Agglomerationsprogramm
Das Agglomerations-Programm Limmattal soll die Lebensqualität sichern

Seit gestern ist der Inhalt des von den Kantonen Zürich und Aargau gemeinsam erarbeiteten Agglomerationsprogramms Limmattal bekannt. Es setzt auf Vernetzung, Verdichtung und Verlagerung.

Bettina Hamilton-Irvine
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Das Agglomerationsprogramm Limmattal will die Lebensqualität erhalten
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Ein Beschleunigungsprogramm soll Busse effizienter machen
Der BD-Doppelspur-Ausbau ist eine zentrale Massnahme
Die Limmat wird im Agglomerationsprogramm als «blaues Band» bezeichnet

Das Agglomerationsprogramm Limmattal will die Lebensqualität erhalten

ZVG

Es ist eines von vier Agglomerationsprogrammen - die anderen betreffen die Stadt Zürich und das Glatttal, das Zürcher Oberland und Winterthur - der zweiten Generation, anhand deren sich die Kantone ab 2015 eine finanzielle Beteiligung des Bundes an ihren Projekten sichern wollen.

In den Perimeter des Agglomerationsprogramms Limmattal gehören die Gemeinden des Bezirks Dietikon ohne Birmensdorf, Aesch und Uitikon sowie Bergdietikon, Spreitenbach, Killwangen und Würenlos. Bevor das Programm bis spätestens Ende Juni 2012 beim Bund eingereicht wird, können sich die Gemeinden, Planungsregionen und die Bevölkerung ab sofort in einem öffentlichen Mitwirkungsverfahren äussern.

Die Programme legen die langfristigen Entwicklungsziele in den Bereichen Verkehr, Siedlung und Landschaft fest und definieren Massnahmen, um diese zu erreichen. Im Bereich Landschaft wurden unter anderem die folgenden Massnahmen bestimmt:

• Für die vollständige Umsetzung des Agglomerationsparks gilt es, eine Road Map zu erstellen.

• Um Naturräume und Freiflächen aufzubauen, wird ein ganzes Massnahmepaket aufgelistet. Dazu gehören unter anderem Hochwasserschutz, das Projekt Limmatuferweg, ein Wildtierkorridor in Urdorf, die Revitalisierung der Reppisch oder die Erhaltung unverbauter Räume am Altberg.

• Damit Querverbindungen für Flora und Fauna gesichert werden können, soll ein Konzept für den Aufbau und Betrieb eines Gebietsmanagements Landschaft erstellt werden.
Im Bereich Siedlung gilt es unter anderem, Nutzungsschwerpunkte sowie Zentrenbildung zu fördern und sowie die Ausdehnung der Siedlungen zu begrenzen. Dies soll etwa durch die folgenden Massnahmen erreicht werden:

• Für die konsequente Umsetzung der kantonalen und regionalen Raumordnungskonzepte wird ein Konzept erstellt.

• Durch die Förderung von Konkurrenzverfahren wie Wettbewerbe durch die öffentliche Hand wird eine gute Siedlungs-, Wohn- und Infrastrukturqualität erreicht.

• Entlang der Limmattalbahn und in Entwicklungsgebieten soll das Siedlungsband verdichtet und die urbane Mischnutzung gefördert werden.
Am umfassendsten sind die Massnahmen im Bereich Verkehr. Sie sollen eine «hoch verfügbare übergeordnete» Anbindung des Limmattals an den öffentlichen Verkehr sicherstellen sowie die Kapazität des Feinverteilernetzes durch «gezielte schienengebundene Neu- und Ausbauten» steigern.

• Die Realisierung der Limmattalbahn ist die zentrale Massnahme des Agglomerationsprogramms Limmattal. Sie schafft die Voraussetzungen, um das prognostizierte Verkehrswachstum abzuwickeln.

• Geplant und ebenfalls zentral ist ausserdem der Doppelspur-Ausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn.

• Ein Busbeschleunigungsprogramm, der Ausbau des Schnellzughalts in Dietikon, die Anpassung des Busliniennetzes, die Optimierung der Park-and-Ride-Anlagen an den Bahnhöfen und die Verlängerung der Unterführung Bahnhof Glanzenberg sind weitere Massnahmen, welche den öffentlichen Verkehr aufwerten sollen.

• Im Teilbereich Langsamverkehr sollen vor allem Netzlücken geschlossen und eine Trennwirkung vermindert werden. Dazu gehört beispielsweise in Dietikon eine Fussgängerbrücke im Bereich Silbern-Niderfeld, der Ausbau der Radweg-Querverbindung zwischen Unterengstringen und Schlieren und die geplante Brücke beim EKZ-Areal Dietikon als Limmatübergang.

• Um die Kapazitäten des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und den Verkehrsfluss zu optimieren, wird die Umsetzung der MIV-Studie Limmattal vorgeschlagen: Dazu gehören Massnahmen wie der Ausbau der Mutschellen- und Überlandstrasse und eine Verlagerung auf die Bern- und Überlandstrasse.