Überraschung in Dietikon: Mit einem sehr deutlichen Resultat wurde am Sonntag die parteilose Evelyn Preisig in die Schulpflege gewählt. Sie setzte sich gegen Werner Hogg (FDP) durch. Mit 1717 Stimmen sprachen sich 59,3 Prozent der Stimmberechtigten für Preisig aus, während 1132 oder 39,1 Prozent für Hogg votierten. 48 Stimmen gingen an vereinzelte andere Personen. Die Stimmbeteiligung lag bei tiefen 27,5 Prozent.

Überraschend ist die deutliche Wahl der 39-jährigen Preisig vor allem deshalb, weil sie bisher noch kein politisches Amt innehatte und in Dietikon kaum bekannt ist, während der 64-jährige Hogg eine bekannte Figur auf dem politischen Parkett ist. Er war bis im letzten Jahr 13 Jahre lang Mitglied des Gemeinderats, ist Präsident der FDP Dietikon und bereits früher einmal acht Jahre lang in der Schulpflege tätig. Zudem engagiert sich der pensionierte Ökonom als Klassenbegleiter.

«Habe erwartet, gewählt zu werden»

Hogg war am Sonntag enttäuscht über seine Nicht-Wahl: «Ich kann schon sagen, dass ich erwartet habe, gewählt zu werden», sagte er. Er werde jedoch darauf verzichten, bei einer zukünftigen Schulpflegewahl wieder anzutreten. «Ich habe nun Zeit, meine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen und hätte dies gerne für die Schule gemacht», sagte er. Nun werde er sich jedoch nach einer anderen Möglichkeit umsehen, so Hogg. Es gehe ihm vor allem darum, seine Zeit sinnvoll an einem Ort einzusetzen, wo er helfen könne.

Auch Preisig zeigte sich überrascht über ihre Wahl: «Ich hätte nicht erwartet, dass es klappt», sagte die 39-Jährige. Weshalb sie sich gegen den weitaus bekannteren Hogg habe durchsetzen können, wisse sie auch nicht, sagt sie. Allenfalls sei es, weil sie als Primarlehrerin den Schulbetrieb sehr gut kenne. Preisig, die verheiratet ist und zwei kleine Kinder hat, hat früher zudem als Schulleitungs-Stellvertretung gearbeitet und als kaufmännische Angestellte in der Schulverwaltung. Über ihre Wahl freue sie sich riesig, sagte Preisig. Sie ist nun für den Rest der Amtsdauer bis 2018 gewählt.