Ständeratswahlen

Das Ende der Ära von Christoph Blocher

Christoph Blocher nach der verlorenen Wahl

Christoph Blocher nach der verlorenen Wahl

Christoph Blocher, der Übervater der SVP, hat im Heimatkanton bei der Ständeratswahl eine deutliche Abfuhr erlitten. Nicht einmal an seinem Wohnort war er erste Wahl. Das zeigt: Die Ära Blocher ist vorbei, auch wenn er weiter politisieren wird.

Felix Gutzwiller (FDP) und Verena Diener (GLP) sind am Ziel: Sie vertreten den Kanton Zürich weitere vier Jahre im Ständerat. Das war abzusehen. Erstaunlich war hingegen die eigentliche Abfuhr als Politiker, die Mitkandidat Christoph Blocher (SVP) im 2.Wahlgang ausgerechnet in seinem Heimatkanton erfuhr. Das Resultat zeigt: Die Ära Christoph Blocher ist vorbei, auch wenn der SVP-Übervater als Nationalrat weiterhin politisieren wird.

Blochers Argument, dass «alle gegen die SVP» waren, ist nur die halbe Wahrheit. Blocher konnte selbst innerhalb der SVP sein Potenzial nicht mehr ganz ausschöpfen, wie das Resultat in einzelnen Gemeinden zeigt.

Damit wird deutlich: Die SVP scheint den Bogen überspannt zu haben mit ihrer polarisierenden Politik, die sich stark auf Ausgrenzung und Verunglimpfung von Minderheiten und sozial Schwachen abstützt. Kein Wunder, dass es in der SVP verstärkt Forderungen nach gemässigteren Positionen gibt.

Extreme sind nicht mehr gefragt, das machten bereits die Nationalratswahlen vom 23.Oktober deutlich, in Zürich wie in der übrigen Schweiz, wo die politische Mitte gestärkt wurde. Die Wählerinnen und Wähler fordern mehr Zusammenarbeit in der Politik. Werte wie Konkordanz und Solidarität scheinen gestärkt zu sein.

Weil das ausgerechnet jene Partei, die vorgibt am nächsten bei den Leuten zu politisieren, nicht erkannt hat, ist sie in Zürich heute keine 30-Prozent-Partei mehr. Und weil auch Christoph Blocher nicht für diese Werte steht, wurde er nicht Ständerat, obwohl er für den Wahlkampf Kreide gegessen hatte.

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