Es riecht noch immer nach Chlor. Aber das Schwimmbecken, sonst gefüllt mit Tausenden Litern Wasser, ist leer. Einzig ein paar Schläuche liegen auf dem Boden, eingeseift mit Putzmittel. Auf den Beckenstufen kniet ein Plattenleger und spitzt abgesprengte oder beschädigte Mosaiksteinchen weg.

Der Zeitplan ist eng. Im Schwimmerbecken das Wasser abzulassen, dauert allein rund 40 Stunden. Danach muss das Becken mit Entfettern und Entkalkungsmitteln geschrubbt werden; jede Fuge, jede Armatur und jedes Plättli wird kontrolliert und nötigenfalls ersetzt. Das dauert; die Mosaikplättchen stammen noch aus dem Jahr 1974, als das Hallenbad gebaut wurde. «Die Steine und die Fugen sind entsprechend anfällig», sagt Schwarz.

Trinkwasser aufheizen

Ist das Becken geputzt, muss es so schnell wie möglich wieder aufgefüllt werden: 650 Kubikmeter reinstes Trinkwasser werden allein ins Schwimmerbecken gepumpt, im Nichtschwimmerbecken sind es 69 Kubikmeter. Nach dem Füllen muss das Wasser aufgewärmt werden. «Das Wasser ist nur rund acht Grad Celsius warm, wenn es ins Becken fliesst», sagt Schwarz. Während zwei bis drei Tagen wird es dann mittels Pumpen umgewälzt und aufgeheizt, bis es die Temperatur von 28 Grad erreicht.

Ist das nicht sehr warm? Schwarz nickt. «Die Gäste wollen immer wärmeres Wasser. Als ich in den Achtzigerjahren als Bademeister begonnen habe, waren 23 bis 25 Grad noch das höchste der Gefühle.»

80 Zentimeter dicken Beckenwand

Die Wassertemperatur ist aber nicht der einzige Grund, weshalb die Schwimmbecken so schnell wie möglich wieder gefüllt werden müssen: «Sind die Beckenwände vom Wasserdruck entlastet, fangen sie an sich zu bewegen», sagt Schwarz. So könnten sich in der 80 Zentimeter dicken Beckenwand feinste Risse bilden oder die Wände sich verziehen.

Die Putzarbeit erleichtert hat Schwarz’ Crew die Sanierung im Jahr 2008. Die Garderoben, WC- und Duschanlagen und auch der Wellnessbereich sind neu gemacht worden. Hier brauche es nicht ganz so viel Einsatz, um alles wieder auf Vordermann zu bringen – anstrengend ist es trotzdem: Die Haarföhne müssen beispielsweise in Einzelteile zerlegt und von Haaren und Staub befreit werden. Und im Dampfbad muss die Decke neu gestrichen werden. «120 Prozent Luftfeuchtigkeit und 45 Grad Hitze setzen der Farbe zu, sie blättert ab», sagt Schwarz.

Unappetitliche Aufgabe

Überall im Bad sind die Badangestellten an der Arbeit: Martha Huayamave spritzt den Beckenboden mit einem Hochdruckreiniger ab, Katja Ganz putzt die Garderobenschränkli beim Fitnessraum und Leonard Hegemann repariert im Maschinenraum das Trittbrett eines Fitnessgerätes. Auch Plattenleger Ueli Bosshard hat inzwischen den Raum gewechselt und kittet jetzt Steinchen im Saunabereich. Seit 1994 ist er jedes Jahr bei der Revision mit dabei. «Ich kenne hier jede Ecke und weiss, wo die Schwachstellen sind.»

Schwarz steht im unterirdischen Maschinenraum. Hier befindet sich das Herz des Hallenbades. Die Pump- und Filteranlagen halten das Wasser warm und sauber. Auch hier muss geputzt werden: Die Lamellen aus den Filteranlagen müssen mit Entfetter gereinigt werden. Eine unappetitliche Aufgabe. Schwarz: «Die Lamellen sind voller Haare und Hautschuppen. Auch das eine oder andere Pflaster ist darunter.»

Revision Das Hallenbad Uitikon ist noch bis zum 12. August geschlossen.