Im Februar waren im Bezirk Dietikon 2505 Personen arbeitslos. Das sind 98 Personen weniger als noch im Januar und entspricht einem Rückgang um 3,8 Prozent. Besonders erfreulich: Mit 5,4 Prozent liegt die Arbeitslosenquote auf einem Niveau, das letztes Jahr erst im Sommer erreicht wurde (siehe Grafik). Die Zahlen wurden gestern vom kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit veröffentlicht – wie üblich sind es die höchsten vom ganzen Kanton.

«Treibende Kraft der positiven Entwicklung ist das Baugewerbe», sagt Peter Greif vom Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) in Dietikon. Schon im Februar gab es diverse Tage mit Temperaturen weit über null Grad. «Dies führte dazu, dass der Hochbau früher als üblich mit Betonieren beginnen konnte», so Greif. Auch die Flachdachspezialisten hätten bereits mit grossen Arbeitsvolumen zu arbeiten begonnen. Fazit: Der saisonale Anstieg im Baugewerbe findet dieses Jahr früher statt. Das ist aber nicht alles: Laut Amt für Wirtschaft und Arbeit ist der Rückgang der Arbeitslosenquote je zur Hälfte auf saisonale und konjunkturelle Faktoren zurückzuführen.

Interessant ist auch ein weiteres Detail: Während zwar die Arbeitslosenquote gesunken ist, ist die Anzahl Stellensuchender praktisch gleichbeblieben. Sie liegt bei 3258, vor einem Jahr waren es noch 3278. «Das bedeutet, dass mehr Stellensuchende einem Zwischenverdienst nachgehen oder gerade in einer Ausbildung sind», erklärt Greif.

Auch die Jugendarbeitslosigkeit nimmt ab

Ein weiterer Trend betrifft die Jugendarbeitslosigkeit: Unter den Schulabgängern und Lehrabbrechern – sie erscheinen in der Statistik als arbeitslose 15- bis 19-Jährige – durfte sich auch so mancher über eine erfolgreiche Bewerbung freuen. «Im Durchschnitt beträgt die Anzahl Arbeitsloser in diesem Bereich im Bezirk Dietikon 112 Personen. Zurzeit sind es aber nur 70 Personen. Das ist eine positive Tendenz», sagt Greif.

Einen Rückgang in der Arbeitslosigkeit merken Greif und die anderen Mitarbeiter des RAV jeweils sofort in ihrer täglichen Arbeit, wie Greif sagt. Doch ist es nicht etwa so, dass sie deshalb früher ausstempeln: «Sobald die Anzahl Stellensuchender pro RAV-Berater abnimmt, nimmt der zeitliche Aufwand für die restlichen Personen zu. Denn dabei handelt es sich um jene Personen, die schon länger arbeitslos sind und bei denen der Beratungs- und Begleitaufwand ungleich höher ist», erklärt Greif. Die Arbeit nehme also nicht ab, sondern verlagere sich.

Mehr hochqualifizierte Arbeitslose

Was ebenfalls zunimmt, ist laut Greif der Anteil Hochqualifizierter unter den Arbeitslosen. «Wir veranstalten immer mehr Aktionen für Personen mit einer Tertiärausbildung.» Das RAV hat deswegen Fachpersonen aus der Wirtschaft gewonnen, die sich zum Beispiel zweimal im Rahmen eines Mentorings mit den hochqualifizierten Arbeitslosen treffen. Auch Personen aus der Finanzdienstleistungsbranche melden sich beim RAV an. «Man merkt, dass sich auf dem Finanzplatz Zürich diverse Finanzinstitute für Redimensionierungen entschieden haben», erklärt Greif. Da diese Branche bei den Arbeitslosenzahlen im Bezirk Dietikon aber eher untergeordnet ist, kann sie den erfreulichen Rückgang der Arbeitslosenquote nicht in den Schatten stellen. Über das ganze Jahr gesehen, stellt Greif am meisten Stellensuchende im Bezirk Dietikon in folgenden Branchen fest: Handel, Reparatur- und Autogewerbe.

Unter den Gemeinden hat Dietikon den grössten Rückgang zu verzeichnen: Neu sind hier 933 Personen arbeitslos, im Januar waren es noch 991.