Urdorf

Daniel Hirs findet mit Stone-Balance ins Gleichgewicht – hier stellt er sein Hobby vor

Daniel Hirs aus Urdorf bringt in seiner Freizeit verschiedenste Steine in ihr Gleichgewicht. Und damit auch sich selber. Stone-Balance, das ist sein Ding.

Vor etwa 20 Jahren beobachtete Daniel Hirs jemanden, der am Ufer des Zürichsees Steine zu hohen Türmen aufstellte. Voller Neugier und Inspiration versuchte sich auch Hirs, von allen nur Dani genannt, an dieser Tätigkeit. Allerdings reizte es den Urdorfer nie, möglichst viele Steine aufeinanderzustellen. «Jeder Körper hat sein Gleichgewicht. Ich wollte dieses bei unförmigen Steinen finden», erklärt er seinen Ansatz.

Seither erstellt Hirs immer wieder kunstvolle Gebilde, bei denen er Steine verschiedener Grössen und Formen aufstellt und aufeinander balanciert. «Man darf dabei nicht nachdenken. Stattdessen muss man mit den Händen fühlen, wann die Steine im Gleichgewicht sind», sagt der Stone-Balance-Artist. Zudem verwendet Hirs nicht jeden Stein: «Der Stein muss mich ansprechen. Es gab aber eine Zeit, in der ich kaum an einem Stein vorbeigehen konnte, ohne ihn balancieren zu wollen.»

Nature-Art ist mehr als nur Steine balancieren

Im Laufe der Jahre entwickelte Hirs weitere Aspekte seiner Kunst. Bei der sogenannten Nature-Art kombiniert er Holz mit Steinen, wodurch neue Ansätze für Kunstwerke möglich wurden. Die Steine verschwanden jedoch nie ganz aus seinen Werken.

Für den 55-Jährigen stellt sein Hobby eine Art der Meditation dar. So, wie er die Steine ins Gleichgewicht bringt, findet er auch sein inneres Gleichgewicht. Als der Sozialpädagoge einige Jahre lang in der Nacht arbeitete, diente ihm das Stone-Balancing als Ausgleich zum Berufsstress. Nach seiner Schicht ging er nicht sofort ins Bett, sondern suchte zuerst seine innere Ruhe beim Balancieren von Steinen.

Bilder an Kunstausstellung in Zürich präsentiert

Immer wieder bewundern Passanten die Kunstwerke von Hirs, während er sie aufstellt. «Die Leute sind jeweils überrascht, dass die Steine so balanciert werden können. Ich erzähle ihnen dann, dass ich die Steine mit Spucke aneinanderklebe oder dass ich sie halte, bis sie Wurzeln schlagen», lacht er.

Der Künstler arbeitete auch schon mit einem befreundeten Fotografen zusammen, der die Kunstwerke fotografierte. Diese Bilder wurden später bei einer Ausstellung in Zürich der Öffentlichkeit gezeigt.

Er würde gerne Workshops an Schulen durchführen

Aus gesundheitlichen Gründen kann Hirs sein Hobby heute nur noch selten ausüben. «Am Anfang war es sehr hart, dass ich nicht mehr so oft Steine balancieren konnte», sagt der Urdorfer. Doch er hat sich damit abgefunden. Seine innere Ruhe findet er heutzutage vor allem mit Yoga.

Ganz aufgeben möchte der Sozialpädagoge sein Hobby allerdings nicht. Er könnte sich beispielsweise vorstellen, an Schulen oder an öffentlichen Anlässen Stone-Balancing- und Nature-Art-Workshops durchzuführen. Dazu habe er auch schon einmal die Gelegenheit gehabt. «Meine Kunst weiterzugeben, hat Spass gemacht», merkt er rückblickend an.

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Autor

Manuel Reisinger

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