemeindeparlament einen 570'000-Franken-Kredit für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs. Der Neubau soll voraussichtlich 60 Wohnungen zwischen 1,5 und 3,5 Zimmer enthalten. In diesen sollen auch pflegerische Leistungen in Anspruch genommen werden können. Weiter sind 20 Einbett- und 5 Zweibett-Pflegezimmer sowie Hotellerie und öffentliche Nutzung im Erdgeschoss geplant, wie es in der Mitteilung heisst. Ging man im vergangenen Herbst noch von Erstellungskosten von rund 42 Millionen Franken aus, benötigt man nun weniger Geld. «Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 40 Millionen Franken», schreibt die Stadt.

Nachdem die Pensionskasse des Verwaltungspersonals der Stadt Schlieren den Bau erstellt hat, werde ihn die Stadt mindestens 40 Jahre lang mieten mit Option auf eine Verlängerung von 20 Jahren.

Stadt verspricht faire Mieten

Mit diesem Finanzierungsmodell verspreche sich die Stadt tiefere Baukosten durch effizientere Bauabläufe und die Möglichkeit zur Mehrwertsteuer-Optimierung des Gebäudes. «Durch die steigenden und planbaren Kosten kann die Stadt die Miet- und Pensionspreise über die gesamte Vertragsdauer fair gestalten und unter der Marktmiete anbieten», schreibt der Stadtrat. Im Gegensatz zur öffentlichen Hand könne die SHP etwa Rücklagen für Erneuerungsinvestitionen bilden, was ein grosser Vorteil sei.

Vermieden werden könne auch eine weitere Verschuldung. Wie der Jahresrechnung 2018 zu entnehmen ist, hat Schlieren Nettoschulden in der Höhe von knapp 34 Millionen Franken. «Mit der SHP Pensionskasse hat die Stadt eine zuverlässige Partnerin gefunden, die dem städtischen Personal nahesteht und als Vorsorgeeinrichtung im Gesundheits- und Altersbereich wie auch in der öffentlichen Verwaltung tätig ist.»

Bericht zur «Grünen Mitte»

Im vergangenen März lancierte die Stadt den Architekturwettbewerb, nachdem er wegen Uneinigkeiten mit dem Kanton bezüglich Erschliessung des Neubaus hatte verschoben werden müssen. Dies nahm die Stadt zum Anlass, um über die Bücher zu gehen. Beim Start der Planung war man noch davon ausgegangen, dass auf dem Kulturplatz neben dem Zentrumskreisel eine neue Stadthalle erstellt werde. Ein Projektierungskredit dafür erlitt im Frühling des vergangenen Jahres jedoch Schiffbruch an der Urne. In der Folge liess der Stadtrat einen Planungsbericht zur Einbettung des Baus in den Stadtpark mit dem Titel «Grüne Mitte» erstellen, der neu im Programm des Architekturwettbewerbs aufgenommen wurde.

Wie der stadträtliche Antrag im Parlament ankommt, ist unklar. Bei der Diskussion im September 2017 über den Kredit für einen Architekturwettbewerb, gab es vonseiten der SP kritische Töne zum Finanzierungsmodell. Der damalige Gemeinderat Robert Horber verwies darauf, dass sich seine Fraktion gegen das Investorenmodell wehren werde. Vermöge es Schlieren nicht, den Bau selber zu finanzieren, so solle man darauf verzichten, sagte er damals. Finanz- und Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) verwies darauf, dass sich nur die wenigsten ein Einfamilienhaus ganz ohne Fremdfinanzierung leisten können.

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