Urdorf
Das Collegium Musicum Urdorf spielte ein Konzert, das viele Sinne ansprach

Wunderbare Musik, eine alte und dennoch neue Geschichte - packend erzählt vom Schauspieler Peter H. Keller und den Tänzen der Tanzfabrik Urdorf: Dieser Mix ermöglichte ein Familienkonzert, das für Gross und Klein etwas zu bieten hatte.

Christian Murer
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Das Collegium Musicum Urdorf (CMU) spielte Edvard Griegs «Peer Gynt», Jugendliche tanzten dazu auf der Embribühne.
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Ein Arabischer Tanz getanzt von den Maedchen der tanz-fabrik
Break Dancer der tanz-fabrik Urdorf
Kesselpaukenspielen ist attrativ
Ein zukuenftiger Pablo Casals
Break Dancer der tanz-fabrik Urdorf in Aktion
Jugendliches Schlussbouquet der tanz-fabrik Urdorf
Cosma Walther beim Ueben am Cello

Das Collegium Musicum Urdorf (CMU) spielte Edvard Griegs «Peer Gynt», Jugendliche tanzten dazu auf der Embribühne.

Christian Murer

«Die grosse Überraschung für mich selber war der Tanz der Jugendlichen der Tanzfabrik Urdorf», sagt Dirigent Pascal Druey. Denn: In kürzester Zeit erarbeiteten die drei Gruppen mit ihren Tanzlehrerinnen und -Lehrern eine mitreissende Choreografie. «Sie ermöglichten damit den tanzenden Kids einen modernen Blick auf die klassische Musik», so Druey. Für ihn als Dirigenten sei es ein besonderes Vergnügen gewesen, den jugendlichen Tänzerinnen und Tänzern während ihrer Darbietungen zur Musik des Orchesters zuschauen zu dürfen.

Ibsens Gedicht und Griegs Musik

Wer kennt Peer Gynt? Dies war der Titel des Familienkonzerts im ausverkauften Embrisaal. Peter H. Keller moderierte und das Collegium Musicum Urdorf spielte. Um was ging es denn bei diesem dramatischen Gedicht von Henrik Ibsen und der Musik des norwegischen Komponisten Edvard Grieg? In den Augen der Dorfgemeinschaft ist der Junge Peer ein Aufschneider und Versager. Er ist ein Aussenseiter, der sich am liebsten seine eigene Welt zusammenfantasiert.

So verlässt er seine Heimat, seine Mutter und das Mädchen Solvejg, das ihn liebt, um in der weiten Welt sein Glück zu finden. Er gerät in abenteuerliche, mythische und exotische Gefilde, gewinnt und verliert Besitz und Macht. So läuft er, während er glaubt sich selbst zu verwirklichen, sein ganzes Leben vor sich selbst davon. Als alter Mann kehrt er in sein Dorf zurück, hört Solveigs Stimme und erkennt, dass sein Kaiserreich schon immer hier gewesen wäre.

Erzähler und Moderator Peter H. Keller, der die Geschichte in Mundart zusammengestellt hat, sagte zur Urdorfer Fassung: «Es ist einfach super, wenn man eine Geschichte nicht nur erzählen, sondern auch didaktisch aufzeigen kann, wie musikalische Bilder entstehen.» Für ihn sei dies eine dreifache Erzählweise gewesen - nämlich mit Musik, mit Worten und in getanzten Bildern. «Das Konzert hat viele Sinne angesprochen und konnte Jung und Alt gleichermassen begeistern», sagte Keller und fuhr fort: «Es war eine Sage und eine über hundert Jahre alte Musik, vom CMU gespielt und verbunden mit der jungen Sicht der Tanzfabrik Urdorf - einfach toll.»

Viel Spass beim Einstudieren

Und die beiden Break-Dancer Roman Kiwic und Manuel Glahn sagten nach der Aufführung: «Es war für uns cool, auch einmal zu klassischer Musik zu tanzen.» Sie durften nämlich zu Beginn der Choreografie auch ihre eigenen Ideen einbringen. «Wir hatten dann viel Spass beim Einstudieren, denn es war einmal etwas ganz Anderes», so die beiden Vierzehnjährigen aus Dietikon und Urdorf.

Nach dem Familienkonzert nahmen die Kinder und Jugendlichen die Gelegenheit des CMU wahr, die einzelnen Instrumente selber in die Hand zu nehmen und sich von den «Profis» instruieren zu lassen. «Ich habe viele Instrumente ausprobiert und das hat mir viel Freude bereitet», sagt der zwölfjährige Cosma Walther nach der Instrumentenvorführung.