Dietikon
Circolino Pipistrello – ein Zirkus zum Anfassen

Mit dem spektakulären Programm «Warwankutta: ein artistisches Abenteuer» lockte der Circolino Pipistrello zahlreiche Besucher auf das Areal des Schulhauses Wolfsmatt in Dietikon.

Senada Haralcic
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Auftritt des Circolino Pipistrello, der ein eigenes Programm hat und daneben Programme für Kinder anbietet.
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Auftritt des Circolino Pipistrello, der ein eigenes Programm hat und daneben Programme für Kinder anbietet.

Senada Harlacic

Das grosse blaue Zelt ist aufgeschlagen und ragt spitzig in die Höhe, die farbigen Waggons bilden ein kleines Zirkusdorf und alles ist bunt: Das Schulhausareal Wolfsmatt hat sich in der ersten Juli-Woche in eine nostalgische Zirkuskulisse verwandelt und damit vielen Kindern ein unvergessliches Erlebnis beschert.

Denn der Circolino Pipistrello bietet viel mehr als nur ein Spektakel für Zuschauer – er ist auch ein Zirkus zum Mitmachen.

Die Crew zieht von Frühling bis Herbst durch die ganze Schweiz und wird von verschiedenen Schulen und Vereinen gebucht, so wie in Dietikon von der Heilpädagogischen Schule Limmattal (HPS Limmattal).

Hier lernten die Kinder, wie man über Seile balanciert und mit den Karten trickst. Im Anschluss bestreiten sie eine eigene Aufführung: «Meine Motivation sind die leuchtenden Augen und die lachenden Gesichter der Kinder», sagt Bàlint Kostyàl, einer der Pipistrello-Artisten, die sich auch «Pipistrelli» – zu Deutsch «Fledermäuse» – nennen.

Neben dem Unterricht treten die Artisten dann selbst in ihrem eigenen Stück «Warwankutta: ein artistisches Abenteuer» auf.

Ein kleines verschlafenes Fischerdorf

Idee und Regie für das diesjährige Stück stammen von Günther Baldauf. Dabei ist Warwankutta der exotische Name eines kleinen verschlafenen Fischerdorfs. Die Bewohner sind besorgt um ihre Finanzen, da die Fischerei nicht die erhofften Einnahmen erbringt.

Das Dorf schreibt sich auf die Fahne, Touristen nach Warwankutta zu locken, was schlussendlich dazu führt, dass Piraten die Gegend unsicher machen.

Das Stück ist eine Mischung aus Varieté, Theater, Livemusik, Artistik und Erfindergeist, die Gross und Klein begeistert. Neben der Seilakrobatik, Hebefiguren und Kartentricks überraschten die Pipistrelli ihre Zuschauer mit spektakulären Feuereinlagen.

Die Artisten jonglieren mit Fackeln und schlucken Flammen. Dabei reagierte das Publikum abwechselnd mit Staunen, Applaus und Gelächter.

Nach Jura-Studium für eine Saison dabei

Valeria Stocker ist eine der «Pipistrelli» und entschied sich nach ihrem Jura-Studium, für eine Saison in diesem besonderen Zirkus mitzuwirken: «Mir gefällt, dass wir hier alles selber machen, von Theater und Musik bis hin zum Handwerken und Glaceverkaufen in der Pause».

Sie bemerkte auch, dass manche Gäste die Aufführung der «Pipstrelli» zweimal besuchten: «Das ist natürlich eine besondere Ehre, aber wir freuen uns auch auf den Auftritt der Kinder, der diesen Montag stattfindet», so die 24-Jährige.

Das Zielpublikum seien vor allem Schüler mit oder ohne Behinderung. Aber das Mitmach-Programm biete auch einiges für die Erwachsenen: «Wir haben auch schon mit Altersheimen zusammengearbeitet», erzählt Stocker. Das sei eine sehr spannende Erfahrung gewesen.

Die Tournee dauert noch bis Ende Oktober. Die «Pipistrelli» können dann auf 33 einzigartige und spannende Zusammenarbeiten zurückblicken.